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Sexueller Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche – Zusammen verfasst von Heinz Duthel

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Sexueller Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche ist ein Phänomen, das seit Mitte der 1990er Jahre weltweit größere öffentliche Aufmerksamkeit erhält. Die Sensibilisierung für das frühere Tabuthema hat viele Opfer ermutigt, selbst noch 30 oder 40 Jahre nach den Vorfällen ihre traumatischen Erlebnisse öffentlich zu machen. Sie berichten sowohl über Fälle sexuellen Missbrauchs, insbesondere durch Priester, Mönche und Nonnen sowie angestellte Erzieher innerhalb der römisch-katholischen Kirche an ihren Schutzbefohlenen und Untergebenen, als auch über den damaligen Umgang kirchlicher Stellen mit den Tätern und Opfern.

Entschädigungen im internationalen Vergleich

Eine der am meisten diskutierten Fragen in Bezug auf die Wiedergutmachung gegenüber Missbrauchsopfern im kirchlichen Bereich ist die Frage nach den Entschädigungen. In verschiedenen Ländern wurden dazu ganz unterschiedliche Modelle mit unterschiedlichen Entschädigungshöhen eingerichtet.[853]

In den USA wurden von katholischen Bistümern bisher ca. 2,6 Milliarden US-Dollar (ca. 1,9 Mrd. Euro) an mehrere Tausend Opfer gezahlt.[555]

In Irland wurden bisher ca. 14.000 Personen für in kirchlichen und staatlichen Einrichtungen erlittene sexuelle Übergriffe und physische Misshandlungen mit Beträgen von im Schnitt bis zu 100.000 Euro pro Person entschädigt. Die Entschädigungsstufen gehen in Irland bis zu 300.000 Euro (siehe Irland).[854] Insgesamt wurden von Staat und Kirche Gelder in Höhe von 2,1 Milliarden Euro bereitgestellt.[555]

In Österreich wird durch die „Stiftung Opferschutz“ eine je nach Schwere der erlittenen Übergriffe gestaffelte Entschädigung vorgenommen werden. Die zu zahlenden Beträge bewegen sich dabei im Rahmen von 5.000 bis 25.000 Euro gegebenenfalls auch darüber.[428] Dieser Vorschlag wurde jedoch seitens der Plattform „Betroffene Kirchlicher Gewalt“ als „Beleidigung“ kritisiert. Die Plattform verlangt mindestens 130.000 Euro Entschädigung pro Person.[429]

In Deutschland wurde durch die römisch-katholische Kirche ein kombiniertes Entschädigungspaket erarbeitet und auf der Frühjahrsvollversammlung der deutschen Bischöfe im Jahre 2011 beschlossen. Danach erhalten Missbrauchsopfer eine Entschädigung von 2000 bis 5000 Euro. In Einzelfällen sind auch höhere Zahlungen möglich. Darüber hinaus sollen auch die Kosten für Therapien und andere Hilfsmaßnahmen übernommen werden. Durch Einrichtungen wie das Kloster Ettal oder auch den Jesuitenorden wurden daneben eigene Entschädigungsfonds aufgebaut. Diese Entschädigungen wurden von Opferverbänden gleichfalls als viel zu niedrig kritisiert

Entschädigungen

Die Debatte über Entschädigungszahlungen gestaltete sich innerkirchlich kontrovers. So äußerte der Erzbischof von München-Freising, Reinhard Marx, dass die Kirche den Opfern zu helfen habe, auch finanziell. Der Bischof von Regensburg, Gerhard Ludwig Müller, lehnte pauschale Entschädigungen ab, da diese wieder als „Schweigegeld“ verstanden werden könnten. Auch der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann äußerte sich in diese Richtung und plädierte daher dafür, Entschädigungen als finanzielle Zuwendungen sachbezogen zu gestalten. Dies würde beispielsweise bedeuten, die Therapiekosten eines Missbrauchsopfers zu übernehmen.[360] Seitens des Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Stephan Ackermann, wurde darauf hingewiesen, dass die Schuld für Missbrauch beim Täter liege und somit auch dieser in Regress zu nehmen sei.[361]

Über die Forderungen der Opfer führte Ministerin Bergmann im August 2010 aus: „Die Botschaft ist klar: Rund die Hälfte der Betroffenen will eine Entschädigung, manche möchten die Kosten für Therapien erstattet sehen, andere wünschen sich eine Rente. Alle bitten darum, dabei nicht abermals ihr Schicksal rechtfertigen zu müssen. Sie fürchten neue Traumatisierung.“[362]

Auf der Herbstvollversammlung 2010 hatten sich die Bischöfe auch zur Frage der Entschädigung von Opfern beraten. Sie beschlossen dazu, dass das Leid der Opfer auch finanziell anerkannt werden müsse. Dazu wurde ein individuelles Entschädigungsmodell beschlossen, nachdem zunächst der Täter in die Pflicht genommen werden soll. Im Falle der Zahlungsunfähigkeit des Täters wolle dann die römisch-katholische Kirche als Institution die Entschädigung übernehmen.

Ackermann erklärte, dass die römisch-katholische Kirche „sich Entschädigungsforderungen nicht verschließen“ werde.[363] Vorerst wurde jedoch auf die Arbeit des Runden Tisches Sexueller Kindesmissbrauch der Bundesregierung verwiesen. Konkrete Regelungen zur Entschädigungen von Opfern möchte die Deutsche Bischofskonferenz demnach erst diskutieren, wenn die die dortigen Beratungen abgeschlossen sind.[364]

In der Folge beschloss die Herbstvollversammlung der deutschen Bischöfe 2010 eine erste Orientierungsmaßgabe für einen ausgearbeiteten Entschädigungsvorschlag, der schließlich bei der Frühjahrsvollversammlung der deutschen Bischöfe 2011 vorgelegt wurde. Danach soll es nach einer Einzelfallprüfung eine Entschädigung in Höhe von bis zu 5000 Euro (in Einzelfällen auch mehr) kombiniert mit weiteren Hilfsmaßnahmen wie beispielsweise der Übernahme von Therapiekosten geben.

Nach Medienberichten vom September 2010 wollen sich die Bischöfe an üblicherweise von Gerichten verhängten Entschädigungen von 5.000 bis 10.000 Euro je Opfer orientieren. Für die Entschädigungszahlungen an Opfer sexuellen Missbrauchs in der römisch-katholischen Kirche in Deutschland sollen keine Gelder aus dem Kirchensteueraufkommen verwendet werden.[365][366]

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, unterstrich dazu im September 2010, dass es wichtig sei, „gesamtmenschliche Hilfe“ zu leisten. „Es wäre falsch zu sagen, es geht nur um Geld“, weswegen die römisch-katholische Kirche bei Fragen des sexuellen Missbrauchs auch ein großes Gewicht auf die Prävention lege.[367]

Ein Vorschlag für die Entschädigung von Missbrauchsopfern wurde in Deutschland Mitte September 2010 vom Jesuitenorden vorgelegt. Darin boten die Jesuiten jedem Missbrauchsopfer in ihren Einrichtungen eine vierstellige Summe als Entschädigung an. Für diese Zahlungen sollte jedoch kein Geld für soziale Projekte oder aus Spenden verwendet werden, stattdessen sollten die Zahlungen aus den Mitteln für die Brüder selbst geleistet werden. Der oberste Vertreter der Jesuiten in Deutschland, Stefan Kiechle, erklärte dazu: „Wir werden unseren Lebensstil einschränken müssen“. Die Sühne müsse „weh tun“ – „sonst verraten wir unseren Auftrag“.[368]

Claudia Keller wies in der Wochenzeitung Der Tagesspiegel darauf hin, dass es kirchen- und arbeitsrechtlich schwierig ist, einen Priester zur Zahlung einer Entschädigung zu verpflichten. Auch das Kirchenrecht setze für entsprechende Maßnahmen eine Verurteilung vor weltlichen und kirchlichen Gerichten bzw. eine Strafanordnung der Glaubenskongregation voraus. Ohne diese Verurteilungen können die betroffenen Täter nur durch moralischen Druck zur Zahlung bewegt werden. Sollte am Ende eines kirchlichen Verfahrens gar die Höchststrafe der Entfernung aus dem Klerikerstand stehen, hätten die Bistümer erst recht keine Handhabe mehr. Vielmehr müssten sie stattdessen die Entlassenen bei der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte nachversichern, was bei etwa 30 Dienstjahren etwa 250.000 bis 300.000 Euro bedeute.[369]

Bereits Ende Januar 2011 sickerte durch, dass der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Stephan Ackermann, nicht mehr an eine erfolgreiche gemeinsame Entschädigungsregelung durch den Runden Tisch Sexueller Missbrauch glaubte und die Bischöfe daher eine eigene Lösung im Rahmen von etwa 1 Million Euro für die bis dato 205 namentlich bekannten Missbrauchsopfer favorisierten.[218] Zur selben Zeit mahnte Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger eine „Gesamtlösung in der Entschädigungsfrage“ am Runden Tisch Sexueller Kindesmissbrauch an und sprach sich gegen „einzelfallbezogene Lösungen“ aus.[370]

Ende Februar/Anfang März 2011 stellte Ackermann schließlich den Vorschlag der römisch-katholischen Kirche in Deutschland bezüglich der Entschädigungen von Missbrauchsopfern vor. Danach soll es eine kombinierte Entschädigung aus Geldzahlungen und der Übernahme von Therapiekosten und dergleichen geben.[371]

Offizielle Summen für Geldzahlungen wollte Ackermann nicht nennen, bezeichnete aber 2000 bis 5000 Euro pro Opfer als „nicht abwegig“. In besonders schweren Fällen soll es auch höhere Zahlungen geben. Für die Regelung der Entschädigungen soll ein Gremium bei der Deutschen Bischofskonferenz eingerichtet werden, das die Fälle einzeln prüft. Eine Pauschalentschädigung soll es nicht geben.

Die Übernahme der Entschädigungen wird demnach zunächst durch den Täter und dann durch die konkret verantwortliche Institution erfolgen. Das bedeutet, dass beispielsweise für Missbrauchsopfer im Bistum Trier die Zahlungen vom Bistum Trier übernommen werden.

Das Angebot finanzieller Entschädigung soll für Fälle gelten, in denen wegen Verjährung kein rechtlicher Anspruch auf Schadensersatz und Schmerzensgeld mehr durchgesetzt werden kann. Um Opfer in Fällen, die noch nicht verjährt sind, den Durchlauf des Rechtsweges zu ersparen, sollen vor allem außergerichtliche Einigungen angestrebt werden. Die Richtigkeit der vorgebrachten Behauptungen soll demnach an Eides statt schriftlich erklärt werden. Weitere Belege seien nicht erforderlich.[372]

Der Entschädigungsvorschlag orientiere sich insgesamt am kurz zuvor beschlossenen Entschädigungsrahmen für ehemalige Heimkinder (etwa 2000 bis 4000 Euro pro Opfer).

Der neue Sonderermittler Hans-Joachim Jentsch erklärte am 17. Februar 2011, das Kloster Ettal werde aus Eigenvermögen einen Entschädigungsfonds von mindestens 500.000 Euro für die Opfer von Sexualstraftaten einrichten.[373]

Die angebotenen Entschädigungen wurden von Opfern jedoch als viel zu niedrig kritisiert.[219] Norbert Denef, Sprecher von netzwerkB erklärte, die „Entschädigung der Opfer sexualisierter Gewalt darf kein barmherziges Almosen sein.“[374] Denef führte im März 2011 aus:[375] „Zu den Folgen muss man auch rechnen, wie sich das Leben und der berufliche Werdegang hätte entwickeln können, wenn sie kein Trauma durchlitten hätten. (…) Eine Entschädigung in Deutschland muss unbedingt an internationale Maßstäbe wie in den USA angepasst werden.“ Matthias Katsch vom Eckigen Tisch sprach von einer Unverschämtheit.

Roswitha Müller-Piepenkötter vom Weißen Ring meinte, dass dieses Angebot wie eine Verhöhnung wirken müsse. Der Vorsitzende der Kinderhilfe, Georg Ehrmann, empfand das Angebot ebenfalls als unbefriedigend, kritisierte jedoch den politischen Stillstand am Runden Tisch Sexueller Missbrauch als eigentlichen Skandal.

Die katholische Kirche ist laut Domradio bisher die einzige Organisation, die dort einen Vorschlag vorgelegt hat. Ingrid Fischbach, stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, begrüßte hingegen das Angebot der katholischen Kirche. Diese signalisiere mit diesem Angebot, dass sie Verantwortung übernehme.[376] Gegen die Kritik an den Entschädigungen wandte sich auch der Mainzer Kardinal Karl Lehmann. Er empfand es als traurig, wenn das Angebot einfach als „schäbig“ bezeichnet würde und kritisierte insbesondere die ausschließliche Fixierung der Kritik auf die Höhe von Geldsummen. Er hoffte, dass Opfer sexuellen Missbrauchs den kirchlichen Hilfsplan, der nicht nur aus der Zahlung von Geld bestehe, als „ernsthafte und aufrichtige Geste“ annehmen könnten.[377] Wolfgang Thielmann wies darauf hin, dass sich die Höhe der Entschädigung auch nach den Holocaustüberlebenden zustehenden Beträgen gerichtet habe und man nicht über diese hinausgehen wollte.[378]

Nach Recherchen des Bayerischen Rundfunks haben bis Juli 2011 nur wenige Missbrauchsopfer eine Entschädigung beantragt. Der Bayerische Rundfunk bezog sich dabei auf Angaben des Missbrauchsbeauftragen des Bistums Würzburg, Klaus Laubenthal. Von 40 bekannten Personen hätten nur acht eine Entschädigung beantragt. Auch in anderen bayerischen Bistümern seien die Zahlen unerwartet niedrig. Die Deutsche Bischofskonferenz hielt es allerdings für verfrüht, bereits Bilanz zu ziehen.[379]

Bei der Deutschen Bischofskonferenz gingen bis Ende Juli 2011 insgesamt 579 Anträge auf Entschädigung ein. In 560 Fällen wurde die Zahlung empfohlen.[52]

Beim Kloster Ettal haben etwa 70 von 100 Opfern eine Entschädigung beantragt. Beim Jesuitenorden erfolgte ein Antrag von 65 Opfern aus einer Gesamtzahl von etwa 200. Robert Köhler, Vertreter der Missbrauchsopfer von Ettal, nannte als Gründe für die Nichtbeantragung von Entschädigungen eine immer noch hohe Schamgrenze, die Angst vor Retraumatisierung und den als kompliziert empfundenen Antragsweg.[380] Bis Anfang 2012 hatte sich die Zahl der Entschädigungsanträge bei den Bistümern auf 950 erhöht.[381]

Im Februar 2012 wurde bekannt, dass im Bistum Regensburg in Form von wortgleichen Serienbriefen eine Entschädigung verweigert wird.[382] Die Offenlegung der Anzahl der dort gestellten bzw. bewilligten Anträge auf Entschädigung verweigerte das Bistum Regensburg wiederholt.[383]
Kirchenaustritte

Im März 2010 wurde ein signifikanter Anstieg der Kirchenaustritte beobachtet, bei dem man einen Zusammenhang mit den Missbrauchsskandalen vermutete. Quellen für diese Beobachtung waren Standesämter[384] und eine Umfrage von Forsa.[385] Nach einer Austrittswelle im März und April 2010 fielen die Zahlen in den meisten deutschen Bistümern bis zum Herbst wieder. Nach ersten Stichproben hatten vor allem 40- bis 60-jährige den Austritt vollzogen.[286]

Insgesamt stiegen die Austrittszahlen auf 180.000 gegenüber etwa 120.000 im Jahre 2009

 

Einführung

Nach Skandalen in Irland und den USA wurden seit Anfang 2010 auch in Deutschland Sexualdelikte in katholischen Einrichtungen in größerem Umfang bekannt. Zum großen Teil hatte keine Strafverfolgung der Täter durch Staatsanwaltschaft oder Polizei stattgefunden. Opfer erhielten keinen oder unzureichenden Schutz. Daher steht das Verhalten kirchlicher Institutionen in der Kritik (siehe auch: Kirchenkritik), auch wenn diese Delikte von höchster kirchlicher Stelle wiederholt öffentlich verurteilt wurden und schwere Vergehen gegen Recht und Moral der römisch-katholischen Kirche darstellen.

Juristisch werden sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch die jeweilige gesetzliche Festlegung des Schutzalters voneinander abgegrenzt. Zu den Formen zählen unmittelbar geschlechtliche Handlungen mit und ohne Geschlechtsverkehr und auch das Zeigen pornografischer Medien. Zu den in Frage kommenden Tatbeständen gehören ferner Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen oder Widerstandsunfähigen sowie Straftaten im Zusammenhang mit Exhibitionismus, Jugend- oder Kinderpornografie.

Die Missbrauchshandlung kann sich über Jahre erstrecken. Opfer sexuellen Missbrauchs können auch hierarchisch Untergebene sein, etwa Nonnen und Seminaristen oder im Rahmen des Beichtsakramentes Pönitenten. Eine weitere Gruppe von Opfern können hilfsbedürftige Menschen in Einrichtungen sein. Die Täter entstammen nicht nur der Gruppe der Kleriker, sondern auch der der Laien wie zum Beispiel Lehrern und weiteres Personal, in Heimen auch Mitzöglinge.

Bei der Diskussion des Hintergrunds werden allgemein Sexualität, sexuelle Orientierung sowie wie Verdrängung von Sexualität und der Zölibat angesprochen, im engeren Rahmen auch

    Pädophilie (seltener auch als „Pädosexualität“ bezeichnet),
    Präferenzstörungen und
    Hebephilie (sexuelle Vorliebe für pubertierende Mädchen oder Jungen).
    Ersatzobjekttäter vergreifen sich an Ersatzobjekten (beispielsweise Opfern die nicht hinreichend Widerstand leisten können), die nicht ihrer eigentlichen sexuellen Präferenz entsprechen (dissexuelles Verhalten).

Empirische Daten für Missbrauch durch katholische Geistliche oder andere Mitarbeiter der katholischen Kirche gibt es kaum; die vorhandenen Schätzungen aus verschiedenen Ländern kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen, die besagen, dass zwischen 1 und 5 % der Kleriker durch Missbrauch aufgefallen sind. Manche gehen davon aus, dass überdurchschnittlich viele Kleriker pädophil veranlagt sind, andere hingegen, dass der Anteil unter dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung liegt.

Die Dunkelziffer wird bei Taten sexuellen Missbrauchs allgemein als sehr hoch eingeschätzt. [1] [2] [3] [4]
Entwicklung im deutschen Sprachraum
Deutschland
19. Jahrhundert

Vorwürfe sexuellen Missbrauchs durch Geistliche und Ordensleute machen einen Großteil des Pfaffenspiegels aus, eines in Deutschland weit verbreiteten antikatholischen Pamphlets, das nach seinem Erscheinen 1845 bis ins 20. Jahrhundert hinein immer neue Auflagen erlebte.[5] Der Verfasser Otto von Corvin bemüht sich, die katholische Kirche als vernunftfeindlich und bigott darzustellen. Zu diesem Zweck breitet er über lange Strecken die Topik des „geilen Pfaffen“ aus, der die intime Situation der Beichte sexuell ausnutze, wie sie etwa in zahlreichen Schwänken und Mären des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit immer wieder erzählt und variiert wurde.[6][7][8] Anders als der Diskurs der frühneuzeitlichen Dichtung, in dem Pädokriminalität nicht vorkommt,[9] ergeht sich Corvin auch in der Schilderung von angeblichen „schändlichen Verführungen, die unter Leitung der Mönche stehenden Knaben ausgesetzt sind, und ein jeder Vater wird daraus erkennen können, wie höchst gefährlich es für seine Kinder ist, wenn er diese in Klosterschulen unterrichten lässt.“[10]

Die Historikerin Irmtraud Götz von Olenhusen untersuchte in einer sozialhistorischen Arbeit von 1994 den badischen Klerus im 19. Jahrhundert und kam dabei auch auf mehrere Fälle zu sprechen, in denen Priestern Vergewaltigung oder Unzucht mit Minderjährigen vorgeworfen wurde.[11]
NS-Zeit
Sittlichkeitsprozesse gegen Ordensangehörige und Priester
Siehe auch: Sittlichkeitsprozesse gegen Ordensangehörige und Priester im Nationalsozialismus

Im April 1935 kam es nach einer Strafanzeige gegen Ordensleute der Franziskanerbrüder vom Heiligen Kreuz in Waldbreitbach zu einem Ermittlungsverfahren wegen Vergehen nach § 175, Unzucht zwischen Männern. Teilweise wurde auch nach § 174, Unzucht mit Abhängigen, angeklagt, wenn es sich bei den Betroffenen um Pfleglinge oder Zöglinge aus den Einrichtungen der Beschuldigten handelte.[12] Die von der Geheimen Staatspolizei geführten Ermittlungen wurden im Herbst 1935 im Zuge der sogenannten Devisenprozesse, als Gerichte illegale Geldüberweisungen von Ordensgemeinschaften ins Ausland juristisch ahndeten, auf andere Kongregationen ausgedehnt. In der Folge gingen die Strafverfolgungsbehörden mit dem im Juni 1935 verschärften § 175 auch gegen Geistliche und Priester außerhalb von Klöstern vor. Die Prozesse wurden während der Olympischen Spiele in Berlin im August 1936 unterbrochen, danach aber wieder aufgenommen. Im Hirtenbrief der Fuldaer Bischofsversammlung vom August 1936 „hatte der deutsche Episkopat amtlich und öffentlich klargestellt, daß die Kirche gegen die Koblenzer Prozesse keinen Einspruch erhebe“, zugleich wurde aber die NS-Propaganda, die gegen die katholische Kirche generell vorgehe, zurückgewiesen.[13] Der Heilige Stuhl protestierte erneut mit der Enzyklika Mit brennender Sorge vom März 1937, was aber nicht zu einem Ende der Kampagne führte. Bis Ende des Jahres 1937 waren allein bei der eigens eingerichteten Sonderstaatsanwaltschaft in Koblenz etwa 2500 Ermittlungsverfahren anhängig oder abgeschlossen. Ein Großteil davon wurde „mangels Beweises, wegen Geringfügigkeit, Verjährung oder einer Sechsmonate-Amnestie von August 1934“ im Vorverfahren erledigt.[14] Wenige juristisch unklare Fälle wurden erst Jahre später abgeschlossen.

Insgesamt kam es zu über 250 Strafprozessen, die seinerzeit nicht etwa vor NS-Sondergerichten, sondern vor ordentlichen Landgerichten geführt und auch von der römisch-katholischen Kirche anerkannt wurden.[15] Die gerichtlichen Verfahren „scheinen“ nach Hockerts „durchwegs juristisch vertretbar“ zu sein und endeten in rund 40 Fällen mit einer Einstellung oder Freisprüchen. Geständige Angeklagte, darunter etwa 170 Ordensangehörige und 64 Geistliche, wurden zumeist mit Freiheitsstrafen zwischen einem und zwei Jahren bestraft.[16] Die verurteilten Täter wurden in der Regel auch kirchenrechtlich verfolgt und die Waldbreitenbacher Gemeinschaft auf Betreiben des Trierer Bischofs 1937 aufgelöst.[17] Im Sommer 1937 wurde die Prozessserie ohne ersichtlichen Anlass abgebrochen. Die Prozesse wurden von der NS-Propaganda ausgeschlachtet, um die römisch-katholische Kirche an sich diskreditieren zu können.

Die genaue Anzahl der Missbrauchsopfer und deren Schicksal sind nicht bekannt. Die hohe Zahl an Verurteilten kam nach Hockerts durch eine ungewöhnliche Summierung homosexueller Vergehen in wenigen Laienkongregationen zustande.[18] Die verurteilten Täter wurden in der Regel auch kirchenrechtlich verfolgt.[19] Zum Teil wurden Verurteilte nach der Strafverbüßung, Angeschuldigte nach der Entlassung aus der Untersuchungshaft und Freigesprochene von der Gestapo anschließend in Schutzhaft genommen und in die Konzentrationslager gebracht.[20]
Weiteres

Als zufällig bekannt gewordener sexueller Missbrauch von Abhängigen sind beispielsweise die Übergriffe des Internatsleiters der Regensburger Domspatzen, Friedrich Zeitler, zu nennen. So gestand der Priester Zeitler in einem Strafprozess wegen Unzucht mit Abhängigen von 1959, dass er einen Zögling bereits 1941 im Domspatzen-Internat sexuell missbraucht hatte.[21]
Bundesrepublik Deutschland

Rechtliche Lage

 

Eine von Norbert Denef eingereichte Petition zur Aufhebung der Verjährungsfristen im Zivilrecht für sexuellen Missbrauch von Kindern wurde vom Deutschen Bundestag noch im Dezember 2008 mit der Begründung abgelehnt, „der Rechtsverkehr benötigt klare Verhältnisse und soll deshalb vor einer Verdunkelung der Rechtslage bewahrt werden, wie sie bei späterer Geltendmachung von Rechtsansprüchen auf Grund längst vergangener Tatsachen zu befürchten wäre.“

Seit 2010 mehren sich unter dem Eindruck der zahlreichen Enthüllungen von Missbrauchsfällen in kirchlichen und nichtkirchlichen Institutionen die Forderungen, die zivil- wie auch die strafrechtliche Verjährung zu verlängern, um auch nach jahrzehntelangem Schweigen der Opfer diesen die Möglichkeit zur gerichtlichen Ahndung und zur zivilrechtlichen Durchsetzung von Entschädigungen zu geben.[22] Am 6. Dezember 2011 beschloss der Bundesparteitag der SPD, sich für eine Aufhebung der Verjährungsfristen im Bundestag einzusetzen.[24]

Keine Anzeigepflicht

Es gibt derzeit in Deutschland keine allgemeine Anzeigepflicht bei sexuellem Missbrauch, weder bei bereits begangenen noch bei geplanten Straftaten. 2003 legte die damalige Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) einen Gesetzentwurf vor, der den sexuellen Missbrauch von Kindern, die sexuelle Nötigung und Vergewaltigung und den sexuellen Missbrauch widerstandsunfähiger Personen in die Vorschrift über die Nichtanzeige geplanter Straftaten – § 138 StGB – aufnehmen sollte (Anzeigepflicht). Jeder sollte danach mit Strafe bedroht werden, der Kenntnis von einem geplanten oder andauernden Missbrauch erlangt hat und diesen nicht anzeigt.[25] Dieser Entwurf wurde wegen Kritik aus therapeutischen Fachkreisen wieder zurückgezogen.[26] So berichtet der Psychiater Norbert Leygraf aus seiner Tätigkeit als Gutachter bei Verdacht des sexuellen Missbrauchs in der Kirche, dass ein Teil der Opfer das Einschalten der Strafverfolgungsbehörden nicht wünsche und ablehne.[26][27] Zentrales Dilemma der Geschädigten bleibt die Beweisfähigkeit für Beschuldigungen beim Fehlen von Zeugen.[28]

Entwicklung bis Ende 2009

1993 forderte der Bund der Deutschen Katholischen Jugend in einem Brief an die Deutsche Bischofskonferenz die Integration des Themas Sexuelle Gewalt in die Lehrpläne für die Aus- und Fortbildung, die Einrichtung von kirchlichen Beratungsstellen für die Opfer und die Bereitstellung von Therapieplätzen für die Täter.[29]

Anlässlich des Erscheinens der deutschen Übersetzung der US-amerikanischen Fallsammlung von Elinor Burkett und Frank Bruni unter dem Titel Das Buch der Schande. Kinder, sexueller Missbrauch und die katholische Kirche im Jahr 1995 berichtete der Spiegel von drei Gerichtsverfahren in den Jahren 1993 bis 1995 und kritisierte in Bezug auf einen Fall im Bistum Augsburg, in dem ein Diözesanpriester zu vier Jahren Haft verurteilt wurde, das Verhalten von Bischof Josef Stimpfle und Generalvikar Eugen Kleindienst.[29] Allgemein wertete der Artikel die Versetzungspraxis als „Nachsicht für die Täter, Gleichgültigkeit gegenüber den Opfern und vorsätzliches Vertuschen“.[29]

Im Jahre 1995 leitete die Staatsanwaltschaft Kassel Ermittlungsverfahren gegen Weihbischof Johannes Kapp und Erzbischof Johannes Dyba ein, um die Praxis der Versetzung ohne Amtsenthebung pädokrimineller Priester zu überprüfen.[30] Das Verfahren wegen Verletzung der Fürsorgepflicht wurde bereits im November 1996 wegen geringer Schuld (gem. § 153 Abs. 1 StPO) wieder eingestellt. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt/Main hob am 17. Januar 1997 die Entscheidung der Staatsanwaltschaft Kassel auf und stellte das Verfahren gegen Kapp und Dyba gem. § 170 Abs. 2 StPO ein (Az. Zs 2187/96). In strafrechtlicher Hinsicht sah diese Behörde nicht einmal mehr eine geringe Schuld der Bischöfe. Ein Klageerzwingungsverfahren, das die Mutter eines missbrauchten Messdieners angestrengt hatte, wurde am 5. März 1997 durch das Oberlandesgericht Frankfurt/Main aus formalen Gründen verworfen (Az. 2 WS 19/97 + 2 ARs 26/97).[31]

Für die Dokumentation Tatort Kirche: Sexueller Missbrauch durch Priester des Südwestrundfunks, die am 1. September 2002 gesendet wurde, hatte mehr als die Hälfte der 27 deutschen Bistümer dem Filmemacher Thomas Leif gegenüber mindestens 47 Fälle in den vergangenen 30 Jahren schriftlich eingeräumt. Während einige Diözesen konkrete Angaben verweigert hätten, seien insbesondere die Bistümer Hildesheim und Rottenburg-Stuttgart offen mit dem Thema umgegangen.[32]

In einem Bericht aus dem Jahre 2007 erwähnte Die Zeit zwei Priester des Bistums Würzburg, darunter einen Fall aus Sandberg, die sexuelle Übergriffe auf Kinder begangen hatten. Erwähnt wurden zudem ein Fall aus Krefeld, Bistum Aachen, ein verurteilter Pfarrer aus Hessen, ein zurückgetretener Pfarrer aus dem Allgäu, ein zu zwei Jahren Haft verurteilter Priester aus dem Emsland, ein schwäbischer Pfarrer, der wegen Missbrauchs in 59 Fällen zu drei Jahren Haft verurteilt wurde, ein Seelsorger aus Coburg und ein Pater aus Südbaden, die beide zu zwei Jahren verurteilt worden waren. In dem Bericht wurde auch nochmal auf Klaus Jung verwiesen, der 1995 von der Diözese Hildesheim wegen Verdachts der Pädophilie suspendiert worden war. Zum Zeitpunkt des Berichts liefen gegen Priester in der Bundesrepublik 13 Verfahren.[33]

Im September 2007 distanzierte sich die Bischofskonferenz erneut von Priestern, die des sexuellen Missbrauchs schuldig werden. Karl Kardinal Lehmann betonte, dass jeder Fall „ein Fall zu viel“ sei und die Kirche alles tun wolle, um diese „mit allen Kräften aufzudecken“. Wenn jemand „schuldig geworden ist, darf er auf gar keinen Fall in der normalen Seelsorge beschäftigt werden.“ Lehmann äußerte sich damit erstmals zu dem mutmaßlichen Missbrauchsfall in der Diözese Regensburg, wo entgegen den Richtlinien von 2002 ein bereits einschlägig vorbestrafter Geistlicher in einer Gemeinde eingesetzt wurde und dort im August unter dem Verdacht verhaftet wurde, jahrelang einen Ministranten missbraucht zu haben.[34]

Ein in Viechtach und Riekofen tätig gewesener Priester wurde in den Jahren 2000 und 2008 jeweils zu Freiheitsstrafen wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt, im zweiten Fall ohne Bewährung.[35]

2006 erschien das Buch Schläge im Namen des Herrn; es dokumentierte Ausbeutung, Misshandlung und sexuellen Missbrauch in Kinderheimen in der Zeit zwischen 1945 und 1970, darunter auch in kirchlich geführten. Die Bedingungen waren infolge der Heimkampagne der APO Ende der 1960er Jahre verbessert worden. 2008 fand eine Anhörung vor dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages statt.[36]

Zur Aufarbeitung wurde deswegen Anfang 2009 der Runde Tisch Heimerziehung eingerichtet, mit Johannes Stücker-Brüning, Geschäftsführer der Caritaskommission der Deutschen Bischofskonferenz, und Mario Junglas, Direktor des Berliner Büros des Deutschen Caritasverbandes als Vertretern der katholischen Kirche. Ehemalige Heimkinder berichteten über sexuelle Übergriffe und sexuelle Gewalt unterschiedlichster Formen sowie unterschiedlicher Dauer – bis hin zu schwerer und sich jahrelang wiederholender Vergewaltigung. In den Jahren 1945 bis 1975 unterstanden etwa 60 % der rund 3000 Heime den beiden großen kirchlichen Konfessionen; als Täter wurden dort auch Ordensleute und Geistliche benannt.[37] Berichtet wurden auch sexuelle Übergriffe durch Mitzöglinge.[38]
Entwicklung seit 2010

Im Unterschied zu den Vereinigten Staaten oder Irland ging der Anstoß für eine gesamtgesellschaftliche Debatte über Missbrauchsfälle in der römisch-katholischen Kirche in Deutschland von einer kirchlichen Institution aus, dem Canisius-Kolleg in Berlin. Nachdem der Rektor, der Jesuit Klaus Mertes, wegen mehrerer ihm bekannt gewordener Missbrauchsfälle an Kindern und Jugendlichen aus den 1970er und 1980er Jahren[39][40][41] einen Brief[42] an die Absolventen der betroffenen Jahrgänge gerichtet hatte, um damit „beizutragen, dass das Schweigen gebrochen wird“, wurde dieser Brief am 28. Januar 2010 über die Medien der Öffentlichkeit bekannt.[43] Der Artikel, der die Diskussion um Missbrauch ins Rollen brachte, erschien in derselben Ausgabe der Berliner Morgenpost, in der auch die ersten Ausschnitte des Briefes veröffentlicht wurden. Die Morgenpost titelte auf Seite eins: „Canisius-Kolleg: Missbrauchsfälle an Berliner Eliteschule“[44]. Der Artikel wurde mit dem Wächterpreis ausgezeichnet und löste eine Welle der Berichterstattungen über das Thema aus. Damit regte er die Missbrauchsdebatte besonders im Hinblick auf christliche Institutionen an. Dabei wurden auch Fälle, die schon länger zurücklagen und keine angemessene Aufmerksamkeit erhalten hatten, wieder aufgegriffen. 1999 wurden beispielsweise Missbrauchsfälle an der Odenwaldschule (Privatschule, nicht kirchlich geführt) durch den Artikel „Der Lack ist ab“[45] in der Frankfurter Rundschau bekannt gemacht. Zahlreiche weitere Meldungen von Opfern führten bis Ende Juni 2010 zu einer deutschlandweiten Debatte über sexuellen Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche im In- und Ausland.

Am Beginn der Debatte, im Februar 2010, berichtete Der Spiegel, dass 24 von 27 von der Zeitschrift befragten Bistümern angaben, dass seit 1995 insgesamt mindestens 94 Verdachtsfälle von Missbrauch durch Kleriker und Laien bekannt geworden seien; in 30 Fällen kam es zu Verurteilungen. Keine Angaben machten die Bistümer Limburg, Regensburg und Dresden-Meißen.[46]

Bis Ende 2013 stellten laut dem Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz, Triers Bischof Stephan Ackermann, rund 1300 Betroffene einen Antrag auf Entschädigung. In den allermeisten Fällen habe die zuständige Koordinierungsstelle eine Geldzahlung von rund 5000 Euro empfohlen.[47]
Bistum Aachen

In den 1950er- und 1960er-Jahren sollen im Jülicher Gymnasium Haus Overbach, das von den Oblaten des hl. Franz von Sales getragen wird, elf Schüler missbraucht worden sein.[48]

In den 1990er-Jahren hat der Pfarrer der Gemeinde St. Josef in Krefeld mehrere Jungen missbraucht. Er wurde zu vier Jahren Haft verurteilt und aus dem Klerikerstand entlassen.[49] Der Spiegel berichtete 2002, dass bei einer Durchsuchung des Pfarrhauses 58.000 Kinderporno-Bilder und 300 Videokassetten gefunden worden seien, die größtenteils von dem Pfarrer erstellt worden seien. Erste Vorwürfe gegen den Geistlichen soll es schon 1972 gegeben haben. Dem Spiegel zufolge gehörte er einem lokalen Pädophilen-Netzwerk an, zu dem neben anderen auch ein Erzieher im Kirchendienst und ein Kirchenmusiker gehört haben sollen. Einige Mitglieder sollen mehrfach verurteilt worden sein.[50]

2010 lief ein strafrechtliches Verfahren gegen einen Priester, der in Südafrika lebte und Selbstanzeige bei der Staatsanwaltschaft in Krefeld gestellt hatte. Der Mann war auch in Südafrika wegen Missbrauchs angeklagt. 15 Missbrauchsvorwürfe in Deutschland waren bereits verjährt.[51]

Im Bistum Aachen soll es insgesamt 24 Priester geben, die sich in den letzten 65 Jahren an Jugendlichen vergangen haben. Bis 2010 waren nur acht Fälle bekannt. Von den angeschuldigten Priestern leben noch acht. Die Beschuldigungen gegen drei der 24 Priester liegen in den Jahren 1990 bis 2010. Die beschuldigten Priester wurden von Bischof Heinrich Mussinghoff aller ihrer Ämter enthoben und suspendiert, ein Priester wurde aus dem Klerikerstand entlassen.[51]

Bis Ende Juli 2011 zahlte das Bistum Aachen eine Entschädigung an 15 Missbrauchsopfer. Insgesamt hatten sich seit 2010 65 Missbrauchsopfer gemeldet, 26 von diesen beantragten eine Entschädigung.[52]
Bistum Augsburg

Bezüglich des Maristen-Internats im bayerischen Mindelheim richteten sich die Hauptvorwürfe gegen die Informationspolitik der Ordensgemeinschaft. 2007 war der langjährige Internatsleiter von seiner Aufgabe entbunden worden, ohne dass man alle Eltern darüber informiert hatte, dass gegen ihn ermittelt wurde, weil er sich an mindestens 10 bis 15 Jungen vergangen haben sollte. Er wurde mittlerweile wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt.[53]

Von Missbrauchsvorwürfen betroffen war ein ehemaliges Heim der Salesianer Don Boscos in Augsburg.[53] Der betroffene Ordensmann legte eine eidesstattliche Erklärung ab, dass er sich nichts habe zu Schulden kommen lassen. Seitens der Salesianer erklärte Josef Grünner, der deutsche Provinzial der Salesianer, im Februar 2010, vorerst dem Mitbruder Glauben zu schenken.[54]

Weiterhin bekannt wurde der Fall eines Priesters, der sich auf Druck des Bistums wegen einer Tat aus dem Jahre 1999 selbst anzeigte.[53] Der Beschuldigte ist heute 65 Jahre alt und war von 1994 bis 1995 in Aichach tätig. Ihm werden fünf Fälle von Missbrauch vorgeworfen. Trotz einer bereits bestehenden einjährigen Bewährungsstrafe setzte das Amtsgericht eine öffentliche Gerichtsverhandlung an. Erste Hinweise aus dem Jahr 1999 wurden von der Justiz nicht untersucht und von der Diözese öffentlich bestritten. Damals soll sich der Mann „auf moralisch fragwürdige Weise“ Kindern genähert haben. Betroffene Eltern hatte das Bistum gebeten, im Interesse ihre Kinder kein öffentliches Aufsehen zu erregen und von einer Anzeige abzusehen. Der Mann war 1999 versetzt worden und seitdem in einem Bereich ohne Kontakt zu Jugendlichen tätig. Nachdem 2010 weitere Hinweise bekannt wurden, setzte das Bistum dem Mann ein Ultimatum zur Selbstanzeige.[55]

Wilfried Hiller und Michael Lerchenberg werfen dem Internat St. Joseph in Augsburg Züchtigungen und sexuellen Missbrauch vor.[56]

Nach einem vorläufigen Bericht des Missbrauchsbeauftragten des Bistums Augsburg vom September 2010 wurden dort im Jahr 2010 80 Hinweise auf Missbrauch und Misshandlung bekannt. Nach Prüfung fielen weniger als die Hälfte noch in den Zuständigkeitsbereich des Bistums. Insgesamt ergaben sich 34 Missbrauchs- und Misshandlungsfälle von 1946 bis 2003. 30 Opfer waren männlich, 4 weiblich. 22 Fälle lagen in den 1950er Jahren. Das jüngste Missbrauchsopfer war acht Jahre alt. Die sexuellen Übergriffe fanden häufig auf dem Anwesen der Eltern statt. Zu Vergewaltigungen ist es nicht gekommen. Nach 2003 wurden keine Missbrauchsfälle mehr registriert. Fünf Opfern hat das Bistum therapeutische Behandlung angeboten und die Kosten von etwa 50.000 Euro übernommen. Der Missbrauchsbeauftragte bewertete die Fälle als Einzelfälle ohne System.[57]
Erzbistum Bamberg

2010 wurde ein Priester beschuldigt, in den 1970er-Jahren als geistlicher Direktor und Heimleiter des Bamberger Internats Aufseesianum sexuelle Übergriffe auf Schüler begangen zu haben. Der Geistliche war 1976 zunächst ins südliche Afrika und 1980 nach Mailand versetzt worden. Die Gründe lassen sich nicht mehr rekonstruieren, da in den Akten keine Begründung vorhanden ist und alle damals Verantwortlichen bereits verstorben sind. Ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft wurde eingestellt.[58]

Ebenfalls in Bamberg hat ein 1944 geborener Priester in der Zeit von 1978 bis 1984 mehrere Schüler des von ihm geleiteten Ottonianums, eines Knabenseminars des Erzbistums Bamberg, sexuell missbraucht.[59][60] Als der Fall 2008 bekannt wurde, entband die Diözese den Priester, der 1998 zum Domkapitular ernannt worden[61] und 2004 zum Personalchef der Erzbistums aufgestiegen war, von seinen Aufgaben. Die Staatsanwaltschaft Bamberg nahm Ermittlungen auf, stellte das Verfahren aber 2009 wegen Verjährung ein. Im April 2012 versetzte das Kirchengericht des Erzbistums München-Freising den Geistlichen wegen sexuellen Missbrauchs dauerhaft in den Ruhestand, untersagte ihm jede seelsorgerische Tätigkeit und beschloss, dass er den Titel „Domkapitular“ nicht mehr führen darf.[62]

2011 geriet das Bistum massiv in die Kritik, da es einen Priester 2005 mit einer Leitungsfunktion (zum Dekan) in Fürth ausgestattet hatte. Bereits 2001 erfolgte gegen diesen Priester eine schriftliche Anzeige wegen sexuellen Missbrauchs bei der Diözese Bamberg durch einen Pfadfinder, seinen Psychotherapeuten und durch einen Geistlichen aus Berlin, dem sich das Opfer ebenfalls anvertraut hatte. Das Bistum begründete nun sein Vorgehen mit einem Täter-Opfer-Ausgleich 2003, in dem der Beschuldigte „unkorrektes Verhalten“ eingestanden und eine Entschädigung von 3000 Euro gezahlt habe. Das Bistum sah keine Gefährdung Minderjähriger und ging von einem „einmaligen Ausrutscher“ aus. Schließlich ging im Jahre 2008 im Zusammenhang mit dem Missbrauchsverfahren gegen den oben genannten Bamberger Domkapitular ein Hinweis bei der Polizei ein. Die Polizei nahm Kontakt mit dem Opfer auf und ermittelte gegen den Priester aus Fürth. Das Verfahren wurde jedoch wegen Verjährung eingestellt. – Im Februar 2011 erstattete ein weiteres Opfer Anzeige bei der Diözese Bamberg. Der sexuelle Übergriff soll Mitte der 1980er-Jahre erfolgt sein. Das Erzbistum erstattete daraufhin bei der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth Anzeige gegen diesen Priester und suspendierte ihn mit sofortiger Wirkung. – Erst als Anfang März 2011 der Therapeut, der zusammen mit dem Opfer 2001 beim Bistum die Anzeige erstattet hatte, die Zeitung informierte, erfuhr die Öffentlichkeit, dass es schon einmal Ermittlungen gegen den Priester gegeben hatte. Bis dahin hatte die Diözese angegeben, dass es nur ein Opfer gab. Zwar versicherte die Diözese Bamberg in Interviews, dass man die Opfer „nicht alleinlassen“ wolle. Bernd Fricke, psychologischer Psychotherapeut in Bamberg und Betreuer des Opfers, bleibt jedoch skeptisch: Sein Patient, Angehörige und der Geistliche aus Berlin wandten sich wiederholt ans Bistum und baten um Kostenübernahme für Therapiestunden. In einem Antwortschreiben vom Juli 2010 heißt es: „Eine Entschädigung durch die Erzdiözese Bamberg kommt nicht in Betracht.“[63][64][65]
Erzbistum Berlin

Im Erzbistum Berlin ist besonders das Canisius-Kolleg von Missbrauchsvorwürfen betroffen. Aufgrund des mit dem Brief verbundenen Aufrufs, sich zu melden, wurden kurz darauf auch Fälle an den ebenfalls von den Jesuiten geleiteten Gymnasien Kolleg St. Blasien im Schwarzwald und Aloisiuskolleg in Bonn bekannt.[46] Am 18. Februar 2010 erläuterte die Anwältin Ursula Raue, die seit 2005 Beauftragte des Jesuitenordens für sexuellen Missbrauch ist, in einem Zwischenbericht, dass ihr 115 bis 120 sexuelle Übergriffe gegen Schüler gemeldet worden seien. Sie äußerte Erstaunen, dass in den Akten des Ordens zwar „Fürsorge für Mitbrüder“ erkennbar werde, aber keine „Befassung mit der Seelenlage der anvertrauten Kinder und Jugendlichen“.[66] In ihrem Abschlussbericht im Mai 2010 erwähnte Raue jahrzehntelange systematische Vertuschung sexueller und körperlicher Gewalt gegen Kinder in den Einrichtungen, und dass die Täter mehrmals von ihren Oberen gedeckt und versetzt worden seien.[67] Insgesamt stellte Raue in ihrem Abschlussbericht seit Februar 2010 205 Meldungen über Missbrauchsfälle an Einrichtungen des Jesuitenordens fest. Diese betrafen vor allem das Canisius-Kolleg, aber auch das Kolleg St. Blasien, das Aloisiuskolleg in Bonn, die St.-Ansgar-Schule in Hamburg, Jugendeinrichtungen in Göttingen und Hannover sowie ein heute nicht mehr von den Jesuiten geleitetes Kolleg in Büren. Zusätzlich zu den 205 Meldungen erhielt Raue 50 Meldungen von Opfern an anderen Einrichtungen. Dabei wurden zwölf Patres, von denen sechs bereits verstorben waren, und zwei weltliche Mitarbeiter von mehr als einem Opfer benannt. 32 weitere Patres, weltliche Lehrer oder Erzieher wurden von nur einem Opfer genannt.[68]

Vorwürfe wurden auch gegen die Berliner Hedwigschwestern erhoben. Eine ehemalige Bewohnerin des Kinderheims der Hedwigschwestern berichtete, sie sei in den 1950er und 1960er Jahren von einer Nonne über Jahre hinweg missbraucht worden.[69]

Besonders schwierig gestaltet sich die Aufklärung von Vorwürfen aus dem 2005 von den Salesianern geschlossenen Lehrlings- und Schülerheim Berlin-Wannsee. Zu den zwischen 1960 und 1975 liegenden Vorfällen wurden 12 Salesianer befragt. Ein 2008 verstorbener Ordensangehöriger saß demnach in Untersuchungshaft. Unklar ist jedoch die Ursache. Ein ehemaliger Schüler meinte, der Pater wäre einem „Racheakt“ von Schülern zum Opfer gefallen. Klarheit sollte die Einsichtnahme in die Akten des Berliner Senats und des Erzbistums Berlin bringen.[54]

Seitens der Salesianer wird außerdem ein Missbrauchsvorwurf gegen einen Pater Ende der 1960er Jahre für glaubwürdig gehalten. Der Pater lebt heute dement in einem Pflegeheim.[54]

Nicht um sexuellen Missbrauch handelte es sich in einem Fall in Berlin-Steglitz, der im März 2011 von der Berliner Presse aufgegriffen wurde, nachdem ein beschuldigter Priester durch den damaligen Diözesanadministrator, Weihbischof Matthias Heinrich, zunächst suspendiert worden war.[70] Als Ergebnis eines Untersuchungsverfahrens stellte das Erzbistum im Juni 2012 jedoch fest, dass „weder nach weltlichem noch nach kirchlichem Recht eine Straftat vorgelegen hat.“[71]
Bistum Dresden-Meißen

Im Bistum Dresden-Meißen waren im Februar 2011 sechs Missbrauchsopfer bekannt. Ein Seelsorger in Heidenau hatte sich 1970 an zwei Kindern vergangen. Ein Mädchen wurde vor 25 Jahren in Riesa von einem Kaplan missbraucht. In diesem Fall lief noch das kirchenrechtliche Verfahren bei der Kurie in Rom. Ein weiterer Fall in Panschwitz-Kuckau wurde aus Beweismangel eingestellt.[72]
Bistum Eichstätt

In Ansbach wurde ein Priester bekannt, der 1971 als studentische Hilfskraft im Internat der Regensburger Domspatzen einen Minderjährigen sexuell missbraucht haben soll.[53]

In Plankstetten soll es in den 1960er Jahren nach Angaben eines Zeugen im Internat des Benediktinerklosters zu Übergriffen gekommen sein.[73]

Ein ehemaliger Schüler soll in den 1970er Jahren im Kolpinghaus Ingolstadt von einem Mitarbeiter missbraucht worden sein. Ebenso soll es im Ingolstädter Canisiuskonvikt und im Eichstätter Studienseminar zu Übergriffen gekommen sein.[73]
Bistum Erfurt

2010 zeigte das Bistum Erfurt einen Priester an, der von 2004 bis 2006 im Jugendgefängnis Ichtershausen eingesetzt worden war und dem sexuelle Nötigung vorgeworfen wurde. Er räumte Übergriffe auf Minderjährige für den Zeitraum von 1980 bis 1996 ein. Zuletzt arbeitete der Priester in einem Seniorenheim im Bistum Würzburg.[74]

Bekannt wurde auch der Fall eines Priesters aus dem Bistum Fulda, der von 1997 bis 2004 nach Weimar strafversetzt wurde und dort im Jahre 2000 ein Mädchen in der Sakristei sexuell belästigt haben soll.[75]

Insgesamt wurden dem Bistum Erfurt im Jahr 2010 acht Verdachtsfälle gegen kirchliche Mitarbeiter angezeigt. Fünf glaubhafte Fälle betrafen verstorbene Geistliche. Drei Fälle ereigneten sich im Zweiten Weltkrieg und in der Nachkriegszeit, zwei in den 1960er und 1970er Jahren. Drei Anzeigen richteten sich gegen noch lebende Geistliche und wurden an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Zwei Verfahren sind bereits eingestellt.[76]

Im Bistum Erfurt geriet Bischof Joachim Wanke in die Kritik, da sich herausstellte, dass das Bistum in der Vergangenheit versucht hatte, den Fall des Priesters Ernst W. intern zu regeln. Bischof Wanke räumte dazu in einem Hirtenbrief ein, dass Fehler gemacht und falsche Entscheidungen getroffen worden waren. Im Jahre 2011 ermittelte die Staatsanwaltschaft noch in drei Fällen.[77]
Bistum Essen

2010 meldeten sich im Bistum Essen über ein Dutzend möglicher Opfer.[53] Weiterhin wurde ein tatverdächtiger 79 Jahre alter Priester beurlaubt.[75][78]

Vorwürfe richteten sich auch gegen das Essener Franz Sales Haus, in dem man 1.500 Menschen mit Behinderung betreut. Dort sollen in den 1960er Jahren Schutzbefohlene sexuell missbraucht worden sein.[79] Zugleich wurden auch sadistische Taten berichtet.[80]

Ein Missbrauchsfall wurde durch den Anruf eines Opfers beim Online-Portal Der Westen bekannt. Dabei wurde ein Priester belastet, der bereits 1963 zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt wurde. Dieser hatte an den Bochumer Realschulen Jacob-Mayer und Annette-von-Droste-Hülshoff gearbeitet.[81]

Ein früherer Domkapitular des Bistums Essen wurde 2010 wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt. Er hatte einem 16-Jährigen Geld für Sex gezahlt. Der Vorfall soll 2009 geschehen sein. Der Domkapitular erhielt 14.000 Euro Geldstrafe.[82]
Erzbistum Freiburg

Im Juli 2010 sprach das Erzbistum Freiburg von Hinweisen und Missbrauchsvorwürfe gegen 44 Priester, Ordensleute und kirchliche Mitarbeiter aus den Jahren 1950 bis 2000: 36 Diözesanpriester, vier Ordenspriester, zwei Ordensbrüder, zwei Erzieher im Dienst der Erzdiözese. Von den beschuldigten 36 Diözesanpriestern seien 16 gestorben, 12 im Ruhestand, 4 beurlaubt. In 10 Fällen sei die Staatsanwaltschaft eingeschaltet worden.[83]

Lehrer des Berliner Canisius-Kollegs haben auch im Kolleg St. Blasien im Schwarzwald Übergriffe begangen.[46]

Ein Pfarrer in Oberharmersbach hat vermutlich mindestens 17 Minderjährige missbraucht. Er wurde 1991 lediglich in den Ruhestand versetzt, die Staatsanwaltschaft wurde nicht eingeschaltet. Der Täter nahm sich 1995 das Leben.[53][83]

Das Erzbistum Freiburg beurlaubte im April 2010 einen Seelsorger, dem sexueller Missbrauch vorgeworfen wird.[84] Nach Angabe der Erzdiözese ermittelt die Staatsanwaltschaft in Irland gegen den Pfarrvikar. Auch die Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen hat daraufhin Ermittlungen aufgenommen. Als Mitglied des Ordens der Legionäre Christi[85] war der in Manila (Philippinen) geborene Ordensmann in Irland, Schottland und England in der Betreuung von Jugendlichen tätig, bevor er in Mexiko, Brasilien, Venezuela und Peru missionierte. 1995 wurde er von Erzbischof Oskar Saier in den Dienst des Erzbistums aufgenommen und war als Diakon und Priester in Achern, Freiburg, Karlsruhe, Offenburg und Tiengen-Lauchringen tätig.[86] Das Verfahren der Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen wurde im Sommer 2011 eingestellt.[87]

Der bis Oktober 2010 zuständige Missbrauchsbeauftragte der Erzdiözese Freiburg, Domkapitular Eugen Maier, zog im Oktober 2010 eine Bilanz seiner bisherigen Arbeit. Maier betreute seit 2002 den Aufbau entsprechender Strukturen in der Erzdiözese. Als Konsequenz aus den 2010 bekannt gewordenen Fällen hatte das Erzbistum beschlossen, den Missbrauchsbeauftragten in Zukunft organisatorisch anders auszugestalten. So soll er in Zukunft nicht mehr zur Leitungsebene des Bistums gehören und idealerweise eine externe Person sein, um größere Unabhängigkeit herzustellen. Hinsichtlich der Missbrauchsfälle führte Maier aus, dass für den Zeitraum von 1950 bis 2010 bisher 110 Anzeigen vorlägen. Bis 2010 waren ausschließlich Priester die Beschuldigten, seitdem habe sich das Verhältnis in Richtung beschuldigter pastoraler Mitarbeiter etwas ausgeglichen. Bis auf eine Ausnahme waren alle Täter männlich. Zwar gab es viele Meldungen von Opfern außerhalb der Zuständigkeit der Erzdiözese, die aber dennoch erstmal aufgenommen wurden. Zudem lagen 30 Anzeigen über Heime vor. Hier ging es vor allem um entwürdigende pädagogische Praktiken. Die Grenzen zwischen Misshandlung und sexuellem Missbrauch waren dabei sehr fließend und es wurde eine größere Anzahl von Frauen als Täter benannt. Die meisten Opfer waren zwischen 12 und 17 Jahren alt. Die Täter wurden vor allem als „regressiver Typ“ beschrieben, der zur Sicherung des eigenen Machtbewusstseins agierte. Um seine Arbeit bewältigen zu können, arbeitete das Ordinariat mit den Opferhilfevereinen Wildwasser und Wendepunkt zusammen. Maier unterstrich, das Allerwichtigste sei wahrzunehmen, was die Opfer erlebt haben und wie es ihnen heute gehe. Es gehe dabei nicht um Dinge aus der Vergangenheit, sondern um aktuelle Not.[88] Domkapitular Eugen Maier nahm die Aufgabe des Missbrauchsbeauftragten von 2002 bis Dezember 2010 wahr; seine Nachfolgerin ist die Rechtsanwältin Angelika Musella.[89]

2011 wurde das Erzbistum Freiburg von der Therapeutin eines Missbrauchsopfers beschuldigt, dessen Daten an den Täter weitergegeben zu haben. Das in Rede stehende Opfer wurde von Karl W. missbraucht, einem Priester, der seit 1965 in Vimbuch, später in Weitenung und schließlich ab 1990 in Löffingen tätig war. Er wurde wegen Missbrauchs von acht Minderjährigen zu einer Haftstrafe verurteilt und vom Erzbistum in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Als W. im Dezember 2010 im Altersheim den Missbrauch von Jugendlichen in seiner Zeit als Pfarrer gestand, wurde der Fall vom Bistum öffentlich gemacht und weitere Opfer gebeten, sich zu melden. W. soll im Rahmen der Haftbarmachung durch das Erzbistum für die Entschädigung und Therapie eines Opfers dessen Adresse erhalten und es daraufhin kontaktiert haben.[90] Das Bistum räumte den Vorgang ein und sprach von einem Einzelfall.[91]
Bistum Fulda

Sechs Fälle soll es im Bistum Fulda geben. Details waren 2010 noch nicht bekannt, aber das Bistum entschuldigte sich für einen 1995 verurteilten Täter aus Großenlüder, dessen Fall bereits 1990 bekannt wurde, der aber lediglich versetzt worden war.[53]

Das frühere Franziskaner-Internat in Großkrotzenburg bei Hanau war in Zusammenhang mit den Missbrauchsfällen genannt worden, wurde jedoch in der weiteren Berichterstattung nicht mehr erwähnt.[92]

Ein Schulpfarrer in Fritzlar wurde angeklagt, sechs Jugendliche in bis zu 164 Fällen sexuell missbraucht zu haben. Am 25. November 2010 wurde er vom Kasseler Landgericht wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in 155 Fällen zu sieben Jahren Haft verurteilt. Die Kirche entließ ihn aus dem Priesterstand; auch dem Prämonstratenserorden gehört er nicht mehr an.[93]. Die Fritzlarer Niederlassung des Ordens war bereits zum 1. Juli 2010 aufgehoben worden.[94][95][96]

Die Missbrauchsbeauftragte Anne Schmitz sprach im März 2010 von zwei Opfern an der Stiftsschule St. Johann in Amöneburg (Landkreis Marburg-Biedenkopf). Die Vorfälle sollen in den 1970er Jahren stattgefunden haben. Insgesamt verdächtigte das Bistum Fulda drei kirchliche Mitarbeiter.[73] Bis April 2011 wurde das Verfahren bei der Staatsanwaltschaft wegen Verjährung eingestellt.[97][98]

Im März 2011 zeigte sich ein Pfarrer selbst an. Der Missbrauch soll bereits in den 1990er Jahren stattgefunden haben. Betroffen von den Vorwürfen ist der Deutsche Orden.[99] Der Betroffene wurde von seinen Aufgaben als Seelsorger im hessischen Marburg-Schröck entbunden. Von 1997 bis 2009 war der Pater im Bistum Würzburg tätig.[100]

Im Bistum Fulda wurden seit 2010 nach eigenen Angaben insgesamt Vorwürfe gegen acht noch lebende Priester erhoben. In vier Fällen wurden die Beschuldigten strafrechtlich belangt, in drei Fällen war die Straftaten bereits verjährt, ein Fall wurde an die Staatsanwaltschaft Würzburg überwiesen. Sieben weitere Priester wurden beschuldigt, waren aber bereits verstorben. Die Staatsanwaltschaft Hanau hatte elf Fälle festgestellt. In keinem kam es zu einer Verurteilung. Die Staatsanwaltschaft Marburg eröffnete fünf Verfahren, von denen vier wieder eingestellt wurden. Bei der Staatsanwaltschaft Kassel waren fünf Fälle bekannt geworden. Zwei bezogen sich auf die Vorgänge in Fritzlar, ein anderer endete mit einem Strafbefehl wegen Besitzes von Kinderpornographie.[97]
Bistum Görlitz

Das Bistum Görlitz gab 2010 an, keine Fälle von Missbrauch zu kennen.
Erzbistum Hamburg

Im Erzbistum Hamburg bestanden Vorwürfe gegen zwei Tatverdächtige, gegen die die Staatsanwaltschaft ermittelte. Insgesamt haben sich vier Opfer an der Sankt-Ansgar-Schule gemeldet.[53]

Im Kinderhaus St. Josef in Bad Oldesloe soll ein Kaplan in den 1960er Jahren zwei Jungen missbraucht haben.[101]

Im Schullandheim Neu-Börnsen (Kreis Herzogtum Lauenburg) soll ein Priester Anfang der 1950er Jahre eine Frau belästigt haben.[101]
Bistum Hildesheim

2010 bestanden im Bistum Hildesheim Vorwürfe gegen vier Geistliche. Zwei von ihnen entstammten dem Berliner Canisius-Kolleg; darüber hinaus waren ein Pfarrer im Ruhestand und ein Priester aus Wolfsburg betroffen. Zudem wurden bereits verstorbene Geistliche belastet. Insgesamt geht man von über einem Dutzend Opfern aus.[53] Einer der beschuldigten Patres des Berliner Canisius-Kollegs war von 1982 bis 2003 als Seelsorger im Bistum Hildesheim tätig.[102]

Im Juni 2011 wurde der Pfarrer der Gemeinde St. Joseph in Salzgitter festgenommen.[103] Er gestand, in den Jahren 2004 bis 2007 in Braunschweig und Salzgitter drei damals 9 bis 15 Jahre alte Jungen missbraucht zu haben. Bereits 2006 hatte es erste Beschwerden über den Pfarrer gegeben. Ein Ermittlungsverfahren wurde nach kurzer Zeit eingestellt; das Bistum untersagte dem Priester aber den direkten Kontakt zu und die Beschenkung von Kindern. Neuerliche Beschwerden im Jahre 2010 führten dazu, dass das Bistum seine Anweisung erneuerte und mit Beurlaubung drohte.[104] Im Juli 2011 gab es einen tätlichen Übergriff gegen den Pfarrer im Gefängnis.[105] Im Januar 2012 verurteilte das Landgericht Braunschweig den Pfarrer wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in 36 und schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in 214 Fällen zu einer sechsjährigen Freiheitsstrafe.[106] Im März 2013 wurde der Mann auf eigenen Wunsch aus dem Klerikerstand entlassen.[107]
Erzbistum Köln

Infolge der Berichte über das Berliner Canisius-Kolleg wurden auch Missbrauchsfälle am ebenfalls von den Jesuiten geleiteten Aloisiuskolleg in Bonn bekannt.[46] Bis März 2010 waren hier ca. 30 Opfer bekannt.[73] Um eine lückenlose Aufklärung zu ermöglichen, trat am 8. Februar 2010 der Rektor Pater Theo Schneider zurück.[102] In Reaktion auf die Missbrauchsfälle wurde eine eigene Webseite eingerichtet.[108] Am 10. Dezember 2010 stellte die Schule ein umfassendes Präventionskonzept[109] zur Verhinderung zukünftiger Missbrauchsfälle vor.[110][111] Das Aloisiuskolleg veröffentlichte Ende Oktober 2010 einen ersten Zwischenbericht, worin die Grenzverletzungen gegenüber Schülern durch dortige Mitarbeiter von 1950 bis 2008 dokumentiert werden.[109]

Am 15. Februar 2011 wurde schließlich der Abschlussbericht über die am Aloisiuskolleg geschehenen Missbrauchsfälle veröffentlicht. Insgesamt lagen für den Bericht, der den Zeitraum von 1950 bis 2010 umfasste, Angaben von 175 Personen über Grenzverletzungen vor. 58 Personen berichteten, selbst Grenzverletzungen erlebt zu haben. Belastet wurden insgesamt 23 Personen (18 Ordensmitglieder und 5 weltliche Mitarbeiter). Die Mehrzahl (14 Ordensmitglieder und 3 weltliche Mitarbeiter) war in den 1950er und 1960er Jahren am Aloisiuskolleg tätig. 31 von 58 Berichten betreffen einen Pater, der von 1968 bis 2008 am Aloisiuskolleg lebte und arbeitete. Hinweise auf vorsätzliche Vertuschung fanden sich nur in einem Fall Anfang der 1960er Jahre. Der Bericht konnte daher den Vorwurf einer systematischen Vertuschung der Fälle nicht bestätigen. Stattdessen wurde vor allem kritisiert, dass in der Regel gar nicht erst hingesehen wurde. So wurde Hinweisen nicht nachgegangen, sahen sich Verantwortliche als nicht zuständig an oder betrachteten die Vorkommnisse durchweg als Einzelfälle. Der Abschlussbericht identifizierte dazu mehrere strukturelle Risikofaktoren, die das beschriebene Verhalten begünstigt hätten. Benannt wurden zum einen Mängel in den Organisationsabläufen wie das Fehlen eines Kommunikations- und Dokumentationssystems, aber auch das frühere Werte- und Normensystem des Jesuitenordens, das durch mangelnde Transparenz und Kontrolle sowie Abschottungstendenzen Machtmissbrauch mit ermöglicht habe.[112] Der Bericht wurde von einzelnen Missbrauchsopfern dahingehend kritisiert, dass nicht alle berichteten Vorfälle in diesen aufgenommen worden wären.[113]

Die Bonner Staatsanwaltschaft ermittelte 2010 außerdem gegen den Hausmeister einer Pfarrgemeinde. Der Mann wurde vom Dienst suspendiert und hat Hausverbot. Zur selben Zeit ermittelte auch die Staatsanwaltschaft Aachen gegen einen verdächtigen Priester, der zu der Zeit in einem Pflegeheim lebte.[53]

Am 18. Februar 2010 machten die Pallottiner Fälle sexuellen Missbrauchs in dem früheren, 1967 geschlossenen Konvikt Sankt Albert in Rheinbach bei Bonn bekannt, wonach 2008 ein ehemaliger Schüler angegeben hatte, er und zwei weitere Jungen seien Anfang der 1960er Jahre von einem Pater missbraucht worden. Der beschuldigte Pater sei in den 1960er Jahren aus dem Orden ausgeschieden.[114] Zu den Betroffenen in Rheinbach zählt Wolfgang Niedecken.[115]

Im Februar 2011 suspendierte das Erzbistum Köln einen Gemeindepfarrer im oberbergischen Morsbach. Der Pfarrer hatte dem Erzbistum gegenüber verheimlicht, dass er 2010 eine Bewährungsstrafe wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes vor 20 Jahren erhalten hatte. Das Erzbistum erfuhr von dem Fall erst durch die Anwältin des Opfers. Die Angelegenheit wurde an die Kurie zur Prüfung weiterer kirchenrechtlicher Konsequenzen überstellt.[116][117]

Im Erzbistum Köln soll es nach Aussagen des Bistums nach Abarbeitung aller Hinweise vier Fälle geben, in denen die Opfer noch leben; einer der Täter, ein Priester, hat seine Täterschaft zugegeben.[51]

Vom Missbrauchsbeauftragten des Ordens der Redemptoristen, Herrn Merzbach, vorsitzender Richter am Amtsgericht Leverkusen, werden in seinen Zwischenberichten mehrere Missbrauchsfälle am Collegium Josephinum in Bonn in den 50er und 60er Jahren berichtet. Das Collegium Josephinum war ein Internat der Redemptoristen in Bonn, das bis 1984 bestand und heute als reine Privatschule in der Trägerschaft der Redemptoristen geführt wird. Die Zwischenberichte sind abrufbar auf der Homepage des Vereins „Missbrauchsopfer Collegium Josephinum Bonn und Redemptoristen“ e.V.: [7]

Der Spiegel kritisierte im Mai 2012, dass am Collegium Josephinum in Bonn ein Pater ein Präventionskonzept gegen sexuellen Missbrauch erarbeiten sollte, der in der Vergangenheit mit fragwürdigen Zäpfchenpraktiken gegenüber Jugendlichen aufgefallen war.[118] Im November 2013 berichtet die Osnabrücker Zeitung über einen Pädagogen im Ruhestand, der nach 55 Jahren eine Klage gegen 4 ehemalige Patres der Redemptoristen anstrebt.[119]
Bistum Limburg

2010 waren im Bistum Limburg mindestens zehn erhärtete Verdachtsfälle bekannt. Die Fälle lagen größtenteils in den 1950er bis 1970er Jahren; mutmaßliche Täter waren kirchliche Mitarbeiter und Priester. In den 1990er Jahren soll ein Priester im Westerwald einen Jungen missbraucht haben; wegen Verjährung stellte die Staatsanwaltschaft ein Verfahren gegen ihn ein. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelte gegen einen ehemaligen (entlassenen) Kirchenmitarbeiter.[53][73]

In den 1950er und 1960er Jahren verübten laut Presseberichten im Kinderheim Vincenzhaus Hofheim (in Hofheim) der Frankfurter Caritas ehemalige Erzieher Misshandlungen und sexuelle Übergriffe an Kindern. Drei Opfer sind bekannt.[73]

Bis April 2011 wollte sich das Bistum nicht detailliert zu Missbrauchsfällen äußern. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main hat von zehn Anzeigen drei abgegeben und die übrigen sieben wieder eingestellt. Bei der Staatsanwaltschaft Wiesbaden wurde wegen Verjährung ein Verfahren gegen einen Priester eingestellt.[97]

Bis Mitte 2011 wurden beim Bistum Limburg fünf Entschädigungsanträge wegen sexuellen Missbrauchs durch Angehörige des Bistums gestellt.[120]

Der Heimleiter des Sankt Vincenzstifts Aulhausen beging im September 1970 Suizid; ein interner Ermittlungsbericht (2010) spricht von übereinstimmenden Aussagen über vollzogene oder versuchte Vergewaltigung sogar während der Beichtsituation; es gebe „keine Zweifel an den Missbrauchshandlungen“ des Heimleiters.[121]

Nachfolger dieses Heimleiters wurde Franz Kaspar (später – von 2008 bis 2013/14 Generalvikar des Bistums).

Im April 2014 wurde bekannt, dass die Offenlegung eines Missbrauchsfalls aus den 1960er und 1970er Jahren verhinderte, der während seiner Zeit als Heimleiter des Sankt Vincenzstifts Aulhausen geschehen war.[122] Kaspar verbreitete am 8. April 2014 eine Erklärung; der Missbrauch tue ihm „unendlich leid“; dafür bitte er um Entschuldigung. Es sei Unrecht geschehen. Kaspar ging nicht auf Vorwürfe ein, er habe von Missbrauch gewusst und dazu geschwiegen.[123]

Zuvor hatte Kaspar ein Strafverfahren wegen übler Nachrede gegen ein Opfer betrieben, das 1981 ein Buch veröffentlicht hatte; gegen die Verbreitung des Buches hatte Kaspar eine einstweilige Verfügung erwirkt. Das Strafverfahren endete in einem Vergleich.[122] Das Buch erschien im September 2012.[124][125] Am 3. April 2014 stellte das Stift Ergebnisse einer Telefonhotline vor.[126]
Bistum Magdeburg

Im April 2012 wurde ein Pfarrer des Bistums aufgrund des Besitzes kinderpornografischer Schriften angeklagt. Vorher war der Geistliche in der Pfarrei Edith Stein in Wolfen-Zörbig tätig. Er wurde bereits November 2011 beurlaubt.[127] Er wurde wegen des Besitzes von mehr als 4000 kinderpornografischen Fotos zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt.[128]
Bistum Mainz

1981 schrieb ein Bewohner des Knabenkonvikts in Bensheim einen Brief an den damaligen Bischof Hermann Volk. Er berichtete dabei von Missbrauch an ihm und weiteren Mitschülern, worauf der Domdekan die Opfer zu einem Gespräch einlud, das jedoch nicht zustande kam. Der Konvent war 1981 schon geschlossen worden. Der Brief wurde 2010 wiederentdeckt. Für Berichte über Vorwürfe, die schon in den 1970ern erhoben worden waren, ließen sich keine schriftlichen Belege finden. Das Bistum rief Opfer auf, sich beim Missbrauchsbeauftragten zu melden.[129] Daraufhin erhoben 15 ehemalige Schüler Vorwürfe von Misshandlung und Missbrauch.[102] Sie betrafen insbesonderes einen Sozialarbeiter, der von 1973 bis 1979 das Internat leitete.[53]

Anfang 2010 wurden Vorwürfe gegen einen Pfarrer im Altkreis Lauterbach, Dekanat Alsfeld, erhoben. Die Vorwürfe bezogen sich auf die Jahre 1991 und 1992.[130] Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen Ende 2010 wegen Verjährung ein. Ein Opfer berichtete anonym in einem Zeitungsartikel.[131] Im Februar 2011 teilte der Justiziar des Bistums Mainz, Michael Ling, bei einer Gemeindeversammlung in Grebenhain mit, dass gegen den Vogelsberger Priester, der in den 80er-Jahren eine nicht genau bekannte Zahl von Jungen missbraucht haben soll, ein kirchliches Strafverfahren eingeleitet worden sei.[132] Im März 2011 verstarb der beschuldigte Priester nach jahrelanger Pflege im Bruder-Konrad-Stift, dem katholischen Alten- und Pflegeheim der Marienschwestern in Mainz. Im Nachruf von Weihbischof Werner Guballa hieß es: „In den letzten Jahren wurden schwere Missbrauchsvorwürfe gegen Pfarrer […] erhoben. Die Fakten, die dann im Laufe der Ermittlungen zutage traten, haben uns zutiefst erschüttert und beschämt.“[133] Einem Artikel des Kreis-Anzeigers vom 19. März 2011 zufolge soll der Pfarrer die Taten systematisch geplant und den Missbrauch auch in Räumen der Gemeinde durchgeführt haben.[134]

Die Bearbeitung des Vorganges durch das Bistum löste in der Pfarrgemeinde Grebenhain vielfachen Unmut aus. Zum einen fühlte man sich vom Generalvikariat alleine gelassen, zum andern empfand man die Darstellung der Sachverhalte durch den Justiziar des Bistums als unangemessen.[135]

2010 wurden auch Vorwürfe gegen einen Priester des Bistums bekannt, der auch Mitglied des Schönstatt-Instituts in Simmern bei Koblenz ist. Der Priester war zu dem Zeitpunkt in Washington, D.C. und wurde verdächtigt, in den 80er- und 90er-Jahren sexuelle Beziehungen zu weiblichen Jugendlichen und jungen Frauen unterhalten zu haben. Unter den mutmaßlichen Opfern befand sich jedoch kein Missbrauchsfall mit einer Unter-14-Jährigen. Die Vorfälle waren bereits 2004 durch ein Opfer bekannt geworden, allerdings wurde damals nicht das Bistum verständigt. Das Schönstatt-Institut bat stattdessen lediglich um Versetzung des Mannes.[136]

Bei der Staatsanwaltschaft Gießen war im April 2011 noch ein Verfahren gegen einen 84-jährigen Priester anhängig, der in den 1990er Jahren ein Opfer sexuell missbraucht haben soll.[97]

Bis Juni 2011 wurden beim Bistum Mainz 13 Anträge auf Entschädigung wegen sexuellen Missbrauchs durch Angehörige des Bistums gestellt.[120]
Erzbistum München und Freising

Der Fall Hullermann

Im März 2010 berichtete die New York Times[137] von einem wegen Kindesmissbrauchs vorbelasteten Pfarrer namens Peter Hullermann, nachdem sich Eltern in Essen über den Pfarrer beschwert hatten. Nach seiner Versetzung Anfang der 1980er Jahre war er in psychiatrischer Behandlung. Obwohl der Psychiater das Erzbistum München und Freising unter Leitung von Bischof Joseph Ratzinger eindringlich davor gewarnt hatte, den Priester wieder mit Kindern arbeiten zu lassen, wurde ihm erneut Kontakt zu Kindern ermöglicht.[137] Fünf Jahre später, 1986, wurde er wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern zu 18 Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung und 4000 Mark Geldstrafe verurteilt.[138]

Daraufhin erfolgte erneut eine Versetzung und er konnte 21 Jahre lang weiter mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Gespräche von Eltern, die sich wegen des Küssens von Kindern besorgt zeigten, seien von Mitgliedern des Pfarrgemeinderats in Garching abgeblockt worden. Im September 2008, nachdem ein Missbrauchsopfer ihn aufgespürt hatte, wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Auf Anweisung von Erzbischof Reinhard Marx wurde im selben Jahr ein forensisch-psychiatrisches Gutachten erstellt und Hullermann in der Folge strikt untersagt, Kinder-, Jugend- und Ministrantenarbeit auszuüben. Außerdem wurde er in die Tourismusseelsorge nach Bad Tölz versetzt.[139] Die Dienstanweisungen wurden Hullermann jedoch nicht schriftlich mitgeteilt. In den Akten fand sich lediglich ein Personalvermerk, und so konnte er weiterhin in Vertretung Jugendgottesdienste übernehmen.[140]

Hullermann hatte insgesamt einen sehr guten Ruf in Garching an der Alz. Über den Informationsfluss zwischen den Gemeinden und kirchlichen Stellen gibt es widersprüchliche Aussagen: laut Aussage eines ehemaligen Vorsitzenden hatte der Pfarrgemeinderat Garching keine Information über Hullermanns Vergangenheit; laut Aussage eines ehemaligen Einwohners von Garching waren Hullermanns Neigungen kein Geheimnis (er berichtete von Schmierereien, die darauf anspielten).[141] Das Erzbistum widersprach Darstellungen aus Bad Tölz, dort habe niemand Bescheid gewusst; vielmehr sei der Pfarrverband vor Ort über Hullermanns Neigungen informiert worden.[142]

Aufgrund von Recherchen der Süddeutschen Zeitung suspendierte das Erzbistum München und Freising Anfang März 2010 den Pfarrer.[141][143] Der Seelsorgereferent des Bistums, Prälat Josef Obermaier, trat zurück.[144] Gerhard Gruber (* 1928), von 1968 bis 1990 Generalvikar der Erzdiözese München und Freising, übernahm die volle Verantwortung.[145]

Ettal

Mitte Februar 2010 wurden erste Vorwürfe gegen das Internat des Benediktinergymnasiums Ettal im oberbayerischen Kloster Ettal laut. Sie betrafen Fälle, die zeitlich unter Meldepflicht standen. Das zuständige Erzbistum München und Freising bat Abt Barnabas Bögle, die Verantwortung zu übernehmen und zurückzutreten, was dieser auch sofort tat.[146] Wenige Tage später trat auch der Schulleiter zurück.[147] Am 2. März 2010 ließ die Staatsanwaltschaft München II im Einvernehmen mit den Patres des Klosters Ettal erstmals ein Kloster durchsuchen, nachdem 20 mutmaßliche Opfer von sexuellen Übergriffen oder körperlicher Züchtigung berichtet hatten und Verdachtsfälle aus den Jahren 2003 bis 2005 nicht ordnungsgemäß gemeldet worden waren.[148] Am 14. März 2010 schrieb der Berater der Deutschen Bischofskonferenz in Fragen des Missbrauchs, Manfred Lütz, in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, dass das Erzbistum Abt und Schulleiter zu Unrecht zum Rücktritt gedrängt habe, da für den konkreten Fall sogar ohne Vorliegen eines Missbrauchsvorwurfes ein Gutachten von Friedemann Pfäfflin eingefordert wurde, das keine Diagnose auf Pädophilie erbrachte.[149] Am 12. April 2010 wurde ein Bericht vorgelegt, der über Gewalt, Missbrauch und Sadismus berichtet. Insgesamt sollen sich rund 15 Mönche an über 100 Schülern vergangen haben.[150] Am 11. Juli 2010 wurde Bögle durch den Konvent wiedergewählt.

Im Januar 2011 erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen Ordensangehörigen.[151]

Im Februar 2011 kam es aufgrund des Umgangs mit den 2010 bekannten Missbrauchsvorwürfen gegenüber dem Kloster Ettal zu schweren Vorwürfen zwischen dem Kloster Ettal und dem Erzbistum München und Freising. Die Tageszeitung Die Welt warf Kardinal Reinhard Marx und der Erzdiözese vor, Missbrauchsfälle aus taktischen Gründen bewusst drei Monate zurückgehalten zu haben. Die Erzdiözese wies diese Vorwürfe zurück und erklärte, dass sich die Verzögerung im konkreten Fall dadurch ergeben habe, dass das Opfer anfänglich nicht bereit gewesen sei, an die Öffentlichkeit zu gehen. Darauf habe das Erzbistum während der in Rede stehenden Zeit erfolgreich hingewirkt.[152] Gegen die Behauptung der Zeitung Die Welt erwirkte das Erzbistum München und Freising beim Landgericht Hamburg eine einstweilige Verfügung.[153]

Der neue Sonderermittler Hans-Joachim Jentsch bestätigte am 17. Februar 2011 im Wesentlichen den Bericht seines Vorgängers.[154] Das Kloster Ettal richtete einen Entschädigungsfonds von 700.000 Euro für 70 Betroffene ein. Die Betroffenen erhielten im Schnitt 10.000 Euro. Missbrauchsopfer lobten vor allem den nach persönlichen Gesprächen erfolgten Gesinnungswandel der Klosterleitung. Insbesondere das unbürokratische Vorgehen sei vorbildlich für die gesamte Kirche.[155]

Das IPP München hat von Mai 2011 bis Februar 2013 eine Studie erstellt („Sexueller Missbrauch, psychische und körperliche Gewalt im Internat der Benediktinerabtei Ettal. Individuelle Folgen und organisatorisch-strukturelle Hintergründe“). Die 163seitige Studie wurde im März veröffentlicht und online gestellt.[156][157]

Die strafrechtliche Aufarbeitung von 21 Fällen zwischen 2001 und 2005 dauerte bis zum 11. März 2015 und endete mit der Verurteilung des damaligen Internatspräfekten zu einer Bewährungsstrafe von 22 Monaten, ausgesetzt für vier Jahre. Das Landgericht München II untersagte dem Täter den weiteren beruflichen Umgang mit Kindern und Jugendlichen und erlegte ihm eine ambulante Sexualtherapie auf.[158]

Schäftlarn

2010 wurden Fälle des sexuellen Missbrauchs am Internat des Gymnasiums der Benediktinerabtei Kloster Schäftlarn[159][160] bekannt. Bereits 1991 gab es am Kloster Vorfälle.[161](Zitat: „Im Benediktinerkloster Schäftlarn bei München vergewaltigen zwei Patres mehrere Jungen auf brutalste Weise. Einer der Zöglinge verbringt Monate in psychiatrischer Behandlung. Nachdem die Mönche ihre Gefängnisstrafen abgesessen haben, werden sie wieder ins Kloster aufgenommen.“)[162]

Weitere Fälle

Weitere Tatverdächtige wurden aus der Erzabtei St. Ottilien bekannt.[53]

Aufarbeitung nach Personalakten

Ein Gutachten der Anwaltskanzlei Westphal, Spilker und Wastl erwähnt bei einer Durchsicht von 13.200 Personalakten im Erzbistum München und Freising von 1945 bis 2009 etwa 365 Hinweise auf sexuellen Missbrauch. Insgesamt sind 159 Priester auffällig geworden, 26 Priester wurden verurteilt. Bei 17 weiteren Priestern gelten Sexualdelikte als nachgewiesen. Körperliche Misshandlungen konnten in 36 Fällen nachgewiesen werden. Weiterhin wurden 15 Diakone, sechs Gemeinde-/Pastoralreferenten, mehrere Seelsorgehelfer und Jugendpfleger sowie 96 Religionslehrer im Kirchendienst auffällig.[163] Anwältin Westphal geht von einer erheblichen Dunkelziffer aus, da Akten in erheblichem Umfang vernichtet wurden und Aktenbestände außerhalb des Ordinariats in Privatwohnungen lagerten und somit einem manipulativen Zugriff ausgeliefert waren.[163]

In den Akten stellte die Kanzlei einen sehr euphemistischen Sprachgebrauch bei der Beschreibung von Sexualdelikten fest. Neue Informationen zum Fall Hullermann konnte sie nicht finden. Insgesamt bescheinigte sie dem aktuellen Bischof Reinhard Marx und dem derzeitigen Generalkvikar einen „unbedingten Aufklärungswillen“; die Generalvikare der 1960er und 1970er dagegen hätten vor allem Skandalvermeidung bezweckt. Negativ hervor trat hier insbesondere der frühere Personalreferent Friedrich Fahr, der Anfang der 1980er auch Peter Hullermann nach München holte. Fahr hatte bis zu seinem Tode Aktenbestände in seiner Wohnung aufbewahrt. Westphal betonte, dass für einen korrekten Umgang mit den Missbrauchsfällen die Generalvikare wichtiger seien als die Bischöfe.[164][165] Bischof Marx erklärte bei Vorstellung des Gutachtens: „Wir bitten als Kirche um Vergebung für das, was Mitarbeiter der Kirche getan haben“. Außerdem beschrieb er das Jahr 2010 als Bußjahr der Kirche. Die bekanntgewordenen Missbrauchsfälle hätten einen Schock ausgelöst: „Für mich waren es die sicher schlimmsten Monate meines Lebens. Meine Empfindungen waren Scham, Traurigkeit und Betroffenheit.“[166] Die Studie selbst bleibt unter strengstem Verschluss.[167]
Bistum Münster

Im Bistum Münster wurden 2010 etwa 15 „frühe Fälle“ mit etwa 50 Opfern bekannt. Aus der Zeit von 2002-2010 wurden 13 tatverdächtige Priester ermittelt. Bei fünf Personen wurde der Sachverhalt erhärtet und die Akten an die Staatsanwaltschaft übergeben. Im niedersächsischen Teil des Bistums wurden außerdem sieben noch in der Prüfung befindliche Fälle aus der Zeit von 1930 bis 1980 bekannt.[53]

In der Presse wurde auch über das Collegium Johanneum in Ostbevern berichtet. Bei der „Neuen Westfälischen“ hatte sich ein Opfer gemeldet und berichtete, in den Jahren 1966 bis 1968 von einem Erzieher missbraucht worden zu sein.[73]

Auch in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta gab es Hinweise auf Missbrauchsfälle. Die Fälle lagen in den 1950er und 1960er Jahren und betrafen drei bereits verstorbene Priester und einen Laien.[73]

In Münster-Hiltrup gestand ein Pater den Missbrauch an Internatsschülern des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums.[102]

Im Juni 2010 legte das Bistum Münster eine Zusammenfassung der bisher bekannten Missbrauchsfälle vor. Diese wurden von der 2002 gegründeten Kommission für „Fälle sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Geistliche“ erarbeitet. Danach sind für die Zeit seit 1948 66 Verdachtsfälle gemeldet worden. Insgesamt wurden 106 Missbrauchsopfer registriert. 84 Opfer waren männlich, 22 weiblich. Die meisten Opfer waren zwischen 14 und 17 Jahren alt. Von 56 beschuldigten Klerikern der Verdachtsfälle zwischen 1948 und 2001 sind 27 bereits verstorben. Zu Übergriffen kam es vor allem im Umfeld der Messdienerarbeit, bei Ferienfreizeiten und auch im Pfarrhaus. Von 1948 bis 2009 waren rund 4000 Priester im Bistum Münster eingesetzt, 60 von ihnen (1,5 %) haben sexuelle Übergriffe begangen. Der Kommissionsvorsitzende Döink unterstrich, dass bei allen Verdachtsfällen die Staatsanwaltschaft informiert werde, außer wenn die Opfer ausdrücklich keine Meldung wollen.[168]

Vier Messdiener aus Xanten mussten sich im Dezember 2010 wegen sexuellen Missbrauchs an einem Gleichaltrigen vor Gericht verantworten. Die Übergriffe sollen im Sommerferienlager im schleswig-holsteinischen Meldorf geschehen sein.[169]

Pfarrer Franz N. soll mindestens ein Opfer in seiner Zeit in Delmenhorst missbraucht haben. Der Missbrauch soll in den 1970er Jahren in der Allerheiligen-Gemeinde im Stadtteil Deichhorst geschehen sein. Außerdem sind fünf weitere Opfer aus Münster und Wilhelmshaven bekannt.[170][171][172]
Bistum Osnabrück

In der Internatsschule der Maristenpatres in Meppen soll es Ende der 1960er Jahre zu sexuellen Übergriffen auf Minderjährige durch einen Ordensmann gekommen sein. Ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft wurde wegen Verjährung eingestellt. Nach ersten Vorwürfen 1980 gestand der Mann und verließ den Schuldienst. Auf Wunsch der Eltern der betroffenen Kinder gab es keine Anzeige. Der Geistliche verstarb 2008.[53][73]

Im April 2010 wurden Vorwürfe gegen einen 1943 geborenen Priester bekannt, als Kaplan 1972 oder 1973 in Bremen-Walle einen Jungen und zwischen 1976 und 1983 in Lingen-Laxten zwei Mädchen missbraucht zu haben. Aus späterer Zeit sind keine Missbrauchsvorwürfe bekannt. Der Priester war in den 90er-Jahren Pfarrer einer Gemeinde in Schleswig-Holstein und wurde deshalb Priester des Erzbistums Hamburg, als dieses 1995 neu gebildet wurde. Ebenfalls ab 1995 war der Priester in Albanien tätig. Einen Hinweis auf einen lange zurückliegenden Missbrauch hatte das Erzbistum bereits 2004 erhalten, damals allerdings noch nicht die Staatsanwaltschaft verständigt, was 2010 als Fehler eingestanden wurde.[173] Der Priester wurde in den Ruhestand versetzt.

Ein 1960 geborener Priester wurde im August 2010 von der Staatsanwaltschaft Osnabrück angeklagt, im Mai/Juni 1990 als Kaplan in Haren (Ems) eine 14-jährige Messdienerin vergewaltigt zu haben.[174] Nach der Vergewaltigung soll sich eine drei Jahre dauernde „sexuelle und gewaltbetonte“ Beziehung mit dem Opfer entwickelt haben.[175] Der Priester räumte eine sexuelle Beziehung ein, wies den Vorwurf einer Vergewaltigung jedoch zurück. Das Landgericht Osnabrück beschloss im September 2011, die Anklage nicht zur Hauptverhandlung zuzulassen. Es hieß, die Aussagen der Frau seien zu vage, um eine Gewaltanwendung des Priesters und damit eine Vergewaltigung zu belegen. Eine Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen kam ebenfalls nicht infrage, da eine solche Tat bereits verjährt wäre.[174] Im Mai 2010 bezeichnete eine seinerzeit 23 Jahre alte Frau sich als weiteres Opfer des Priesters. Indes zog sie ihre Vorwürfe im September 2011 zurück.[176] Das Bistum Osnabrück hatte den Priester, der seit 1994 Pfarrer von Spelle und führendes Mitglied der umstrittenen Christusgemeinschaft war, bereits im März 2010 suspendiert.[175][174] 2013 entschied das vom Vatikan beauftragte Offizialat des Bistums Münster, dass der Priester keine Leitungsämter mehr übernehmen darf und nicht mehr in der Kinder- und Jugendseelsorge tätig werden darf. Auch entzog es ihm die Beichtvollmacht. Der Priester soll ein psychologisches Gutachten vorlegen, auf dessen Grundlage die Glaubenskongregation entscheiden will, wo und wie der Geistliche künftig tätig sein kann.[177]

Bis Ende November 2010 waren im Bistum Osnabrück 28 Missbrauchsfälle bekannt.[178]
Erzbistum Paderborn

Nach einer Erklärung des Erzbistums Paderborn bestanden im März 2011 Vorwürfe gegen 40 Priester. 56 Missbrauchsopfer hatten sich gemeldet. 65 % der Hinweise bezogen sich auf den Zeitraum 1960 bis 1980. 22 der beschuldigten Priester sind bereits verstorben. Fünf Beschuldigte waren Ordenspriester. Zwei Priester konnten nicht ermittelt werden. Fünf Fälle waren an die Staatsanwaltschaft übermittelt worden, die jedoch alle Verfahren einstellte.[179]

Der Leiter des Collegium Aloysianum in Werl soll sich an zwei ehemaligen Schülern vergangen haben.[53]

Der sexuelle Missbrauch an der Abtei Königsmünster in Meschede hatte offenbar größere Dimensionen als zunächst bekannt geworden. Die Staatsanwaltschaft Arnsberg geht von 19 Geschädigten aus.[180]

Am 15. Februar 2010 wurden auch im Erzbistum Paderborn mehrere Missbrauchsfälle bekannt. Ein betroffener Priester und Internatsleiter hatte im Juli 2002 mit dem damaligen Paderborner Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt über einen Vorfall aus dem Spätherbst 1980 gesprochen und wurde daraufhin kurzfristig entpflichtet. Die Öffentlichkeit wurde damals nicht informiert und der Priester auch nicht angezeigt, was das Bistum mit dem Wunsch des damaligen Opfers begründete.[181][182] Ein gegen diesen Priester eingeleitetes Ermittlungsverfahren in einem weiteren Fall wurde Anfang April 2010 wegen Verjährung eingestellt.[183]

Der WDR berichtete in seinem Fernsehmagazin Westpol am 24. März 2013, dass junge Patienten im St.-Johannes-Stift in Marsberg offenbar Opfer von Gewalt und sexuellem Missbrauch wurden.[184] Kinder seien tagelang in Isolationszellen eingesperrt, mit Beruhigungsmitteln ruhiggestellt und/oder mit Fäusten oder schweren Gegenständen geschlagen worden. Es gab keine gerichtsverwertbaren Beweise. Anfang der 1970er Jahre erfuhr der damals neue Schulleiter von den Vorwürfen und wandte sich an den damaligen nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Heinz Kühn. Die Misshandlungen, die der Schulleiter auflistete, waren: Kinder seien zur Strafe im Bett die ganze Nacht lang im Bett fixiert oder in eiskaltes Wasser getaucht worden, bis sie fast ertranken.

Obwohl die Staatsanwaltschaft ermittelte, kam es zu keinen Anklagen. Es wird angenommen, dass die Heiminsassen von Pflegern massiv unter Druck gesetzt wurden und darum ihre Aussagen zurückzogen.[185]

Die Generaloberin der Vinzentinerinnen entschuldigte sich.[186][187]
Bistum Passau

Anfang März 2010 wurden Missbrauchsfälle im Studienseminar der Kapuziner in Burghausen öffentlich diskutiert, die 1991 zwar juristisch verfolgt wurden, aber wegen Verjährung ohne Ergebnis blieben. Der verdächtigte Direktor des Studienseminars wurde nach mehreren Versetzungen 2009 von allen priesterlichen Aufgaben entbunden. In Rede standen hierbei mehrere Missbrauchsfälle aus dem Schuljahr 1984/85. Mit dem Fall waren sowohl die zuständigen Bistumsleitungen als auch die römische Kurie befasst. Die Glaubenskongregation hatte demnach verfügt, dass der betroffene Mönch keine Kinder- und Jugendarbeit mehr leisten und auch keine Beichten mehr hören dürfte. Außerdem sollte er sich einer Therapie unterziehen.[188][189]

Laut Süddeutscher Zeitung soll es im Bistum Passau mindestens 40 Fälle sexuellen Missbrauchs geben.[190]
Bistum Regensburg

Im Mai 2003 wurde der Priester Franz K. vor dem Landgericht in Weiden wegen Missbrauchs von zwölf Jungen und Veruntreuung von Kirchengeldern zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Die Anklage sprach von über 40 Fällen. Sexuelle Übergriffe des Franz K. waren bereits 1992 in Nittenau bekannt und im Regensburger Ordinariat gemeldet geworden. Daraufhin versetzt die Diözese ihn erst nach Landshut, wo er abermals straffällig wurde, und zuletzt nach Georgenburg.[191] Nach dem Bekanntwerden der sexuellen Übergriffe durch Franz K. bat der für die damaligen Versetzungen verantwortliche Regensburger Generalvikar Wilhelm Gegenfurtner im August 2002 die Opfer um Vergebung und forderte rückhaltlose Aufklärung und entschiedenes Einschreiten gegen Missstände.[192] Eltern von betroffenen Knaben hingegen protestierten anlässlich des Strafprozesses Anfang 2003 gegen das Totschweigen und die "Verhöhnung der Opfer" durch das Ordinariat.[193]

Der in Viechtach und Riekofen tätig gewesene Priester Peter K. wurde in den Jahren 2000 und 2008 jeweils zu Freiheitsstrafen wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt, im zweiten Fall ohne Bewährung.[35] Hierüber berichtete die Süddeutsche Zeitung über die Verhandlung gegen den Priester: „Einen wegen Missbrauchs vorbestraften Pfarrer wieder in eine Gemeinde zu schicken, sei vergleichbar mit einer Bank, die einen wegen Betrugs Vorbestraften als Kassierer beschäftige, sagte der Vorsitzende Richter.“[194] Gegen die vom Spiegel erhobene Behauptung der Zahlung eines „Schweigegeldes“ klagte das Bistum Regensburg und konnte nach Meinung des Gerichts nachweisen, dass die vertrauliche Behandlung des Falls Peter K. von den Eltern des Opfers gewünscht worden sei. Das Bistum selbst hatte erklärt, keine Bedenken gegen eine ordentliche strafrechtliche Verfolgung des Täters zu haben. Das Landgericht Hamburg untersagte daraufhin dem Spiegel, weiterhin die Zahlung eines „Schweigegeldes“ zu behaupten[195] Eine ähnliche Unterlassungserklärung gegen Stefan Aigner, Betreiber der Onlinezeitung regensburg-digital hob das Oberlandesgericht Hamburg am gleichen Tage im Oktober 2011 auf und erklärte, der Begriff „Schweigegeld“ sei eine zulässige Meinungsäußerung.[196]

Gegen das Kloster Metten wurden 2010 Vorwürfe von Brutalität und sexuellem Missbrauch bekannt.[53][197]

Im Zuge der Berichterstattung über sexuellen Missbrauch wurden im März 2010 seitens des Ordinariats vor allem Strafprozesse verstorbener Täter bei den Regensburger Domspatzen thematisiert. Demnach wurden zwei leitende Geistliche des Internats des Knabenchors wegen fortgesetzten Missbrauchs von Abhängigen zu Haftstrafen verurteilt. Betroffen waren Knaben des Musikgymnasium und Internat der Regensburger Domspatzen und die sogenannte Vorschule in Etterzhausen, später Pielenhofen, ebenfalls ein Internat. Friedrich Zeitler wurde 1958 aus dem Dienst am Domspatzen-Gymnasium entfernt und verurteilt, der Internatsleiter Georg Friedrich Zimmermann wurde 1971 verurteilt.[198]

Der spätere Pfarrer von Dietenhofen-Großhabersdorf, Sturmius W., war von April 1970 bis Februar 1972 als Hilfskraft und als Präfekt im Internat tätig und missbrauchte mindestens einen Schüler;[199] es wird von fünf weiteren Schülern berichtet, die sich gemeldet haben.[200] Im März 2010 wurde öffentlich bekannt, dass es mindestens noch bis ins Jahr 1992 sexuellen Missbrauch gegeben haben soll.[201] Im März 2013 wurde bekannt, dass die sexuellen Übergriffe von Geistlichen gegen Abhängige und Jugendliche in Einrichtung der Regensburger Domspatzen bis in die 1940er Jahre zurückreichen.[202] Die Betroffenen von Missbrauch und Misshandlung kämpfen um ihre Anerkennung.[203]

In einem Behindertenheim der Barmherzigen Brüder in Cham soll ein Ordensangehöriger sexuellen Kontakt mit mindestens drei Bewohnern gehabt haben. Der Beschuldigte zeigte sich am 3. Januar 2011 bei der Staatsanwaltschaft an.[204]

Nach einem Mitte März 2011 von Generalvikar Michael Fuchs vorgestellten Zwischenbericht wurden im Bistum Regensburg seit 1945 insgesamt zehn Geistliche wegen sexueller Straftaten an 78 Opfern verurteilt. Ein Täter habe sich an allein 36 Opfern vergangen, ein weiterer an 12. Für diese Untersuchung wurden 2.300 Personalakten von Geistlichen, Diakonen, Pastoralreferenten und Religionslehrern der vergangenen 65 Jahre gesichtet. Anders als zum Beispiel die Diözese München-Freising, wo auch nicht gerichtskundige Fälle auffällig gewordener Personen bilanziert wurden, wurden in Regensburg nur verurteilte Straftäter in die Statistik aufgenommen.[205] Medienberichten zufolge habe Generalvikar Fuchs das tatsächliche Ausmaß der Vorfälle systematisch verschleiert, da sein Bericht auf Aktenvernichtung in außergewöhnlich großem Umfang und tendenziöser Auswahl basiere.[206]

Der Kriminologe Christian Pfeiffer aus Hannover vereinbarte 2011 mit der Bischofskonferenz eine unabhängige wissenschaftliche Untersuchung der Personalakten der 27 Bistümer in Deutschland durch das Kriminologische Institut Niedersachsen. Das Bistum Regensburg stieg im Juli 2012 nebst München und Dresden aus diesem Projekt aus.[207] Der Abbruch der Studien stieß auf breite Kritik.[208]
Bistum Rottenburg-Stuttgart

Das Bistum Rottenburg-Stuttgart meldete im März 2011 43 Tatverdächtige. Es lagen Anzeigen von 68 Männern und 26 Frauen in insgesamt 94 Fällen von sexuellem Missbrauch vor. Die Fälle reichen zurück bis in das Jahr 1945.[209][53]

Die Aufarbeitung dieser Fälle wird zudem von einer Vereinbarung des Diözesanpriesterrats von 1984 im Einklang mit dem damaligen Bischof Georg Moser erschwert, wonach künftig in den Personalakten keine Verfahrensunterlagen mehr abgeheftet werden dürfen, was auch für Meldungen der unangenehmen Art gilt. Zuvor waren zahlreiche auffällig gewordene Priester nach abgeschlossenem Verfahren wieder zu einer „sauberen“ Akte gekommen. Auch gemachte Auflagen wurden nicht in den Akten vermerkt.[210]

Berichtet wurde von einem Priester aus Sulz, gegen den 2005 straf- und kirchenrechtlich verjährte Vorwürfe bekannt geworden waren. Der Priester wurde damals verwarnt, aber erst 2010 suspendiert, als weitere Vorwürfe bekannt wurden. Zur selben Zeit wurde in Irland gegen einen weiteren Priester aus dem Erzbistum Freiburg ermittelt.[211][210]

Heftige Wellen in Munderkingen, Neuravensburg und Achberg schlug die von Bischof Gebhard Fürst angeordnete Suspendierung eines Priesters, gegen den seit Jahren der Verdacht des sexuellen Missbrauchs bestand. Bereits Anfang der 1990er Jahre wurde eine Akte über ihn im Bistum angelegt. Als 2010 ein Unternehmer vom Bodensee den Priester belastete, übergab das Bistum den Fall der Staatsanwaltschaft Tübingen. Dennoch wurden schwere Vorwürfe gegen das Bistum erhoben, da der Priester bereits in der Vergangenheit Thema eines „Krisengesprächs“ im Bistum gewesen war. Damals musste er sich eine Kur unterziehen und kehrte nach fünf Monaten, trotz anders lautender Zusagen, in seine alte Gemeinde zurück. Ein gegen ihn ausgesprochenes Verbot für Tätigkeiten in der Kinder- und Jugendarbeit wurde den betroffenen Gemeinden nicht mitgeteilt und konnte daher von ihm unterlaufen werden.[212]

Stefan Kruschina war von 1953 bis 1965 Pfarrer in Wurmlingen (Rottenburg). Die diözesane Kommission sexueller Missbrauch sieht Hinweise auf sexuelle Übergriffe durch ihn durchweg als glaubwürdig an. Der Fall illustriert die Widersprüchlichkeit bei vielen Missbrauchsvorwürfen. So galt Krushina zuvor als verdienstvoller Pfarrer, der sich um den Aufbau der Wurmlinger Kapelle oder die Vertriebenenseelsorge gekümmert hatte. Außerdem war er nach 1965 Leiter der Philosophisch-Theologischen Hochschule Königstein. Dies führte „zu einer tiefgehenden Spaltung innerhalb der Kirchengemeinde, bis hin zu massiven Beleidigungen.“ Bischof Gebhard Fürst traf sich nach Bekanntwerden der Vorwürfe persönlich mit den Opfern Krushinas, die den Fall bekannt gemacht hatten.[213]

Im Fall des Kinderheims der Vinzentinerinnen im oberschwäbischen Oggelsbeuren richteten sich die Vorwürfe nicht gegen die Vinzentinerinnen, die das Heim bis 1992 lediglich mitführten, sondern gegen einen Pfarrer, der im Auftrag des eigentlichen Trägers, der Stiftung Piuspflege, dort seelsorgerisch tätig war, wegen Demenz jedoch nicht mehr belangt werden kann.[214][215] Die vom betroffenen Bistum Rottenburg-Stuttgart eingerichtete Kommission berichtete am 18. März 2010 für ihren Bereich, dass bislang 14 Priester unter Verdacht stünden.[216]

In Bad Mergentheim soll ein Pater einen Jungen im Kapuzinerkloster missbraucht haben.[102]
Bistum Speyer

Zwei Patres der Hiltruper Missionare zeigten sich 2010 sich wegen Missbrauchs am Gymnasium Johanneum in Homburg selbst an.[102] In zwei älteren Fällen waren die Täter schon gestorben.

Ein Franziskanerpater zeigte sich nach Belästigungsvorwürfen von Messdienern im Dezember 2009 selbst an; das Verfahren gegen ihn wurde jedoch eingestellt.

Darüber hinaus soll ein Gemeindepfarrer einen Jungen in den sechziger Jahren sexuell missbraucht haben.[53]

Im April 2010 wurde der Fall einer 40-jähriger Patientin mit Hirnschädigungen bekannt, die in einer Einrichtung der Caritas in Limburgerhof offenbar vergewaltigt wurde und im fünften Monat schwanger war.[217]

Bis Ende Juni 2011 wurden beim Bistum Speyer 12 Anträge wegen sexuellen Missbrauchs durch Angehörige des Bistums gestellt.[120]
Bistum Trier

Für das Bistum Trier wurden 2010 gegen 20 Priester Vorwürfe sexuellen Missbrauchs erhoben. Sechs weitere Fälle waren dem Bistum bereits vorher bekannt und geahndet worden. Die neuen Fälle waren bekannt geworden, weil sich 35 Opfer an den Trierer Bischof Stephan Ackermann gewandt hatten.[75] Bis Januar 2011 hatte sich die Zahl der Beschuldigten auf 34 Priester und einen Laienmitarbeiter erhöht. Bei der Staatsanwaltschaft waren neun Anzeigen eingegangen, von denen noch eine gegen einen Obermessdiener aus der Eifel verfolgt wurde.[218] Die Zahl der Opfer lag im Februar 2011 bei 40 Opfern seit 1950.[219]

Im Fall des Priesters, Theologen und ehemaligen Direktors des Katholischen Bibelwerks Stuttgart (1979–1989), Prof. Paul-Gerhard Müller empfahl Bischof Ackermann der Kongregation für die Glaubenslehre in Rom nach positivem Ausgang des Voruntersuchungsverfahrens die Aufhebung der Verjährung.[220][221] Am 10. Juli 2012 wurde Müller auf Vorschlag des Bischofs aus dem Priesterstand entlassen.[222] Es handelt sich um den ersten kirchenrechtlich abgeschlossenen Fall im Bistum Trier, allerdings steht dem Betroffenen eine zweimonatige Frist für die Einlegung von Rechtsmitteln offen. Die nach staatlichem Recht bereits verjährten Fälle sollen aus den Jahren 1960 bis 1980 datieren.

Die Staatsanwaltschaft Koblenz stellte 2010 darüber hinaus ein Verfahren gegen einen katholischen Priester und ehemaligen Religionslehrer wegen Verjährung ein. Er hatte im Zeitraum von 1985 bis 1987 drei Schüler missbraucht.[53]

Die Rhein-Zeitung berichtete von einem Fall von 1994 im Internat der Salesianer Don Boscos in Bendorf, bei dem der Internatsleiter den betroffenen Erzieher sofort freigestellt und die Kriminalpolizei eingeschaltet hatte.[223] Zudem wurde auch von einem 1968 wegen "Verführung Minderjähriger" zu vier Jahren verurteilten Salesianer berichtet. Ein anderer Erzieher war zu drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden.[54]

Weitere Vorwürfe richteten sich gegen das Internat Biesdorf der Missionare von der Heiligen Familie.[102]

Die Aufklärungsarbeit des Bistums wird teilweise sehr unterschiedlich bewertet. So soll ein abermaliges Treffen von Bischof Stephan Ackermann mit der Hälfte der 44 im Bistum bekannten Missbrauchsopfer im April 2011 in „ruhiger und offener Atmosphäre“ stattgefunden haben. Zeitgleich demonstrierten andere Missbrauchsopfer gegen die ihrer Meinung nach unzureichende Aufklärungsarbeit des Bistums.[224]

Im Mai 2011 wurde durch den Benediktinerorden bekannt, dass ein Bruder der Benediktinerabtei St. Matthias in Trier zugab, sich in den 1970er und 1980er Jahren an Jugendlichen vergangen zu haben.[225][226]

Das Landgericht Trier verurteilte im Mai 2011 einen 26-jährigen Obermessdiener aus der Verbandsgemeinde Gerolstein zu drei Jahren Gefängnis. Er wurde des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern, des sexuellen Missbrauchs von Kindern in zwei Fällen und des sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen in elf Fällen schuldig gesprochen. Er hatte unter anderem jüngere Messdiener in der Sakristei der Kirche missbraucht und diese dafür bezahlt. Der Obermessdiener war selbst zuvor von einem Vikar der Kirche missbraucht worden und gab als Grund für seine Übergriffe Schwierigkeiten mit seiner homosexuellen Orientierung an. Der Vikar, zuletzt in der Gemeinde Dierdorf im Dekanat Rhein-Wied (Landkreis Neuwied) tätig, wurde auf eigenen Antrag aus dem Klerikerstand entlassen. Ein staatliches Ermittlungsverfahren gegen ihn wurde wegen Verjährung eingestellt.[227]

Bis Ende Juni 2011 wurden beim Bistum Trier 26 Anträge wegen sexuellen Missbrauchs durch Angehörige des Bistums gestellt. In elf Fällen war die Entschädigung bereits gezahlt worden.[120]

Im Dezember 2011 wurden Vorwürfe gegen zwei Priester des Bistums Trier bekannt. Betroffen war ein Ruhestandsgeistlicher aus Saarbrücken und ein Pfarrer aus Lebach-Gresaubach und Schmelz-Limbach. Der Ruhestandsgeistliche hatte zugegeben, in den 1980er Jahren sexuelle Kontakte zu zwei Messdienerinnen gehabt zu haben. Dem zweiten beschuldigten Priester wurde unter anderem vorgeworfen, Anfang der 1970er Jahre einen Messdiener sexuell missbraucht zu haben. Er räumte die Tat ebenfalls ein. Zu der Zeit war der Beschuldigte als Kaplan in der Trierer Pfarrei Herz Jesu tätig. Gegen beide wurde eine kirchliche Voruntersuchung eingeleitet und außerdem die Staatsanwaltschaft informiert.[228]

Bischof Stephan Ackermann wurde vor allem wegen des Ruhestandsgeistlichen aus Saarbrücken für den Umgang mit Missbrauchstätern in seinem Bistum kritisiert. So wurde das Bistum bereits Anfang 2011 über die auch bei der Polizei gegen den Geistlichen vorliegenden Anschuldigungen unterrichtet. Eine Reaktion erfolgte jedoch erst im Spätherbst 2011.[229] Bischof Ackermann räumte daraufhin in einem offenen Brief Fehler beim Umgang mit den in Rede stehenden Geistlichen ein. Er sah die römisch-katholische Kirche weiterhin in einem Lernprozess. Dazu wünschte er sich auch kritische Anregungen und lud alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter des Bistums zu einem Austausch ins Generalvikariat ein.[230] Beide Priester wurden im Frühjahr 2013 aus dem Klerikerstand entlassen.

Im März 2012 berichtete Der Spiegel, dass Ackermann in seinem Bistum mindestens sieben pädophile und zum Teil vorbestrafte Priester als Seelsorger beschäftige, was von Kirchenmitarbeitern und Opfern als unhaltbar kritisiert wurde.[231] Das Bistum Trier widersprach dieser Darstellung und gab an, dass das Handeln von Bischof Ackermann in voller Übereinstimmung mit den Leitlinien erfolge. Diese sehen vor, dass ein verurteilter Täter, wenn er im kirchlichen Dienst verbleibt, nicht mehr in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen eingesetzt werden kann. Stattdessen wird ein forensisches Gutachten eingeholt, das klärt, inwieweit ein verurteilter Täter gefahrlos in einem eingeschränkten Dienst unter Auflagen in anderen Bereichen tätig bleiben kann. Etwaige Dienstvorgesetzte werden über die jeweilige Person und die gegen sie erlassenen Auflagen vollumfänglich informiert. In einem Fall, über den der Trierer Volksfreund ausführlicher berichtete, sei dies auch so geschehen. Dabei ging es um einen Priester, der Mitte der 1990er Jahre wegen sexuellen Missbrauchs von 15 Mädchen vom Landgericht Trier zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt wurde. Er wurde nach dem Urteil in der Krankenhaus- und Seniorenseelsorge sowie seit 2010 aushilfsweise auch in der Pfarrseelsorge eingesetzt.[232] Das Bistum Trier gab an, die Lösung eines eingeschränkten Dienstes auch unter präventiven Gesichtspunkten einer Totalentlassung insgesamt vorzuziehen.[233] Bischof Ackermann bekräftigte diese Position in einem Interview, in dem er die Kirche insgesamt auch noch einmal mit der Frage konfrontiert sah, wie jemand, der Täter geworden ist, weiterhin glaubwürdig Priester sein könne.[234] Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes Rörig, äußerte, ein Täter dürfe unter keinen Umständen wieder Zugang zu Kindern oder Jugendlichen bekommen, auch nicht über den Umweg der Seelsorge.[235]

Am 29. März 2012 bestätigte das Bistum, dass ein bereits 1995 wegen sexueller Übergriffe gegen Mädchen vorbestrafter Priester zweieinhalb Wochen zuvor einen Gottesdienst gehalten hatte, in dem sich auch die diesjährigen Kommunionskinder vorstellten.[236] Stephan Kronenburg, Sprecher des Bistums Trier, erklärte in einer Stellungnahme, dass man gemäß den Leitlinien verfahre, die, in Absprache mit Sachverständigen und Opferschutzverbänden, ein Verbleiben auffällig gewordener Priester im Sinne eines kontrollierten Dienstes mit Auflagen ermöglichen. Gefahren für Kinder und Jugendliche sollen dabei definitiv ausgeschlossen werden. Im konkret vorliegenden Fall sah Kronenburg keine Gefährdung der Kinder, da alle Handlungen in der Öffentlichkeit stattfanden. Er hatte allerdings auch Verständnis für besorgte Eltern und verwies darauf, dass Fälle wie dieser und die vorgebrachte Kritik in die im nächsten Jahr anstehende Evaluierung der Leitlinien einfließen würden. Man stehe weiter vor der Frage: "Kann jemand, der Missbrauchstäter war wirklich noch glaubwürdig als Priester arbeiten?"[237][238]
Bistum Würzburg

Im Bistum Würzburg wurden 2010 zwei Priester beurlaubt. Einer war ein Franziskaner-Minorit, der von 1970 bis 1980 Kinder unsittlich berührt haben soll. Darüber hinaus waren im Jahr 2010 Vorwürfe gegen einen 76-Jährigen und mehrere weitere mögliche Missbrauchsfälle in der Prüfung.[53]

Den Franziskaner-Minoriten hielt das Bistum in einer Erklärung im Oktober 2010 für schuldig.[239]

Im Oktober 2010 wurde in der Reihe „Tatort Internet“ des Senders RTL II eine Folge ausgestrahlt, in der ein pädophiler Kinderdorfleiter der Caritas Würzburg beschuldigt wurde. Die Caritas empörte sich vor allem darüber, dass weder das Bistum noch die Caritas vom Sender über den Mann informiert wurden, obwohl die Aufnahmen bereits vor dem Ökumenischen Kirchentag im Mai 2010 gemacht worden waren. So konnte der Kinderdorfleiter noch weitere fünf Monate in der Einrichtung tätig sein, wo er 37 Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 18 Jahren betreute. RTL II rechtfertigte sich mit dem Hinweis, dass man die Staatsanwaltschaft nicht eingeschaltet habe, da kein Straftatbestand vorgelegen habe. Die Caritas wollte diesen Hinweis jedoch nicht gelten lassen.[240]

Im März 2011 legte das Bistum Würzburg seine Bilanz der Missbrauchsvorwürfe vor. Der Missbrauchsbeauftragte der Diözese, Klaus Laubenthal, sprach dabei von 20 Priestern, die sich an Minderjährigen vergangen hätten. Vier weitere Priester begingen Grenzüberschreitungen unterhalb der Straftatengrenze. Die Hälfte der Beschuldigten sei bereits verstorben. In sieben Fällen habe die Staatsanwalt ermittelt, musste jedoch alle Verfahren bereits wieder einstellen. Insgesamt lagen 62 Vorwürfe gegen Geistliche vor. Zwei hatten sich als unwahr herausgestellt, in vier Fällen waren die Opfer nicht minderjährig. 13 Vorwürfe richteten sich gegen Ordensangehörige und 30 weitere gegen die oben genannten Priester.[241][242]

Im Dezember 2011 versetzte das Bistum Würzburg einen 59 Jahre alten Priester aus dem Landkreis Main-Spessart in den Ruhestand. Er hatte zugegeben, vor 30 Jahren homosexuelle Kontakte zu einem Minderjährigen gehabt zu haben.[243]
Übersicht der bekannt gewordenen Fälle nach Ordensgemeinschaften
Jesuiten

Die vom Jesuitenorden beauftragte Rechtsanwältin Ursula Raue nannte in ihrem Untersuchungsbericht im Mai 2010 eine Zahl von mindestens 205 Opfern, die in Einrichtungen der Jesuiten körperlich misshandelt oder sexuell missbraucht worden waren, unter anderem am Canisius-Kolleg Berlin, am Kolleg St. Blasien und am Aloisiuskolleg in Bonn-Bad Godesberg. Sie kritisierte auch, dass die Taten durch Angehörige des Ordens systematisch vertuscht worden waren.[67]
Redemptoristen

Der von dem Orden der Redemptoristen beauftragte Richter am Amtsgericht Leverkusen Merzbach nannte in seinen Untersuchungsberichten bis 2012 eine Zahl von mindestens 28 Opfern, die in Einrichtungen der Redemptoristen körperlich misshandelt oder sexuell missbraucht worden waren, unter anderem am Collegium Josephinum Bonn und dem Herz-Jesu-Kolleg in Glanerbrück. Er spricht im Zusammenhang mit den Taten auch von einem Organisationsversagen. Die sogenannten Zwischenberichte sind abrufbar auf der Seite des Vereins "Missbrauchsopfer Collegium Josephinum Bonn und Redemptoristen"e.V.:[244]
Vincentinerinnen

Die Vincentinerinnen, die sich auch Barmherzige Schwestern nennen, betreiben die LWL-Klinik, eine kinderpsychiatrische Krankeneinrichtung, das St. Johannesstift in Marsberg. Wie der WDR im März 2013 berichtet, wurden junge Patienten im St. Johannesstift im nordrhein-westfälischen Marsberg offenbar Opfer von Gewalt und sexuellem Missbrauch.[245] Kinder seien tagelang in Isolationszellen eingesperrt und mit Beruhigungsmitteln vollgepumpt worden, mit Fäusten und schweren Gegenständen traktiert. Aber es gab keine gerichtsverwertbaren Beweise. Anfang der siebziger Jahre erfuhr der damals neue Schulleiter von den Vorwürfen und wandte sich an den damaligen NRW-Ministerpräsidenten Heinz Kühn. Die Misshandlungen, die der Schulleiter auflistete, waren: Kinder seien zur Strafe die ganze Nacht lang im Bett fixiert oder in eiskaltes Wasser getaucht worden, bis sie fast ertranken.

Obwohl die Staatsanwaltschaft ermittelte, kam es zu keinen Anklagen. Es wird angenommen, dass die Heiminsassen von Pflegern massiv unter Druck gesetzt wurden, so dass diese ihre Aussagen zurückzogen.[246]

Nach Bekanntwerden der Vorwürfe bot die Generaloberin Gespräche mit den Betroffenen an, die Trägerschaft des Krankenhauses entschuldigte sich bei den damaligen Opfern.
Kirchliche Reaktionen

Pater Klaus Mertes SJ, Rektor des Berliner Canisius-Kollegs, sah vor allem das bewusste Nichthinhören auf die Opfer als das verstörendste Moment der bekanntgewordenen Missbrauchsfälle: „Wenn der Missbrauch nicht nur in der einzelnen Missbrauchstat besteht, sondern auch in dem Verdecken und Nichthören in dem Moment, wo die Opfer anfangen zu sprechen, stellt sich uns als Kirche die Frage, was uns daran hindert, den Opfern zuzuhören. Die Opfer greifen die Kirche nicht an. Wenn ich wiedergebe, was die Opfer fragen, greife auch ich die Kirche nicht an. Mehrere Opfer haben 1981 in einem Brief an die Kirche, der unbeantwortet geblieben ist, einige Punkte deutlich benannt. Sie forderten, dass endlich auch Mädchen stärker beteiligt werden sollen, mehr Jugendarbeit, sie wandten sich gegen den autoritären Führungsstil, und sie haben sich auch gegen die Benachteiligung von homosexuellen Jugendlichen, die offensichtlich schwerem Druck durch den Leiter ausgesetzt gewesen seien, gewehrt. Wir müssen uns fragen, was hat uns daran gehindert, das zu hören? Warum konnten wir die Frage allein schon nicht vertragen?“ Weiterhin erklärte er mit Blick auf die Täterseite: „Mich interessiert nicht der individualpsychologische Blick, ich bin am systemischen Blick interessiert. Der geht auf den zweiten Aspekt der Tat, das Vertuschen. Warum wird vertuscht? Doch nicht, weil die Vertuscher pädophil sind! Weil das vertuschende System Interessen hat und Ängste.“[41]

In späteren Interviews kritisierte Mertes auch die Haltung gegenüber Homosexuellen in der römisch-katholischen Kirche.[247]

Erzbischof Robert Zollitsch sprach in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz Anfang Februar den Missbrauchsopfern sein Mitgefühl aus und kündigte an, dass sich die katholischen Bischöfe auf ihrer bevorstehenden halbjährlichen Vollversammlung Ende Februar mit dem Missbrauchsskandal bei den Jesuiten beschäftigen werden.[248]

Im März 2010 reiste Zollitsch nach Rom, um die in Deutschland bekanntgewordenen Missbrauchsfälle zu besprechen. Der Papst habe bei dieser Gelegenheit die deutschen Bischöfe ermutigt, „den eingeschlagenen Weg der lückenlosen und zügigen Aufklärung konsequent fortzusetzen“. Die Leitlinien der Bischofskonferenz sollten „kontinuierlich angewendet und wo notwendig verbessert“ werden. Zollitsch erklärte weiterhin: „Wir nehmen unsere Verantwortung sehr deutlich wahr“. Ziel müsse es jetzt sein, „die Wunden der Vergangenheit zu heilen und mögliche neue Wunden zu vermeiden“. Er bat die Opfer erneut um Vergebung und sagte, die Bischöfe würden auch beraten, ob weitere Hilfen für Opfer möglich seien.[82]

Anfang Februar 2010 nahm der Bischof des Bistums Hildesheim, Norbert Trelle, in einem offenen Brief, der in der Kirchenzeitung abgedruckt und am 7. Februar 2010 als Hirtenbrief in allen Gottesdiensten verlesen wurde, Stellung zu den Ende Januar bekannt gewordenen Missbrauchsfällen in seinem Bistum. Die Fälle erfüllten ihn „mit Scham und Empörung“. Das Bistum werde alles daran setzen, für Aufklärung zu sorgen, und alles unternehmen, um solche Taten zu verhindern. Er rief eventuell weitere Geschädigte auf, sich zu melden, bot allen Opfern Begleitung und Hilfe an, bat aber auch, vom Einzelfall nicht auf einen ganzen Berufsstand zu schließen.[249] Der frühere Bischof des Bistums Hildesheim, Josef Homeyer, gab zu, dass die Missbrauchsfälle von der Kirchenleitung eindeutig unterschätzt worden seien. Einer der beiden beschuldigten Jesuiten sei nach seinem Austritt aus dem Orden als Diözesanpriester ins Bistum Hildesheim inkardiniert worden. Als dort Vorwürfe gegen ihn erhoben worden waren, habe die Bistumsleitung dies nicht in ausreichender Weise ernst genommen. Das aufgrund einer Beschwerde ausgesprochene Verbot der Jugendarbeit habe „das Bistum nicht konsequent durchgehalten“ und nach weiteren Vorwürfen wegen Belästigung sei der betroffene Priester 1997 erneut nur versetzt worden.[250]

Der Beauftragte für sexuellen Missbrauch im Bistum Dresden-Meißen, Prälat Armin Bernhard, vertritt die Auffassung, man habe das Thema Pädophilie zu lange tabuisiert: „Früher hat man den Fehler gemacht, dass man diejenigen versetzt hat. Dann kann es immer weitergehen.“[251]

Der damalige Bischof des Bistums Augsburg, Walter Mixa, sagte in einem Interview vom 15. Februar 2010: „Die sogenannte sexuelle Revolution, in deren Verlauf von besonders progressiven Moralkritikern auch die Legalisierung von sexuellen Kontakten zwischen Erwachsenen und Minderjährigen gefordert wurde, ist daran sicher nicht unschuldig.“[252]

Der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für Missbrauchsfälle Bischof Stephan Ackermann dagegen sagte Anfang April 2010, dass die Kirche nicht die sogenannte sexuelle Revolution für den Missbrauch an Kindern und Jugendlichen verantwortlich machen könne: „Verantwortlich sind die Täter. Vielleicht kann man es so sagen: Päderasten finden in jeder Moral ihre Wege, um zum Ziel zu kommen.“ Darüber hinaus fordert er eine Verschärfung der kirchlichen Leitlinien und forensische Gutachten für jeden Täter unabhängig von der Verjährung.[253]

Der Bischof des Bistums Osnabrück Franz-Josef Bode, warnte am 17. Februar 2010 als (damaliger) Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz[254] davor, den Skandal um sexuellen Missbrauch an katholischen Jesuiten-Kollegs herunterzuspielen. Die Kirche könne sich nicht damit herausreden, „dass andere es auch tun“. Da die Kirche eine Instanz mit hohen moralischen Anforderungen sei, sei dies eine besondere Herausforderung.[255] Bode sah bereits am 3. Februar 2010 einen gewaltigen Vertrauensverlust für die katholische Kirche durch den Missbrauchs-Skandal. Die Kirche habe in der Vergangenheit Fehler im Umgang mit Geistlichen gemacht, die sexuell auffällig geworden seien.[256]

Am 28. November 2010 legte Bode vor 600 Gläubigen im Osnabrücker Dom ein großes Schuldbekenntnis in Verbindung mit einer Vergebungsbitte an die Missbrauchsopfer ab. Bode äußerte seine Fassungslosigkeit über die bekanntgewordenen Missbrauchsfälle und sah die Kirche als Gesamtinstitution gezeichnet: „Um des Ansehens der Kirche willen wurden Täter geschützt und Opfer ein zweites Mal geopfert“. Er sprach von den Schattenseiten seiner Kirche und einer Atmosphäre, die die Verschleierung solcher Taten oft ermöglicht habe. Er rief wiederholt dazu auf, dass die Kirche sich erneuern müsse.[178] Für diesen Schritt wurde Bode sowohl von rechtskatholischen Kreisen als auch von Missbrauchsverbänden wie dem NetzwerkB kritisiert. Erstere sahen den Bischof im „Missbrauchswahn“, letztere sahen den Gottesdienst als solchen kritisch und hätten sich lieber ein Gespräch unter vier oder sechs Augen gewünscht.[257][258]

Gebhard Fürst, Bischof von Rottenburg-Stuttgart, bat in einem Bußritus im Rottenburger Dom St. Martin um Vergebung. Man müsse sich eingestehen, dass „Strukturen der Kirche ein Wegschauen begünstigt und die Verantwortlichen in der Kirche leichtfertig über die Schuld hinweggesehen“ hätten. Er rief die Geistlichen dazu auf, „noch größere Aufmerksamkeit gegenüber übergriffigem und missbräuchlichem Verhalten und eine christliche Kultur der Achtsamkeit“ zu entwickeln.[75]

Der Bischof von Münster, Felix Genn, bat die Opfer um Vergebung für die „entsetzlichen sexuellen Übergriffe“. Die Kirche sei „durch diese schändlichen Vergehen schwer verletzt, ihr Antlitz entstellt“ und bedürfe eines notwendigen Prozesses der Reinigung. Genn sagte, er fühle „tiefe Erschütterung, Beschämung und Schmerz“. Das Leid der Opfer sei „unsäglich, ihre Wunden tief“. Der Bischof warnte jedoch auch vor einem Generalverdacht, dem sich viele Priester ausgesetzt sähen. Weiterhin führte er aus: „Wir als Kirche sind gefordert, wahrhaft Buße zu tun, in Stellvertretung und Sühne für all das, was geschehen ist.“[75]

Im März 2010 beklagte der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller, die Medien betrieben eine „Kampagne gegen die Kirche“ vor, die ihn an die NS-Zeit erinnere.[259] Der Kurienkardinal Walter Kasper, der sich zu dieser Zeit im Rahmen der Landessynode der Evangelischen Kirche in Weiden aufhielt, distanzierte sich von dieser Medienschelte.[260]

Kardinal Karl Lehmann bezeichnete Anfang März 2010 den Vorwurf, die Kirche betreibe bei diesem Thema ein geradezu „systematisches Vertuschen“, als Verleumdung, zumal die römisch-katholische Kirche die erste gesellschaftliche Gruppe gewesen sei, die sich im Jahr 2002 Leitlinien für den Umgang mit Tätern und Opfern gegeben und diese seither zweimal mit Experten überprüft habe. Eine Verharmlosung oder gar Verniedlichung von Fällen sei heute in jedem Fall unerlaubt und eine lückenlose Aufklärung ohne Ansehen der Person verpflichtend. Umgekehrt gehöre es aber zum Schutz der Person, keine Verurteilung ohne eindeutigen Beweis vorzunehmen.[261] Anfang Februar hatte er in einem Interview im WDR erklärt: „Es gibt ja von der medizinischen, psychiatrischen Seite her auch die Situation, dass es Täter gibt die, ich sag’s mal etwas banal, einmal ausrutschen, die man aber nicht, auf ein Leben lang, einfach jetzt aus der beruflichen Aktivität ausschließen kann.“[262]

Anlässlich einer Pressekonferenz am 30. März 2010 dankte Bischof Ackermann Mertes dafür, dass er mit seinem Vorgehen „eine Tür geöffnet und eine bisher vorherrschende Sprachlosigkeit überwunden“ habe.[263]

Der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke sagte: „Es wird auch in Zukunft Schlimmes passieren. Aber wenn es in der Kirche passiert, muss es uns ganz besonders beschämen.“[264]

Der deutsche Provinzial der Salesianer Don Boscos, Josef Grünner, erklärte im Februar 2010, dass er bei der Aufklärung allen gerecht werden wolle. Jedoch wisse er bei Gesprächen mit den Opfern nicht, wie er mit Entschädigungsforderungen für nicht mehr zweifelsfrei aufklärbare Vorkommnisse umgehen solle. Einzelne Briefeschreiber sollen außerdem mit weiteren Enthüllungen in der Presse gedroht haben, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Grünner verwies auf Probleme, schuldhaft von Ordensangehörigen verletzte Menschen von Trittbrettfahrern zu unterscheiden. Weiterhin wollte er insbesondere die Prävention stärken. So wurde bei den Salesianern ein Stab zur Aufklärung von vergangenen Fällen eingerichtet, der zusammen mit den Heimleitern auch neue Standards erarbeiten sollte. Geplant war eine Vertrauensperson an jedem Standort und die Einführung einer Meldepflicht für alles, was auf Missbrauch oder Misshandlung hindeuten könnte. Schließlich erwähnte Grünner das ungeklärte Problem des Umgangs mit schuldig gewordenen Mitbrüdern. Trotz ihrer Vergehen blieben diese aufgrund ihrer Gelübde weiterhin Teil der Ordensfamilie. Auch dafür müsse er erst noch eine Lösung finden.[54]

Der Bischof des Bistums Essen, Franz-Josef Overbeck, bat die Opfer von sexuellem Missbrauch innerhalb des Ruhrbistums auf einer Pressekonferenz am 5. Mai 2010 um Entschuldigung. Die ungeheuerlichen Taten beschämten ihn und machten ihn fassungslos. Er bitte alle Opfer eines sexuellen Missbrauchs für das ihnen zugefügte Leid um Entschuldigung und denke auch an das Leid der Angehörigen. Da die Kirche laut Overbeck ein anspruchsvolles moralisches Programm vertritt, „… stellen wir uns den Tatsachen, um unserer Verantwortung und unserem Anspruch gerecht zu werden“. Missbrauch dürfe in der Kirche keinen Platz haben. Schuldige müssten sowohl nach den Gesetzen des Staates als auch nach Maßgabe der Kirche bestraft und für ihre Verbrechen haftbar gemacht werden. Auch die Kirche habe sich schuldig gemacht, wann immer sie weggesehen und solche Taten vertuscht und die Täter nicht zur Rechenschaft gezogen und die Taten nicht angezeigt habe. Overbeck bekräftigte seinen Wunsch, mit Opfern und deren Angehörigen zu sprechen.[265]

Der Bischof von Aachen, Heinrich Mussinghoff, versprach in einem Brief im September 2010, der in allen Gottesdiensten verlesen werden sollte, alles dazu beizutragen, verlorenes Vertrauen und Glaubwürdigkeit wiederherzustellen. „Dazu gehört, den Opfern Gehör zu verschaffen und ihnen Hilfen zur Verarbeitung des Erlebten und Erlittenen anzubieten“.[51]

Der damalige Kölner Erzbischof, Joachim Meisner, erklärte am Rande eines Medienempfangs in Köln in Bezug auf einen geständigen Priester, dass er „nicht weiß, was ich mit ihm anfangen soll“. Ihn in einer Gemeinde arbeiten zu lassen, sei undenkbar, aber: „Ich kann ihn doch nicht in den Rhein werfen.“ Barmherzigkeit müsse für alle gelten, auch wenn das manchmal schwerfalle.[51]

Der Münchner Erzbischof, Reinhard Marx, erläuterte aus Anlass zu einer zweitägigen Konferenz der bayerischen Bischöfe, dass man „offen und transparent“ sein, aber auch „gründlich arbeiten“ wolle. Die Aufarbeitung sei demgegenüber nicht so einfach: „Nicht in allen Akten steht alles drin.“ Aussagen von Zeugen über Verstorbene müsse man sich genau anhören. „Man muss vorsichtig sein mit Schuldzuweisung.“ Die Kirche wolle nichts verschleiern. Es müsse aber genau geprüft werden, was „glaubwürdig und wahrheitsgemäß“ zu den vergangenen 60 Jahren gesagt werden könne.[266]

Der Priesterrat des Bistums Osnabrück setzte sich für die lückenlose Aufklärung von sexuellen Missbrauchsfällen ein. Die Kirche könne das verlorene Vertrauen nur wiedergewinnen, wenn sie die Straftaten konsequent verfolge, sagte der Sprecher des Priesterrats der Diözese, Reinhard Molitor. „Insgesamt ist das Vertrauen in die Kirche – auch bei uns – gesunken“, sagte Molitor. „Ich denke, dass die überwiegende Meinung die ist, dass wir nicht genug tun“, betonte der Priester.[75]

Priester wie Georg Eckl aus Garching berichteten von einer großen Unsicherheit. So sagte er: „Darf ich einem Kind überhaupt noch über den Kopf streichen? Was ist, wenn sich ein Kind im Kindergarten auf meinen Schoß setzt?“[139]

Der Generalvikar des Bistums Osnabrück erklärte im November 2010: „Dieses Thema werden wir sicherlich behalten. Es gibt aber auch die Chance, hierbei die heilsam-therapeutische Wirkung des Glaubens zu erfahren. Es würde mich freuen, wenn die Menschen in fünf Jahren über diese Phase sagen, dass die Kirche daraus gelernt hat. Die Kirche wird aber sicherlich auch in Zukunft eine sündige Kirche in einer sündigen Welt bleiben“.[267]

Die Frühjahrsvollversammlung der deutschen Bischöfe in Paderborn wurde mit eigenen Gottesdiensten begonnen, in denen die deutschen Bischöfe vor Gott um Vergebung für die eigene Verantwortung an den Missbrauchsfällen baten. Der Vorsitzende Erzbischof Robert Zollitsch erklärte, dass er Gott um Vergebung und die Opfer um Verzeihung bitten wolle. Zollitsch betonte, dass die Schuld niemals ungeschehen gemacht werden könne, sondern nur Zeichen der Reue und Bitten um Verzeihung möglich seien. Beim Einzug der Bischöfe in den Paderborner Dom empfingen vereinzelte Demonstranten die Bischöfe mit Pfiffen und Transparenten auf denen stand „Buße allein genügt nicht“. Andere klatschten den Bischöfen Beifall.[268][269]
Reaktionen von Laien und Laienverbänden

Martin Lohmann, Jesuitenschüler und Sprecher des Arbeitskreises Engagierter Katholiken in der CDU, erklärte am 4. Februar 2010: „Es geht um Aufklärung. Vertuschen und Verdrängen dürfen keine Chance haben.“ Das Bestreben, die bekanntgewordenen Missbrauchsfälle nur im „System Kirche“ oder im Bereich der katholischen Sexuallehre zu suchen, sei in seinen Augen auch eine Form der Vertuschung; diese verhöhne die Opfer zusätzlich und lenke von den Ursachen letztlich ab. „Wer sich seine Erklärungsmuster so simpel zurechtlegt, hat von der Sexuallehre der Kirche ebenso wenig verstanden wie vom Zölibat.“ Einen Generalverdacht dürfe es nicht geben, „weder gegen die Kirche noch gegen den Jesuitenorden noch gegen Homosexuelle“.[270]

Alois Glück, Politiker der CSU und seit 2009 Vorsitzender des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, beklagt hinsichtlich des sexuellen Missbrauchs das „Fehlverhalten Einzelner, aber auch das Schweigen und Wegsehen Vieler“.[271] Er plädiert für eine Aufhebung des Zölibats für Priester.[272]

Schüler des Aloisius-Kollegs in Bonn nannten am 25. Februar 2010 die Darstellung ihrer Schule als Ort massenhaften sexuellen Missbrauchs als unangemessen. Auch die Fixierung auf den Zölibat oder die Jesuiten im Zuge der Missbrauchsdebatte hielten sie für falsch. Sie bekräftigten die Notwendigkeit der Aufklärung der bestehenden Verdachtsmomente und plädierten für die Einrichtung unabhängiger Vertrauensstellen.[273] Ähnlich positionierten sich auch ehemalige Schüler des Canisius-Kollegs zu Ostern 2010: „Es muss mal ein Statement geben, dass es sich nur um Einzelfälle handelt – so bedauerlich sie auch sind.“[274]

Der BILD-Redakteur Albert Link äußerte am 13. März 2010 in seiner Zeitung sein Unverständnis über die Fixierung auf Rom und den Papst und kritisierte die oft geäußerte Meinung, das Problem des Missbrauchs sei nur durch verstärkten Einsatz der Staatsanwaltschaft zu lösen.[275]

Am 15. März 2010 meinte Wolfgang Thierse, Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken, „die Kirche“ müsse aufgrund ihres Anspruches an sich und andere „mit sich ehrlicher und strenger sein“. Zur Frage einer Entschädigung der Opfer meinte Thierse: „Ehrliche Aufklärung tut den Opfern eher gut, als dass man sagt, ihr kriegt 5.000, 10.000 oder welche Summe auch immer“. Den Opfern sei demnach mehr durch einen radikal offenen Umgang der Gesellschaft mit diesen Verbrechen gedient. Auch Thierse sah die Katholische Kirche in einer tiefen Krise.[276]

Schwere Kritik am Verhalten anderer Laienorganisationen übte das Mediennetzwerk Generation Benedikt: In einer Presseerklärung vom 15. März 2010 äußerte man insbesondere Unbehagen über die Vermischung der Missbrauchsdebatte mit allgemeinen kirchenpolitischen Themen. So bezeichnete die katholische Initiative die Aufnahme der Zölibatsdebatte durch das Zentralkomitee der deutschen Katholiken als unverantwortlich, da so der Generalverdacht gegen Priester gefördert werde, und äußerte den „traurig stimmenden Eindruck, dass viele an der Debatte über die Missbrauchsfälle beteiligten Personen und Organisationen zunehmend die eigentlichen Opfer aus dem Auge verlieren und in der öffentlichen Empörung über die tatsächlich erschütternden Missbrauchsfälle eine Gelegenheit für (kirchen-)politische Debatten sehen“. Die Generation Benedikt forderte „Aufklärung statt Politik!“[277]

Andreas Theyssen, Kolumnist bei der Financial Times Deutschland und gläubiger Katholik, schrieb am 21. März 2010: „Etwas ist faul in meiner Kirche“. Der Umgang der Katholischen Kirche mit diesem Thema bringe ihn „zum Kotzen“. Nach seiner Meinung „druckse“ die Kirche herum. Er forderte ein rigoroses Eingreifen der Staatsanwaltschaft. Er erklärte Mitglied der Katholischen Kirche bleiben zu wollen, nahm Bezug auf das Buch Genesis und würdigte die Offenheit, mit der Bischof Stephan Ackermann die Probleme benannt habe.[278]

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) begrüßte die klaren Worte von Papst Benedikt XVI. zu den Missbrauchsfällen in Irland, er wünschte ausdrücklich eine ähnliche Reaktion des Papstes auch für Deutschland.[279][280]

Der Spiegel-Autor Matthias Matussek äußerte am 27. März 2010 ebenfalls sein Unbehagen über die immer stärkere Vermischung der Missbrauchsdebatte mit zahlreichen anderen kirchenpolitischen Themen. Er plädierte für Besonnenheit und meinte: „Wir Katholiken sollten uns nicht von den Hysterikern des Tages überrollen lassen. Die Kirche ist in einer ernsten Krise, das ja, aber nicht jeder Vorwurf ist damit gerechtfertigt.“ Einen Kirchenaustritt lehnte er für sich persönlich ab, sagte aber auch: „Die katholische Kirche sollte alles unternehmen, um die Missbrauchsfälle aufzudecken und die Unruhe unter den Gläubigen – auch meine – ernst zu nehmen. Und sie tut es.“ Ein erneutes Papstwort, wie es der BDKJ forderte, lehnte Matussek ebenfalls ab; der Papst habe sich mehr als deutlich geäußert.[281]

Der Theologe Hans Küng forderte im März 2010 ein Mea culpa des Papstes.[282]

Christa Nickels, Grüne und Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken, sprach im April 2010 vom „größten Vertrauensverlust der katholischen Kirche seit der Hitler-Zeit“.[283]

Am 2. August 2010 befragte die Süddeutsche Zeitung Ministranten im Zuge der Ministrantenwallfahrt nach Rom zu den Missbrauchsfällen. Ein genereller Missbrauchsverdacht gegen die Kirche wurde dabei abgelehnt („Die Leute denken, ein fauler Apfel verdirbt den ganzen Korb“) und auf die konkrete Situation in der jeweiligen Gemeinde verwiesen. („Würde ich wegen eines schlechten Karate-Trainers mit dem Karate aufhören? Eigentlich nicht. Solange es mir Spaß macht, solange es mir gefällt, bin ich dabei.“)[284]

Auf einem Diskussionsabend im Ludwig-Windthorst-Haus in Lingen (Ems) unter dem Titel „Wie bewältigt die katholische Kirche die Fälle des sexuellen Missbrauchs?“ drückten vor allem Laien einen sehr großen Diskussionsbedarf und eine tiefgehende Verunsicherung aus. Vor allem fühlten sich Lehrer einem Generalverdacht ausgesetzt.[267]

Die Theologische Fakultät Paderborn nahm das Thema sexueller Missbrauch in eine Vortragsreihe „Zwischen Freud und Leid – Die Ambivalenz menschlicher Sexualität“ auf. Rektor Berthold Wald erklärte dazu: „Der Kontext scheint uns wichtig zu sein, weil oft die Diskussion sehr eng geführt wurde im Blick auf die Ursachen und Gründe für den Missbrauch und dann sehr schnell gesagt wurde, das kann und muss nur mit der zölibatären Lebensform zusammenhängen“. Die Vorträge bis Ende Februar 2011 sind unterteilt in drei thematische Abschnitte: das Verhältnis von Mann und Frau, Sexualität und Öffentlichkeit sowie Sexualität und zölibatäre Lebensformen.[285]

Anfang November 2010 erklärte Anja Peters, Trierer Diözesanvorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ): „Die Kirche erobert sich Schritt für Schritt ganz langsam verloren gegangenes Vertrauen zurück.“ Auch Bianka Mohr, BDKJ-Vorsitzende im Bistum Mainz, stellte fest, dass kirchliche Zeltlager und Freizeiten weiter sehr gefragt sind. „Wir haben das Thema Missbrauch intensiv in unseren Schulungen thematisiert. Die Eltern schätzen unsere Arbeit“, sagte sie. Dennoch werden weiterhin Herausforderungen für die Zukunft gesehen, so formulierte ein Laien-Vertreter aus Bad Neuenahr: „Die Engagierten vor Ort müssen die Scherben zusammenkehren und durch Graswurzelarbeit Vertrauen zurück holen.“[286]

Der Vorsitzende der Kommission sexueller Missbrauch der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Robert Antretter, erklärte bei einer Veranstaltung der Katholischen Erwachsenenbildung in Bad Mergentheim: „Wer sexuellen Missbrauch unter den Teppich kehrt, nützt der Kirche am wenigsten“. Antretter sah die katholische Kirche in Deutschland auf einem guten Weg beim Umgang mit Missbrauchsfällen. Nach seiner Meinung wüssten die Bischöfe, dass die bisherige Haltung vor allem den Opfern geschadet hat, und seien sich einig darin, dass ein Vertuschen von sexuellem Missbrauch nicht mehr in Frage kommt. Was den zukünftigen Umgang mit sexuellem Missbrauch anging, sei er jedoch „für unsere Kirche optimistischer als für die Gesellschaft“.[287]

Unter dem Eindruck der Missbrauchsfälle riefen zahlreiche Theologen und Religionspädagogen unter dem Titel Kirche 2011: Ein notwendiger Aufbruch im Februar 2011 zu einer Reform der römisch-katholischen Kirche auf.
Politische Reaktionen und Forderungen

Am 22. Februar 2010 warf die Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger der Kirche in einem Interview mit den Tagesthemen vor, sexuelle Missbrauchsfälle in ihren Reihen zu vertuschen und mit den staatlichen Strafverfolgungsbehörden nicht konstruktiv zusammenzuarbeiten.[288] Sie unterstellte der Katholischen Kirche Strafvereitelung,[289][290] was rechtlich jedoch eine Anzeigepflicht bei sexuellem Missbrauch voraussetzt, die, wie Leutheusser-Schnarrenberger kurz darauf selbst einräumte, so damals nicht bestand.[291]

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, warf der Ministerin daraufhin falsche Tatsachenbehauptungen vor und verlangte von ihr eine Entschuldigung sowie eine Korrektur dieser Behauptungen binnen 24 Stunden.[289][292]

Nach einem Telefonat von Zollitsch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und einem Gesprächsangebot durch die Justizministerin nahm Zollitsch das Ultimatum zurück. Die Teilnahme an einem Runden Tisch mit dem Justizministerium lehnte Zollitsch aber ab: „Sexueller Missbrauch von Kindern ist kein spezifisches Problem der katholischen Kirche.“[293]

Kurz darauf erhob Leutheusser-Schnarrenberger weitere schwere Vorwürfe gegen die katholische Kirche und bezeichnete die 2001 erlassene Richtlinie De delictis gravioribus als direkte Anweisung zur Vertuschung von Missbrauchsfällen in der Kirche.[294] In der Folge warfen ihr das Forum Deutscher Katholiken und die evangelikale Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Bayern unter Verweis auf ihre Mitgliedschaft in der Humanistischen Union und die dort in der Vergangenheit diskutierten Streichungen pädophiler Handlungen im Strafgesetzbuch sowie vorhandene Bezüge zum Skandal um sexuellen Missbrauch in der Odenwaldschule weltanschauliche Motiviertheit und Unaufrichtigkeit vor.[295] Auch in der Tagespresse wurde durch Tissy Bruns festgestellt: „Bei Leutheusser-Schnarrenberger ist der antikatholische Reflex kaum zu übersehen“.[296]

Diese Kritiken wurden auch von mehreren Bundestagsabgeordneten von SPD und CDU unterstützt. So meinte die SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles in Richtung von Leutheusser-Schnarrenberger: „nicht so zu tun, als müsse nur in der katholischen Kirche nach Schuldigen gesucht werden. Sie wird sonst bald von anderen Einsichten überholt.“[297] Nahles erklärte außerdem, dass „der einzige Weg der katholischen Kirche nur sein [kann], rückhaltlos alles aufzuklären, den Opfern zu helfen und jetzt alle Karten auf den Tisch zu legen“. Bischof Stephan Ackermann benannte sie dabei als ein gutes Beispiel.[69]

Der CDU-Fraktionsvizevorsitzende Günter Krings meinte dazu: „Wer das Problem aber auf die katholische Kirche beschränkt, der hat das Problem nicht voll erfasst.“ Norbert Geis von der CSU fügte hinzu: „Ihr geht es nicht mehr um Aufklärung“.[298]

In der Sache wies die Deutsche Bischofskonferenz die Darstellung Leutheusser-Schnarrenbergers in einer Pressemitteilung als sachlich falsch zurück.[299]

Die von mehreren Seiten, darunter von Bildungsministerin Annette Schavan und vom Deutschen Kinderschutzbund, geforderte Verlängerung oder Abschaffung strafrechtlicher Verjährungsfristen für sexuellen Missbrauch lehnte Leutheusser-Schnarrenberger ab.[294]

Die FDP verlangte Ende Februar 2010 die Einrichtung eines Entschädigungsfonds.[300]

Anfang März 2010 äußerte Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre Zufriedenheit mit der bisherigen Reaktion der katholischen Kirche auf die Vorfälle. Die Kirche sei einen „sehr wichtigen Schritt“ gegangen, habe Offenheit im Umgang mit den Skandalen gezeigt und ihre Verantwortung wahrgenommen.[301] Am 9. März 2010 dankte der Vatikansprecher Federico Lombardi Angela Merkel für ihre Anerkennung der Bemühungen der Kirche als ernsthaft und konstruktiv und übermittelte die Haltung des Heiligen Stuhls bezüglich eines Runden Tisches zum Kindesmissbrauch. Dieser trete für einen solchen Runden Tisch ein, weil so vielleicht die schmerzhafte Erfahrung der Kirche eine nützliche Lehre auch für andere sein könne. Die Kirche habe sicherlich eine besondere erzieherische und moralische Verantwortung, dennoch dürfe sich die Frage „nicht nur auf die Kirche konzentrieren“.[302]

Alexander Dobrindt, Generalsekretär der CSU forderte am 13. März 2010 „rückhaltlose Aufklärung und Transparenz“ als „der einzig richtige Weg, nicht nur für die katholische Kirche. … Wenn wir den Opfern helfen und echte Vorsorge für die Zukunft treffen wollen, dürfen wir den Runden Tisch nicht auf die Kirche verengen.“ Ähnlich hatte sich zum selben Zeitpunkt auch die Generalsekretärin der SPD, Andrea Nahles geäußert. So dürfe es „keine systematische Vertuschung mehr geben“. Kindesmissbrauch sei aber ein „breites gesellschaftliches Phänomen“.[297]

Beate Merk erklärte im März 2010: „Die Kirche muss jetzt ein klares Signal geben, dass ihr der Schutz der Opfer, das Mitgefühl mit den Kindern, wirklich das Wichtigste ist.“ Es sei für sie unabdingbar, dass die Kirche sofort die Staatsanwaltschaft einschalte, wenn sie Hinweise auf Missbrauch erhalte. Merk forderte außerdem, die Verjährungsfristen bei Kindesmissbrauch auf 30 Jahre zu erweitern.[69]

Nach der Rückkehr von Bischof Zollitsch aus Rom ließ die Bundeskanzlerin Angela Merkel durch den stellvertretenden Regierungssprecher verlauten, sie begrüße, „dass der Heilige Vater die Notwendigkeit einer vollständigen Aufklärung dieser abscheulichen Taten ausdrücklich unterstrichen hat“ und somit die Bemühungen der katholischen Kirche in Deutschland „ausdrücklich die Rückendeckung des Vatikans haben“.[303]

Im Rahmen einer Presseerklärung vom 24. März 2010 beraumte die Bundesregierung den Runden Tisch Kindesmissbrauch an. Er steht unter dem gemeinsamen Vorsitz der Justizministerin, der Familienministerin Kristina Schröder und der Bildungsministerin Annette Schavan. Erster Tagungstermin war der 23. April 2010. Zugleich setzte das Kabinett die frühere Familienministerin Christine Bergmann (SPD) als unabhängige Beauftragte zur Aufarbeitung der Problematik des sexuellen Missbrauchs ein. Die Einrichtung dieser Stelle und die Berufung Bergmanns wurden von Bischof Zollitsch ausdrücklich begrüßt.[304]

Die Politikerin Renate Künast verlangte Anfang April 2010 „eine unabhängige Kommission des Bundestags und ein Entschädigungsfonds“.[305]

Bundespräsident Horst Köhler plädierte am 13. Mai 2010 dafür, die Kirchen nicht auf die Missbrauchsskandale zu reduzieren. Von den Kirchen forderte er, dass diese den Missbrauch in ihrem Verantwortungsbereich „ehrlich und schonungslos“ aufarbeiten. Missbrauch selbst sah er insbesondere als ein „tiefgehendes gesellschaftliches Problem“ und meinte: „Dem müssen wir uns widmen, anstatt die derzeitige Situation auszunutzen, um alte Vorurteile über der Kirche oder über reformpädagogischen Konzepten auszukippen“.[306]
Kirchliche Maßnahmen

Nach Aussage des Hamburger Weihbischofs Hans-Jochen Jaschke sei die römisch-katholische Kirche erst 2001 wach geworden. Davor habe sie aus Unwissenheit oder falscher Rücksicht geschwiegen.[264]
Aufklärung und Ermittlung

Für die katholische Kirche sind seit längerem Psychologen und Psychiater zur Beurteilung einzelner Geistlicher tätig, mit Stand Anfang 2010 namentlich Norbert Leygraf, Hans-Ludwig Kröber, Max Steller, Renate Volbert und Friedemann Pfäfflin, ausgewählt vom Kölner Theologen und Psychiater Manfred Lütz.[307]

Nach Aussage des forensischen Psychiaters Hans-Ludwig Kröber erteilt die Deutsche Bischofskonferenz seit dem Jahr 2004 eine regelhafte forensisch-psychiatrische Begutachtung früherer Fälle. Von diesen ca. 40 Verdachtsfällen lag bei gut einem Viertel kein Straftatbestand, sondern eine so genannte Distanzunterschreitung vor. Etwa 25 Prozent der Täter hatten pädophile Tendenzen und circa die Hälfte waren Gelegenheits- oder Einmaltäter. Nach Ansicht Kröbers sei das Hauptproblem bei Missbrauchsfällen in der römisch-katholischen Kirche die zuletzt genannte Tätergruppe.[308]

Am 30. März 2010 eröffnete Bischof Stephan Ackermann eine bundesweite Telefonhotline für Missbrauchsopfer und deren Angehörige ein, die von psychologischem Fachpersonal betreut wird. Sie wurde von der Lebensberatung im Bistum Trier im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz eingerichtet. In Verbindung mit der telefonischen Hotline wurde eine mit SSL gesicherte Online-Beratung im Internet geschaltet.[309][310][311][312]

Mehrere Bistümer überprüften aus Anlass der 2010 bekanntgewordenen Missbrauchsfälle ihre Personalaktenbestände seit dem Zweiten Weltkrieg. Ergebnisse dazu liegen bereits aus dem Erzbistum München und Freising vor. Dort wurden über 13.000 Personalakten überprüft.[313] Erste Ergebnisse liegen ebenfalls aus dem Bistum Regensburg vor.

Diese Untersuchungen dienen als Vorbereitung für eine von der Deutschen Bischofskonferenz geplante bundesweite Studie, mit deren Umsetzung nach Abschluss der nötigen Vordiskussionen begonnen werden soll.[314][224] Diese Studie soll fundierte Aussagen über Ausmaß und Besonderheiten des sexuellen Missbrauchs in der römisch-katholischen Kirche in Deutschland ermöglichen. Als Vorbild gilt die John-Jay-Studie.

Auch einzelne Ordensgemeinschaften leiteten entsprechende Maßnahmen ein. Die Salesianer Don Boscos richteten beispielsweise nach den bekanntgewordenen Missbrauchsfällen eine Arbeitsgruppe aus internen und externen Personen ein, die regelmäßig Zwischenberichte veröffentlichte. Der dritte Zwischenbericht nennt 62 Meldungen von Betroffenen ab dem Zeitraum der 1950er Jahre; 28 davon bezogen sich auf sexuelle Übergriffe unterschiedlicher Schwere. Unter den gemeldeten Fällen sind auch solche, die bereits bekannt und strafrechtlich abgeurteilt waren. Der dritte Zwischenbericht enthält auch bereits einige Konsequenzen für die Arbeit in den Einrichtungen.[315]

Am 20. Juni 2011 fasste die Deutsche Bischofskonferenz einstimmig den Beschluss, dass Kirchenmitarbeiter unter Aufsicht eines Teams des KFN (Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen), bestehend aus pensionierten Staatsanwälten und Richtern, sämtliche Personalakten der vergangenen zehn Jahre (zusätzlich in neun der 27 Bistümer sogar bis ins Jahr 1945 zurück) auf Hinweise zu sexuellen Übergriffen durchsuchen sollen bzw. werden.[316] Dabei soll das KFN nur Daten tatverdächtiger Personen und diese nur in anonymisierter Form erhalten; die mit der Aktenauswertung befassten externen Juristen müssen sich zum Schweigen gegenüber Dritten verpflichten.[317][318] Gegen dieses Projekt erhob das Netzwerk katholischer Priester schwere Bedenken, da es zum einen den Datenschutz der betroffenen Priester wie auch das Vertrauensverhältnis zum jeweiligen Bischof gefährdet sah, sollten alle Personalakten der Bistum Dritten zugänglich gemacht werden. Man fürchtete außerdem die Bestätigung eines gesellschaftlichen „Generalverdachtes“ gegen alle Priester.[319] Die Deutsche Bischofskonferenz veröffentlichte im Sommer 2011 die genauen Regularien zur Akteneinsicht und stellte klar, dass die Personalakten nicht von bistumsfremden Dritten eingesehen werden könnten.[320]

Am 8. Januar 2013 wurde bekannt, dass die Deutsche Bischofskonferenz den Vertrag über die Kriminologische Studie zum Missbrauch in der katholischen Kirche wegen Differenzen mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) gekündigt hatte.[321] Dessen Leiter Christian Pfeiffer warf der Kirche Zensur und Kontrollwünsche vor; auch habe er Hinweise darauf erhalten, dass Akten vernichtet worden seien. Die Kirche dementierte dies[322], allerdings ist eine Aktenvernichtung laut Spiegel im Kirchenrecht (Canon 489 § 2 Codex Iuris Canonici[323]) vorgesehen.[324] Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger forderte den Vorsitzenden der Bischofskonferenz auf, Pfeiffers Vorwürfe schnell aus der Welt zu schaffen.[325] Im August 2013 schrieb die Bischofskonferenz die Studie neu aus.

Norbert Leygraf leitete eine kircheninterne Studie für die katholischen Bistümer in Deutschland, die im Dezember 2012 vorgestellt wurde; er stellte fest, „dass eine spezielle Störung im Bereich der Sexualität, also das, was man in der Psychiatrie eine Pädophilie nennt, nur in Ausnahmefällen vorlag. Die Ursachen für diese Taten waren oft eher berufliche Krisen, Gefühle der Einsamkeit, soziale Isolation oder eine Nähe-Distanz-Problematik. (…) Wenn es eine pädosexuelle Orientierung gibt, ist es vorbei. Dann kann man so jemanden nicht mehr in der Kirche arbeiten lassen. Auch dort muss man aber sehen, dass man für ihn sorgen muss. Wenn er völlig ins Bodenlose fällt, ist die Rückfallgefahr viel größer. Deshalb sollte man ihn in einem System halten, wo er unterstützt und kontrolliert wird.“[326]
Leitlinien gegen sexuellen Missbrauch

Nachdem die deutschen Bischöfe beim Ständigen Rat in Würzburg vom 22. April 2002 nationale Regelungen noch ablehnten,[327] setzten sie bei der Herbstvollversammlung der Deutsche Bischofskonferenz in Fulda am 27. September 2002 einheitliche Leitlinien Zum Vorgehen bei sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Geistliche im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz in Kraft, nach denen Priester, die auffällig geworden sind, nicht wieder in der Seelsorge eingesetzt werden, wo sie mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben. Darin wurde die Meldepflicht bei schweren Delikten bei der Kongregation für die Glaubenslehre in Rom übernommen.[328]

Am Ende der Frühjahrs-Vollversammlung vom 22. bis 25. Februar 2010 in Freiburg stand eine Zusatzerklärung, in der die Bischöfe ihr weiteres Vorgehen festhielten: Neben der Aufklärung sollen vor allem die Leitlinien von 2002 überprüft und präventive Maßnahmen ergriffen werden. Um eine bessere Verortung der Verantwortlichkeiten zu erreichen, wurde der Bischof von Trier Stephan Ackermann als besonderer Beauftragter ernannt.[329]

Am 31. August 2010 veröffentlichte[330] die Deutsche Bischofskonferenz überarbeitete, präzisierte Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Kleriker, Ordensangehörige und andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz.[331][332] Diese regeln die Frage des Vorgehens nach Kenntnisnahme eines Hinweises.[333] Verdachtsfälle werden an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet,[334] außer das Opfer wünscht dies explizit anders, dann könne darauf verzichtet werden, wenn dem keine gesetzlichen Regelungen entgegenstehen. Kirchenrechtliche Verfahren würden laut Bischof Ackermann ebenfalls eröffnet,[335] diese seien aber nicht dem staatlichen Prozess vorgeordnet.[335] Außerdem sollen mit den Leitlinien auch „Handlungen unterhalb der Schwelle der Strafbarkeit, die im pastoralen oder erzieherischen sowie im betreuenden oder pflegerischen Umgang mit Kindern und Jugendlichen eine Grenzüberschreitung darstellen“, geahndet werden. Damit gehen die Leitlinien über das deutsche Strafrecht hinaus und beziehen auch die an der christlichen Moral orientierte Tatbestandsfassung des kirchlichen Strafrechts mit ein.[336]

In der Frage der Prävention wird für haupt- und nebenberufliche kirchliche Mitarbeiter ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis verlangt,[337] wenn die Sorge vorliege, „dass bei einer Person Tendenzen zu sexuellem Fehlverhalten vorliegen, werde eine forensisch-psychiatrische Begutachtung angeordnet“.[331] Der Bereich der Aus- und Fortbildung enthält „die offene Auseinandersetzung mit Fragen der Sexualität, vermittelt Kenntnisse über sexuelle Störungen und gibt Hilfen für den Umgang mit der eigenen Sexualität“.[331] Die Aus- und Fortbilder haben Sorge zu tragen, dass Personen mit auffälligem Verhalten auf Schwierigkeiten angesprochen und Hilfen angeboten werden. Zudem werden für die Verantwortlichen für Aus- und Fortbildungen und für die Ansprechpartner der Diözesen regelmäßige Fortbildungen in der Missbrauchsproblematik eingerichtet.[331] Im Gegensatz zur ersten Version aus dem Jahr 2002 gelten die Leitlinien auch für ehrenamtliche Mitarbeiter.[333]

Nachdem er selbst wegen der Weiterbeschäftigung übergriffiger Geistlicher in die Kritik geraten war (siehe Bistum Trier), sprach sich Bischof Stephan Ackermann als Missbrauchsbeaufter der Deutschen Bischofskonferenz bei der Heilig-Rock-Wallfahrt 2012 in Trier für eine Verschärfung der Leitlinien im Rahmen der anstehenden Evaluation aus. Vor allem möchte er den Passus ändern, der es verurteilten Tätern zwar verbietet, im Kinder- und Jugendbereich zu arbeiten, jedoch eine Beschäftigung im Seelsorgebereich bei Vorlage eines positiven Gutachtens ermöglicht. Gegenüber dem Trierischen Volksfreund gab Ackermann an, dass die gegenwärtige Praxis die betroffenen Bereiche diskreditiere und die dort arbeitenden Seelsorger einem Generalverdacht aussetze.[338]

Im September 2013 stellte die Deutsche Bischofskonferenz die erneut überarbeiteten Leitlinien vor. Demnach sollen Kleriker nach sexuellem Missbrauch von Schutzbefohlenen nicht mehr in den Seelsorgedienst zurückkehren, wenn „dieser Dienst eine Gefahr für Minderjährige oder erwachsene Schutzbefohlene darstellt oder ein Ärgernis hervorruft“. Im Gegensatz zur katholischen Kirche in den Vereinigten Staaten lehnt die Bischofskonferenz ein generelles Beschäftigungsverbot für verurteilte Sexualstraftäter aber ab. Missbrauchsopfer sollen künftig zur Erstattung von Strafanzeigen ermutigt werden.[339]
Prävention

Am 23. September 2010 wurde im Zuge der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz ein Katalog von Präventionsmaßnahmen vorgestellt, der in allen katholischen Einrichtungen in Deutschland umgesetzt werden soll.[340] Danach muss jedes der 27 Bistümer eine Stelle einrichten, die sich um Präventionsfragen kümmert. Für haupt- und nebenamtliche Mitarbeiter in der Kinder- und Jugendarbeit wird ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis gefordert, die Ehrenamtlichen sollen eine Selbstverpflichtungserklärung unterschreiben. Außerdem stellte der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz Stephan Ackermann das Internetportal http://www.praevention-kirche.dbk.de/ vor. Durch dieses sollen Eltern und Bürger, die Verantwortung für Kinder und Jugendliche tragen, über Prävention informiert werden und sich miteinander vernetzen können.[341] Im Dezember 2010 wurde schließlich eine umfangreiche Broschüre zur Prävention von Missbrauch für alle Bistümer herausgegeben. Der Vorsitzende der Kommission für Erziehung und Schule der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Hans-Josef Becker, rief die Verantwortlichen zu einer „systematischen Prävention“ auf.[342]

Seitens der Leiterin des Büros für sexuellen Missbrauch im kirchlichen Bereich, Bettina Janssen, wurde darauf hingewiesen, dass die römisch-katholische Kirche in Deutschland bezüglich der präventiven Maßnahmen nicht bei Null angefangen habe. Zahlreiche Präventionsmaßnahmen seien auch in der Vergangenheit schon von den betroffenen Verbänden beschlossen und umgesetzt worden. Janssen verwies dazu auf den Bund der Deutschen Katholischen Jugend oder den Deutschen Caritasverband.[343]

Ein ähnlicher Kurs wird auch in den einzelnen Bistümern, wie etwa dem Erzbistum München und Freising, verfolgt. So wurde dort bereits eine Projektstelle „Prävention gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen“ eingerichtet, die am Schulpastoralen Zentrum Traunstein angesiedelt ist. Tätig ist dort eine Psychologin. Mit der Projektstelle, die Kinder, Jugendliche, Eltern und Lehrer informiert und berät, möchte das Erzbistum dazu beitragen, sexuellen Missbrauch zu verhindern. Die Projekt-Stelle ist zunächst auf ein Jahr befristet, bis dahin soll die von Kardinal Reinhard Marx eingesetzte Kommission „Prävention“ ein Gesamtkonzept für die Erzdiözese erarbeiten. Noch im Schuljahr 2010/2011 sollten alle Religionslehrer im Kirchendienst zum Thema Missbrauchsprävention fortgebildet werden. Insgesamt rund 600 kirchliche Lehrer und Lehrerinnen, die in der Diözese Religion unterrichten, müssen in den kommenden Monaten an dieser Pflichtfortbildung teilnehmen.[344] In Ergänzung will das Erzbistum ein „Zentrum für Kinder und Jugendschutz“ einrichten. Träger soll die Päpstliche Universität Gregoriana sein. Die wissenschaftliche Unterstützung soll durch das Ulmer Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie erfolgen.[345] 2012 wurde berichtet, dass die Projektstelle „Prävention gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen“ im Zuge der Reformen in den bayerischen Bistümern wieder geschlossen werden soll.[346]

Auch das Bistum Osnabrück will eine „Koordinationsstelle zur Prävention von sexuellem Missbrauch“ einrichten.[347] Das Bistum Osnabrück verpflichtete außerdem alle hauptamtlichen Beschäftigten zur Teilnahme an Schulungen zur frühzeitigen Erkennung von und Reaktion auf mögliche Missbrauchsfälle. Nach Aussage des Bistums sollen so auch potentielle Täter durch die erhöhte Gefahr der Entdeckung abgeschreckt werden.[348]

Maßnahmen gegen sexuellen Missbrauch werden seit Bekanntwerden der Missbrauchsfälle auch in vielen Gemeinden umgesetzt. Die katholische Kirche im Kreis Mettmann reagierte beispielsweise mit einer verpflichtenden Weiterbildung der Seelsorger durch die Kinder- und Jugendpsychiatrie des Landschaftsverbandes Rheinland in Düsseldorf. Diese wurde ergänzt durch verpflichtende Unterweisungen der Erzieher und Erzieherinnen katholischer Kindertagesstätten im ganzen Kreis. Kreisdechant und Pastoralreferent Detlef Tappen legte dazu auch einen Ratgeber vor, der behandelt, wie man sexuellen Missbrauch erkennt und wo Eltern und Kinder Hilfe finden.[349]

Die „Elternbriefe“ veröffentlichten im September 2010 eine Sonderausgabe zu sexuellem Missbrauch, um Eltern über den Umgang mit Verdachtsmomenten und dergleichen zu informieren.[350]
Gesprächsmöglichkeiten für Missbrauchsopfer

Mehrere Bischöfe trafen sich persönlich mit Missbrauchsopfern. Zu nennen sind hier beispielsweise der Missbrauchsbeauftragte Stephan Ackermann[351] und der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx[352] oder auch der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker[179] In anderen Bistümern, wie zum Beispiel in Speyer, trafen sich Vertreter des Bistums, wie der Generalvikar, mit Missbrauchsopfern.[353] Im Bistum Rottenburg-Stuttgart hat jedes Missbrauchsopfer die Möglichkeit zu einem persönlichen Gespräch mit Bischof Gebhard Fürst.[287] Mehrere Missbrauchsopfer haben von dieser Möglichkeit bereits Gebrauch gemacht.[213]

Während des Papstbesuches in Deutschland 2011 kam es zu einem Treffen von Papst Benedikt XVI. mit fünf Missbrauchsopfern in Erfurt.[354][355][356]
Fürbitten

Am 31. März 2010 wurde der Vorschlag Bischof Ackermanns bekannt gemacht, im Rahmen der traditionellen Großen Fürbitten der Karfreitagsliturgie eine Bitte für die Missbrauchsopfer einzufügen. Die Fürbitte enthält drei Teilbitten: eine erste Bitte „für die Kinder und Jugendlichen, denen inmitten des Volkes Gottes, in der Gemeinschaft der Kirche, großes Unrecht angetan wurde, die missbraucht und an Leib und Seele verletzt wurden; … Sei mit deiner Liebe, deinem Trost und deiner Kraft allen nahe, denen großes Unrecht geschehen ist und die tiefe seelische Verletzungen erlitten haben; richte sie auf, heile ihre Wunden und stärke ihren Glauben“; eine zweite Bitte für „diejenigen, die schuldig geworden sind und sich schwer versündigt haben an jungen Menschen, die ihrer Sorge und Obhut anvertraut waren. … den Schuldigen aber gib Einsicht und Reue, die Bereitschaft zur Umkehr und den festen Willen, vergangene Untaten gut zu machen“; eine dritte Bitte um den Beistand des Heiligen Geistes für alle Christen, damit sie „auf dem Weg deiner Gebote bleiben, dem Bösen widerstehen und entschiedener das Gute tun.“ Bischof Ackermann hat dazu alle Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz eingeladen, diese Fürbitte für ihre Bistümer zu übernehmen.[357] 21 von 27 Bistümern haben diesen Vorschlag unverändert an ihre Priester für die Gottesdienste weitergegeben. In sechs Bistümern wurden entweder eigene Texte verwendet (Augsburg, Essen, Würzburg), eigene Fürbitten an den Osterfeiertagen empfohlen (Regensburg)[358] oder darauf verzichtet, weil schon eigene Gebetsinitiativen in der Karwoche stattgefunden hatten (Mainz, Rottenburg-Stuttgart).[359]
Entschädigungen

Die Debatte über Entschädigungszahlungen gestaltete sich innerkirchlich kontrovers. So äußerte der Erzbischof von München-Freising, Reinhard Marx, dass die Kirche den Opfern zu helfen habe, auch finanziell. Der Bischof von Regensburg, Gerhard Ludwig Müller, lehnte pauschale Entschädigungen ab, da diese wieder als „Schweigegeld“ verstanden werden könnten. Auch der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann äußerte sich in diese Richtung und plädierte daher dafür, Entschädigungen als finanzielle Zuwendungen sachbezogen zu gestalten. Dies würde beispielsweise bedeuten, die Therapiekosten eines Missbrauchsopfers zu übernehmen.[360] Seitens des Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Stephan Ackermann, wurde darauf hingewiesen, dass die Schuld für Missbrauch beim Täter liege und somit auch dieser in Regress zu nehmen sei.[361]

Über die Forderungen der Opfer führte Ministerin Bergmann im August 2010 aus: „Die Botschaft ist klar: Rund die Hälfte der Betroffenen will eine Entschädigung, manche möchten die Kosten für Therapien erstattet sehen, andere wünschen sich eine Rente. Alle bitten darum, dabei nicht abermals ihr Schicksal rechtfertigen zu müssen. Sie fürchten neue Traumatisierung.“[362]

Auf der Herbstvollversammlung 2010 hatten sich die Bischöfe auch zur Frage der Entschädigung von Opfern beraten. Sie beschlossen dazu, dass das Leid der Opfer auch finanziell anerkannt werden müsse. Dazu wurde ein individuelles Entschädigungsmodell beschlossen, nachdem zunächst der Täter in die Pflicht genommen werden soll. Im Falle der Zahlungsunfähigkeit des Täters wolle dann die römisch-katholische Kirche als Institution die Entschädigung übernehmen.

Ackermann erklärte, dass die römisch-katholische Kirche „sich Entschädigungsforderungen nicht verschließen“ werde.[363] Vorerst wurde jedoch auf die Arbeit des Runden Tisches Sexueller Kindesmissbrauch der Bundesregierung verwiesen. Konkrete Regelungen zur Entschädigungen von Opfern möchte die Deutsche Bischofskonferenz demnach erst diskutieren, wenn die die dortigen Beratungen abgeschlossen sind.[364]

In der Folge beschloss die Herbstvollversammlung der deutschen Bischöfe 2010 eine erste Orientierungsmaßgabe für einen ausgearbeiteten Entschädigungsvorschlag, der schließlich bei der Frühjahrsvollversammlung der deutschen Bischöfe 2011 vorgelegt wurde. Danach soll es nach einer Einzelfallprüfung eine Entschädigung in Höhe von bis zu 5000 Euro (in Einzelfällen auch mehr) kombiniert mit weiteren Hilfsmaßnahmen wie beispielsweise der Übernahme von Therapiekosten geben.

Nach Medienberichten vom September 2010 wollen sich die Bischöfe an üblicherweise von Gerichten verhängten Entschädigungen von 5.000 bis 10.000 Euro je Opfer orientieren. Für die Entschädigungszahlungen an Opfer sexuellen Missbrauchs in der römisch-katholischen Kirche in Deutschland sollen keine Gelder aus dem Kirchensteueraufkommen verwendet werden.[365][366]

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, unterstrich dazu im September 2010, dass es wichtig sei, „gesamtmenschliche Hilfe“ zu leisten. „Es wäre falsch zu sagen, es geht nur um Geld“, weswegen die römisch-katholische Kirche bei Fragen des sexuellen Missbrauchs auch ein großes Gewicht auf die Prävention lege.[367]

Ein Vorschlag für die Entschädigung von Missbrauchsopfern wurde in Deutschland Mitte September 2010 vom Jesuitenorden vorgelegt. Darin boten die Jesuiten jedem Missbrauchsopfer in ihren Einrichtungen eine vierstellige Summe als Entschädigung an. Für diese Zahlungen sollte jedoch kein Geld für soziale Projekte oder aus Spenden verwendet werden, stattdessen sollten die Zahlungen aus den Mitteln für die Brüder selbst geleistet werden. Der oberste Vertreter der Jesuiten in Deutschland, Stefan Kiechle, erklärte dazu: „Wir werden unseren Lebensstil einschränken müssen“. Die Sühne müsse „weh tun“ – „sonst verraten wir unseren Auftrag“.[368]

Claudia Keller wies in der Wochenzeitung Der Tagesspiegel darauf hin, dass es kirchen- und arbeitsrechtlich schwierig ist, einen Priester zur Zahlung einer Entschädigung zu verpflichten. Auch das Kirchenrecht setze für entsprechende Maßnahmen eine Verurteilung vor weltlichen und kirchlichen Gerichten bzw. eine Strafanordnung der Glaubenskongregation voraus. Ohne diese Verurteilungen können die betroffenen Täter nur durch moralischen Druck zur Zahlung bewegt werden. Sollte am Ende eines kirchlichen Verfahrens gar die Höchststrafe der Entfernung aus dem Klerikerstand stehen, hätten die Bistümer erst recht keine Handhabe mehr. Vielmehr müssten sie stattdessen die Entlassenen bei der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte nachversichern, was bei etwa 30 Dienstjahren etwa 250.000 bis 300.000 Euro bedeute.[369]

Bereits Ende Januar 2011 sickerte durch, dass der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Stephan Ackermann, nicht mehr an eine erfolgreiche gemeinsame Entschädigungsregelung durch den Runden Tisch Sexueller Missbrauch glaubte und die Bischöfe daher eine eigene Lösung im Rahmen von etwa 1 Million Euro für die bis dato 205 namentlich bekannten Missbrauchsopfer favorisierten.[218] Zur selben Zeit mahnte Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger eine „Gesamtlösung in der Entschädigungsfrage“ am Runden Tisch Sexueller Kindesmissbrauch an und sprach sich gegen „einzelfallbezogene Lösungen“ aus.[370]

Ende Februar/Anfang März 2011 stellte Ackermann schließlich den Vorschlag der römisch-katholischen Kirche in Deutschland bezüglich der Entschädigungen von Missbrauchsopfern vor. Danach soll es eine kombinierte Entschädigung aus Geldzahlungen und der Übernahme von Therapiekosten und dergleichen geben.[371]

Offizielle Summen für Geldzahlungen wollte Ackermann nicht nennen, bezeichnete aber 2000 bis 5000 Euro pro Opfer als „nicht abwegig“. In besonders schweren Fällen soll es auch höhere Zahlungen geben. Für die Regelung der Entschädigungen soll ein Gremium bei der Deutschen Bischofskonferenz eingerichtet werden, das die Fälle einzeln prüft. Eine Pauschalentschädigung soll es nicht geben.

Die Übernahme der Entschädigungen wird demnach zunächst durch den Täter und dann durch die konkret verantwortliche Institution erfolgen. Das bedeutet, dass beispielsweise für Missbrauchsopfer im Bistum Trier die Zahlungen vom Bistum Trier übernommen werden.

Das Angebot finanzieller Entschädigung soll für Fälle gelten, in denen wegen Verjährung kein rechtlicher Anspruch auf Schadensersatz und Schmerzensgeld mehr durchgesetzt werden kann. Um Opfer in Fällen, die noch nicht verjährt sind, den Durchlauf des Rechtsweges zu ersparen, sollen vor allem außergerichtliche Einigungen angestrebt werden. Die Richtigkeit der vorgebrachten Behauptungen soll demnach an Eides statt schriftlich erklärt werden. Weitere Belege seien nicht erforderlich.[372]

Der Entschädigungsvorschlag orientiere sich insgesamt am kurz zuvor beschlossenen Entschädigungsrahmen für ehemalige Heimkinder (etwa 2000 bis 4000 Euro pro Opfer).

Der neue Sonderermittler Hans-Joachim Jentsch erklärte am 17. Februar 2011, das Kloster Ettal werde aus Eigenvermögen einen Entschädigungsfonds von mindestens 500.000 Euro für die Opfer von Sexualstraftaten einrichten.[373]

Die angebotenen Entschädigungen wurden von Opfern jedoch als viel zu niedrig kritisiert.[219] Norbert Denef, Sprecher von netzwerkB erklärte, die „Entschädigung der Opfer sexualisierter Gewalt darf kein barmherziges Almosen sein.“[374] Denef führte im März 2011 aus:[375] „Zu den Folgen muss man auch rechnen, wie sich das Leben und der berufliche Werdegang hätte entwickeln können, wenn sie kein Trauma durchlitten hätten. (…) Eine Entschädigung in Deutschland muss unbedingt an internationale Maßstäbe wie in den USA angepasst werden.“ Matthias Katsch vom Eckigen Tisch sprach von einer Unverschämtheit.

Roswitha Müller-Piepenkötter vom Weißen Ring meinte, dass dieses Angebot wie eine Verhöhnung wirken müsse. Der Vorsitzende der Kinderhilfe, Georg Ehrmann, empfand das Angebot ebenfalls als unbefriedigend, kritisierte jedoch den politischen Stillstand am Runden Tisch Sexueller Missbrauch als eigentlichen Skandal.

Die katholische Kirche ist laut Domradio bisher die einzige Organisation, die dort einen Vorschlag vorgelegt hat. Ingrid Fischbach, stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, begrüßte hingegen das Angebot der katholischen Kirche. Diese signalisiere mit diesem Angebot, dass sie Verantwortung übernehme.[376] Gegen die Kritik an den Entschädigungen wandte sich auch der Mainzer Kardinal Karl Lehmann. Er empfand es als traurig, wenn das Angebot einfach als „schäbig“ bezeichnet würde und kritisierte insbesondere die ausschließliche Fixierung der Kritik auf die Höhe von Geldsummen. Er hoffte, dass Opfer sexuellen Missbrauchs den kirchlichen Hilfsplan, der nicht nur aus der Zahlung von Geld bestehe, als „ernsthafte und aufrichtige Geste“ annehmen könnten.[377] Wolfgang Thielmann wies darauf hin, dass sich die Höhe der Entschädigung auch nach den Holocaustüberlebenden zustehenden Beträgen gerichtet habe und man nicht über diese hinausgehen wollte.[378]

Nach Recherchen des Bayerischen Rundfunks haben bis Juli 2011 nur wenige Missbrauchsopfer eine Entschädigung beantragt. Der Bayerische Rundfunk bezog sich dabei auf Angaben des Missbrauchsbeauftragen des Bistums Würzburg, Klaus Laubenthal. Von 40 bekannten Personen hätten nur acht eine Entschädigung beantragt. Auch in anderen bayerischen Bistümern seien die Zahlen unerwartet niedrig. Die Deutsche Bischofskonferenz hielt es allerdings für verfrüht, bereits Bilanz zu ziehen.[379]

Bei der Deutschen Bischofskonferenz gingen bis Ende Juli 2011 insgesamt 579 Anträge auf Entschädigung ein. In 560 Fällen wurde die Zahlung empfohlen.[52]

Beim Kloster Ettal haben etwa 70 von 100 Opfern eine Entschädigung beantragt. Beim Jesuitenorden erfolgte ein Antrag von 65 Opfern aus einer Gesamtzahl von etwa 200. Robert Köhler, Vertreter der Missbrauchsopfer von Ettal, nannte als Gründe für die Nichtbeantragung von Entschädigungen eine immer noch hohe Schamgrenze, die Angst vor Retraumatisierung und den als kompliziert empfundenen Antragsweg.[380] Bis Anfang 2012 hatte sich die Zahl der Entschädigungsanträge bei den Bistümern auf 950 erhöht.[381]

Im Februar 2012 wurde bekannt, dass im Bistum Regensburg in Form von wortgleichen Serienbriefen eine Entschädigung verweigert wird.[382] Die Offenlegung der Anzahl der dort gestellten bzw. bewilligten Anträge auf Entschädigung verweigerte das Bistum Regensburg wiederholt.[383]
Kirchenaustritte

Im März 2010 wurde ein signifikanter Anstieg der Kirchenaustritte beobachtet, bei dem man einen Zusammenhang mit den Missbrauchsskandalen vermutete. Quellen für diese Beobachtung waren Standesämter[384] und eine Umfrage von Forsa.[385] Nach einer Austrittswelle im März und April 2010 fielen die Zahlen in den meisten deutschen Bistümern bis zum Herbst wieder. Nach ersten Stichproben hatten vor allem 40- bis 60-jährige den Austritt vollzogen.[286]

Insgesamt stiegen die Austrittszahlen auf 180.000 gegenüber etwa 120.000 im Jahre 2009.[386]
Österreich
Rechtliche Lage

Das österreichische Strafgesetzbuch behandelt sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in den Paragraphen §206-208a. Die genauen rechtlichen Bestimmungen sind in den Artikeln Sexueller Missbrauch von Unmündigen und Sexueller Missbrauch von Jugendlichen zu finden.
Verjährung

Die Verjährungsfrist für die meisten betroffenen Straftaten beginnt in Österreich erst mit Vollendung des 28. Lebensjahres des Opfers zu laufen. Diese Regelung gilt seit Juni 2009, bereits zuvor verjährte Straftaten sind davon also nicht betroffen.[387]

Bei einem schweren Missbrauch an einem Unmündigen mit Geschlechtsverkehr mit körperlichen oder seelischen Verletzungsfolgen ist Haft von fünf bis 15 Jahren möglich, was eine Verjährungsfrist von 20 Jahren nach sich zieht. Der Täter könnte also in diesem Falle strafrechtlich verfolgt werden, bis das Opfer 48 Jahre alt ist. Bei sexuellem Missbrauch mit Geschlechtsverkehr (aber ohne Verletzungen) startet die Verjährung aufgrund der Strafdrohung von ein bis zehn Jahren nach zehn, bei sexuellem Missbrauch ohne Geschlechtsverkehr aufgrund der Strafdrohung von sechs Monaten bis fünf Jahren nach fünf Jahren.[388]
Entwicklung in Österreich
Entwicklung seit der Affäre Groër

Der Erzbischof von Wien, Hans Hermann Groër, trat im April 1995 zurück, nachdem Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen gegen ihn erhoben wurden. Die Vorwürfe wurden im Februar 1998 kirchlich als zutreffend bestätigt.[389]

Nach Aussagen von Kardinal Christoph Schönborn im Jahre 2010 wollte Josef Ratzinger 1995 eine kirchliche Untersuchungskommission zur Aufklärung der Affäre einsetzen, konnte sich damit aber innerhalb der Kurie nicht durchsetzen. Vor allem Kardinal Angelo Sodano soll damals ein entschiedener Gegner dieses Vorhabens gewesen sein und die Aufklärung der Affäre behindert haben.[390]

Im Jahr 2003/2004 führte das dramatische Hör- und Kammerspiel Die Beichte von Felix Mitterer kurzzeitig zu Diskussionen über den sexuellen Missbrauch von Kindern in Obhut der Kirche. Das Stück wurde mit dem ORF-Hörspielpreis und dem Prix Italia ausgezeichnet.
Entwicklung seit 2010

Am 8. März 2010 bot Erzabt Bruno Becker des Klosters St. Peter in Salzburg dem Vorsitzenden der Benediktinerklöster in Österreich, Abtpräses Christian Haidinger vom Kloster Altenburg, seinen Rücktritt an, nachdem er eingestehen musste, dass er 1969 in Grödig einen Buben missbraucht hatte. Der Erzabt bot dem Opfer im November 2009 5.000 Euro an. Der Erzbischof von Salzburg, Alois Kothgasser, sagte, es habe sich um ein Angebot von Schmerzensgeld gehandelt. Der Rücktritt des Erzabtes wurde am 2. April 2010 angenommen.[391] Dasselbe Opfer berichtete, von zwei weiteren Mönchen sechs Jahre lang sexuell missbraucht worden zu sein und berichtete von Übergriffen auch gegenüber weiteren Jugendlichen. Einer der beiden Haupttäter sei Mitte der siebziger Jahre aus dem Orden ausgetreten, der zweite habe in der Pfarrseelsorge gearbeitet. Laut Staatsanwaltschaft Salzburg wurden beide im Jahr 2005 als Sextouristen in Marokko festgenommen und wegen sexuellen Missbrauchs an minderjährigen Marokkanern verurteilt.[392][393]

Bedingt durch den Vorstoß in Deutschland, rückte auch in Österreich Anfang 2010 kirchlicher Missbrauch in den Fokus der Medien. Bis März 2010 waren fünf Fälle sexuellen Missbrauchs in der römisch-katholischen Kirche Österreichs bekannt geworden, laut Erzdiözese Wien hatte es im Vorjahr zudem 17 weitere Verdachtsfälle gegeben. Die Vorwürfe sexuellen Missbrauchs betrafen unter anderem das Internat eines Privatgymnasiums des Bregenzer Zisterzienser-Klosters Mehrerau in den 80er Jahren.[394] Der Pater, der damals wegen Missbrauchs suspendiert und von der Schule entfernt worden war, sei für weitere Missbrauchsfälle verantwortlich. Ein 2004 gegen ihn angestrengtes Verfahren war wegen Verjährung eingestellt worden.[395]

Seit 11. März 2010 wird ein Fall diskutiert, bei dem die Diözese Graz-Seckau und der Vatikan Missbrauchsfälle vertuscht haben sollen, die in den achtziger Jahren von einem Pfarrer begangen worden sein sollen. Nach ersten konkreten Vorwürfen Ende der 1990er Jahre und einer einjährigen Beurlaubung wurde der Pfarrer von Bischof Johann Weber lediglich versetzt, nachdem die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen in zwei Fällen wegen Beweismangels und Verjährung eingestellt hatte. Drei Jahre nach den ersten Ermittlungen wurde der Pfarrer erneut verdächtigt, mindestens 13 Jungen im Alter von 5 bis 18 Jahren wiederholt und schwer sexuell missbraucht zu haben. Das Verfahren wurde abermals wegen Verjährung eingestellt. Nach weiteren Interventionen von Opfern wurde der Pfarrer vom neuen Bischof Egon Kapellari vom Dienst freigestellt und unter Zustimmung der römischen Glaubenskongregation das erste Kirchengerichtsverfahren wegen Missbrauchs in Österreich eingeleitet, das mit einem Schuldspruch für den Pfarrer endete. Obwohl sich der Verfahrensleiter des Erzbischöflichen Metropolitan- und Diözesangerichts in Salzburg wegen der Verjährung im Vorhinein abgesichert hatte, hob die Glaubenskongregation 2006 das Urteil wegen Verjährung der Tatbestände wieder auf.[396]

Im März 2010 machte das Stift Kremsmünster Schlagzeilen mit Berichten über Missbrauchsfälle im Stiftsgymnasium Kremsmünster in den 1970er- bis in die 1990er-Jahre. Insgesamt meldeten sich seither rund 45 Opfer bei den kirchlichen Kommissionen und der Staatsanwaltschaft. Gegen drei Patres gab es Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs, weitere acht Patres, Lehrer und Erzieher wurden der körperlichen und seelischen Misshandlung bezichtigt. Zehn von elf Verfahren wurden von der Staatsanwaltschaft als strafrechtlich nicht relevant oder verjährt wieder eingestellt.[397] Der frühere Konviktsdirektor P. Alfons Mandorfer wurde jedoch im April 2012 in den Laienstand zurückversetzt und im Juli 2013 vom Landesgericht Steyr u. a. wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen vorerst nicht rechtskräftig zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Die Taten hatte der Pater in den Jahren 1973 bis 1993 an insgesamt 24 Zöglingen begangen.[398] Gegen zwei weitere Patres des Klosters wurden im Jahr 2013 zwei kirchenrechtliche Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs abgeschlossen, wobei P. Benedikt Pitschmann mit nicht näher definierten internen Auflagen sanktioniert wurde, und P. Petrus Schuster in der Folge sein Diakonat im Zeitraum von fünf Jahren nicht ausüben darf.[399] Zur Aufarbeitung der Missbrauchsaffäre ließ die Stiftsleitung dort im Mai 2011 das Stück Die Beichte von Felix Mitterer aufführen.[400] Das Stift zahlte über die sogenannte Klasnic-Kommission bisher rund 700.000 Euro an die rund 45 Opfer.[398] Im März 2013 wurde das ‚Institut für Praxisforschung und Projektberatung‘ München mit der wissenschaftlichen Untersuchung der organisatorisch-strukturellen Hintergründe der Missbrauchsfälle beauftragt.[401]

Bei Vorlage eines Zwischenberichtes im November 2010 hatten sich seit Januar etwa 1.142 Menschen an die kirchlichen Ombudsstellen gewandt. Bei 511 Personen hat sich der Verdacht des sexuellen Missbrauchs erhärtet. 106 Anzeigen wurden bei der Polizei gestellt. Etwa 50 % der Fälle lagen mehr als 40 Jahre zurück.[402]

Schwere Vorwürfe erhob eine 47-jährige Frau namens Susanne P. im März 2011 gegen den Salzburger Domprediger und ehemaligen katholischen Hochschulprofessor Peter Hofer. Die Frau warf Hofer vor, sie zwischen dem 16. und 22. Lebensjahr (1980–1986) hunderte Male vergewaltigt zu haben. Hofer widersprach dieser Darstellung und gestand lediglich eine einjährige freiwillige sexuelle Beziehung zu Susanne P. nach Erreichen der Volljährigkeit ab 1985 ein. Damals war er Pfarrer in Nonntal. Alle weiteren Vorwürfe wies er als „erfunden“ zurück.[403]

Die Erzdiözese Salzburg lehnte eine Entschädigung ab und riet ihr, den Rechtsweg zu beschreiten. Psychologische Gutachten konnten den Fall nicht eindeutig klären. 2008 wandte sich Susanne P. an die Wiener Ombudstelle für sexuellen Missbrauch. 2010 erkannte schließlich die Klasnic-Kommission Susanne P.s Fall an und beschloss eine Entschädigung. Der Fall wurde an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Die Plattform Betroffene kirchlicher Gewalt bezeichnete die Zahlungen der Klasnic-Kommission als „Schweigegeld“. Dem widersprach jedoch das Opfer Susanne P. Seit Juli 2010 wurden zwei Anzeigen durch die Staatsanwaltschaft Salzburg wegen Verjährung zurückgewiesen.[404][405]

Am 11. März 2011 legte Hofer schließlich alle seine Ämter nieder. Die Erzdiözese Salzburg leitete ein kirchenrechtliches Verfahren ein. Hofer bestritt weiterhin, dass die gegen ihn erhobenen Vorwürfe der Wahrheit entsprächen.[406] Eine besonders scharfe Kritik zum Verhalten von Peter Hofer veröffentlichte Cornelius Hell in der Zeitung Die Presse in Form eines offenen Briefes.[407] Das kirchenrechtliche Verfahren gegen Hofer wurde im Februar 2012 eingestellt. Es hatte keinerlei Beweise für die Missbrauchsvorwürfe erbracht.[408]

Im Oktober 2011 beschuldigte ein Frau Nonnen des von Benediktinerinnen geführten Kinderheimes in Martinsbühel bei Zirl, dort Mädchen sexuell missbraucht zu haben.[409]
Kirchliche Reaktionen und Maßnahmen

Die Auswirkungen der Affäre Groër führten 1996 zur Gründung einer Ombudsstelle der Erzdiözese Wien für Opfer sexuellen Missbrauchs in der Kirche.[327] Deren Leiter war anfangs Helmut Schüller, der selber Schüler bei Groër war und zunächst die Vorwürfe nicht glaubte. In seiner Amtszeit formulierte er Regeln für den Umgang mit sexuellem Missbrauch in der Kirche, die aber im Sinne einer gesamtösterreichischen kirchlichen Vorgangsweise nicht umgesetzt wurden. 2005 gab Schüller diese Funktion zurück, weil sein Ziel immer gewesen sei, dass ein Nicht-Priester die Ombudsstelle leite. Laut eigener Aussage sei seine Ernüchterung bezüglich der Realität der Kirche in diesen Jahren größer geworden.[410] Am 28. Februar 2010 äußerte er in einem Interview mit dem Vorarlberger Kirchenblatt Zweifel, ob die Ombudsstellen auch überall von den Verantwortlichen offensiv gewollt sind, und forderte klare und einheitliche gesamteuropäische Regeln wie in Deutschland durch die Bischofs- und die Ordensobernkonferenz.[411] Von 2005 bis Ende 2008 leitete der Wiener Kinder- und Jugendpsychiater Max Friedrich und seit Anfang 2009 der psychiatrische Facharzt und Hochschullehrer Johannes Wancata die Ombudsstelle.[412]

In Wien räumte Kardinal Christoph Schönborn Fehler der Kirche ein: „Leider wurden in der Vergangenheit zu Unrecht in der Kirche die Täter oft mehr geschützt als die Opfer.“[188]

Als Zeichen gegenüber den Opfern zelebrierte Schönborn Ende März 2010 einen Bußgottesdienst im Wiener Stephansdom. Der Bußgottesdienst wurde unter Beteiligung der Gruppe Wir sind Kirche und einzelner Missbrauchsopfer veranstaltet. Schönborn erklärte im Gottesdienst: „Wir, Gottes Volk, seine Kirche, tragen miteinander an dieser Schuld“. Schönborn dankte auch den Opfern, dass diese das Schweigen gebrochen hätten.[413]

Am 3. März 2010 räumte der Generalvikar des Erzbistums Wien Fehler der römisch-katholischen Kirche in Österreich im Umgang mit Missbrauchstätern ein, die zumindest bis 2001 in der Hoffnung, dass es sich um einmalige Taten handle, einfach nur versetzt worden seien.[414] Die österreichischen Bischöfe bestätigten diese Einschätzung bei ihrer Frühlingsvollversammlung in St. Pölten und versprachen, neue Maßnahmen gegen Missbrauch zu ergreifen.[415]

Unter anderem wurde eine österreichweit einheitliche Regelung in Auftrag gegeben, eine österreichweite Vernetzung und Zusammenarbeit der diözesanen Ombudsstellen und die offizielle Einbindung der Männer- und Frauenorden in deren Arbeit sowie eine verstärkte Aus- und Fortbildung der kirchlichen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter beschlossen. Eine Projektgruppe sollte dafür bis Juni 2010 ein detailliertes Gesamtkonzept entwerfen.[416]

Zur Opferbeauftragten wurde im März 2010 Waltraud Klasnic bestimmt.[417]

Mitte Dezember 2010 zog der Klagenfurter Bischof Alois Schwarz Bilanz über das Jahr 2010: „Es gab konsequente Aufarbeitung, ehrliche Entschuldigung und Angebot von Hilfe“. Nach Ansicht von Schwarz sei ein neues Verständnis gewachsen, wie sich die Kirche „dieser dunklen Seite“ stelle. Sie lerne, „hoffentlich zusammen mit der Gesellschaft“, auf verfehlte Beziehungen genauer hinzuschauen. „Da wäre es gut, wenn auch die Gesellschaft darauf ein so waches Auge hätte wie die Kirche“, meinte Bischof Schwarz.[418]

Die österreichischen Diözesen zogen ihre Schlüsse aus den bekanntgewordenen Missbrauchsfällen und passten ihre Maßnahmen und Strukturen entsprechend an. Die Diözese Innsbruck besetzt beispielsweise ihre Ombudsstelle in Zukunft nicht mehr mit hauptamtlichen Diözesanmitarbeitern, sondern mit unabhängigen Experten. Außerdem wurde eine Stabstelle „Kinder- und Jugendschutz“ eingerichtet.[419]

Michael Tfirst war von Schönborns Amtsvorgänger, Hans Hermann Groër, missbraucht worden[420] und erhielt eine Entschädigung in Höhe von 3700 Euro gegen die zu unterzeichnende Verpflichtung, „diese von ihm geschilderten Vorkommnisse auch nicht Dritten gegenüber oder in einer für Dritten wahrnehmbarer Weise zu erwähnen, insbesondere zu veröffentlichen.“ Trotz seiner Vorwürfe gegenüber Kardinal Schönborn bescheinigt Tfirst diesem, mit der Einrichtung der Klasnic-Kommission einen „mutigen Schritt“ gesetzt zu haben. Tfirst hat demnach den Eindruck, dass „mit dieser Kommission uns Kirchenopfern wirklich geholfen werden soll“.[421]

Ein Jahr nach Einsetzung der Klasnic-Kommission wurde im April 2011 eine erste Bilanz gezogen: Im vergangenen Jahr gab es demnach 909 Meldungen von vorgeblichen Opfern von Missbrauch im kirchlichen Bereich. 837 Schilderungen wurden von der Kommission als plausibel bewertet. Die Kommission fasste weiterhin insgesamt 199 Beschlüsse, davon 192 Entschädigungsbeschlüsse und sieben Ablehnungen. Drei Viertel der von sexuellem Missbrauch im kirchlichen Bereich Betroffenen waren Männer. Die meisten Fälle, etwa 20 %, verorteten sich in Oberösterreich, danach folgten Wien und Tirol. Zu fünf kirchlichen Einrichtungen wurden Sachverhaltsdarstellungen an die Staatsanwaltschaft übermittelt. Kritisch wurde bei Vorstellung des Jahresberichtes angemerkt, dass es zwar die Opferschutzkommission im Bereich der römisch-katholischen Kirche gibt, ähnliche Einrichtungen in anderen Bereichen jedoch noch nicht eingerichtet worden seien. Hierzu wurde eine stärkere staatliche Koordinierung für alle Gesellschaftsbereiche gefordert. Für den kirchlichen Bereich mahnte die Kommission vor allem eine verbesserte Auswahl bei den Priesteramtskandidaten an. Neben den von der Kommission erfassten Fällen sollen derzeit noch 200 weitere Fälle bei Anwälten zur eigenständigen Klage durch die Opfer liegen.[422]Im Dezember 2012 verkündete die Kommission, bis Ende des Jahres den Großteil aller Missbrauchsfälle aufgearbeitet zu haben.[423]

Bei den kirchlichen Ombudstellen hatten sich bis zum Frühjahr 2011 499 Personen als Opfer von Übergriffen gemeldet. 125 Fälle wurden zur Anzeige gebracht. Bei 22 Fällen ist eine strafrechtliche Relevanz wahrscheinlich. Über die Hälfte der Fälle bezog sich auf den Zeitraum vor 1970. 42 % der Fälle geschahen von 1971 bis 1992.[424]

Als Folge der kirchlichen Maßnahmen richteten auch viele österreichische Bundesländer staatliche Opferschutzstellen ein. Den Anfang machte Tirol im August 2010. Staatlicherseits sind Fragen der Zuständigkeiten und auch der Entschädigung jedoch nach wie vor ungeklärt und variieren von Land zu Land.[425]

Die Arbeit der Klasnic-Kommission wurde im April 2012 durch die "Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt" abermals heftig kritisiert. Noch immer seien rund 40 beschuldigte Priester im Amt. Der grüne Justizsprecher Albert Steinhauser forderte in diesem Zusammenhang abermals eine staatliche Anlaufstelle für Missbrauchsopfer.[426]

Die Diözese Innsbruck entwickelte seit 2011 ein Maßnahmenpaket gegen sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in kirchlichen Einrichtungen. Dazu wurde am 1. April 2011 eine Stabsstelle „Kinder- und Jugendschutz“ gegründet, die die konkreten Maßnahmen erarbeitete. Dazu gehören ein von allen Mitarbeitern zu unterzeichnender Ehrenkodex sowie präventive Bildungsmaßnahmen wie Schulungen und Mitarbeitergespräche. Außerdem gibt es eine Betriebsvereinbarung gegen Missbrauch und Gewalt für alle Angestellten. Als Ergänzung zu Informationsbroschüren war für Juni 2012 eine Fachtagung anberaumt worden.[427]
Entschädigung

Noch vor Deutschland beschlossen die österreichischen Bischöfe Ende Juni 2010 eine Entschädigungsregelung für Missbrauchsopfer. In Österreich soll durch die „Stiftung Opferschutz“ eine je nach Schwere der erlittenen Übergriffe gestaffelte Entschädigung vorgenommen werden. Die zu zahlenden Beträge bewegen sich dabei im Rahmen von 5.000 bis 25.000 Euro.[428] Dieser Vorschlag wurde jedoch seitens der Plattform „Betroffene Kirchlicher Gewalt“ als „Beleidigung“ kritisiert. Die Plattform verlangt mindestens 130.000 Euro Entschädigung pro Person.[429] Bis Mitte März 2011 hatten sich bei der Stiftung Opferschutz etwa 1000 Personen gemeldet. Bis zum selben Datum hatte die Stiftung 170 Opfer entschädigt.[430] Die Meldefrist für den Antrag auf Entschädigung wurde bis zum 31. März 2011 ausgedehnt. Die Opferschutzanwaltschaft wie auch die Opferschutzkommission sollen in jedem Falle auch über dieses Datum hinaus tätig bleiben und als Ansprechpartner dienen.[431] Kritisiert wurde Klasnics Arbeit von der Plattform „Betroffener Kirchlicher Gewalt“. Klasnic sei demnach mit der Aufarbeitung der Fälle überfordert, solle ihre Arbeit niederlegen und den Weg für eine staatliche Kommission frei machen.[432]

Aktuelle Regelungen zur Sanktionierung und Wiedergutmachung

Die rechtlichen Grundlagen für die Verfolgung von sexuellem Missbrauch durch das Kirchenrecht sind dem Titel V im Strafrecht des Codex Iuris Canonici (Canones 1392–1395 „Straftaten gegen besondere Verpflichtungen“) geregelt.

Weiterhin relevant sind das Motuproprio über den Schutz der Heiligkeit der Sakramente Sacramentorum sanctitatis tutela (SST) vom 30. April 2001, dem Brief der römischen Glaubenskongregation De delictis gravioribus (DDG) vom 18. Mai 2001, der von derselben Kongregation am 12. April 2010 veröffentlichten Verständnishilfe für die grundlegende Vorgangsweise bei Vorwürfen sexuellen Missbrauchs[738] (VH) sowie die am 26. September 2002 erlassenen und 2010 überarbeiteten Leitlinien zum Vorgehen bei sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Geistliche im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz.[744]

Entsprechend den älteren Regelungen sieht auch das aktuelle Kirchenrecht für einen Priester, der sich des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht hat, klare Sanktionen vor. Einschlägig ist hierfür der Canon 1395 CIC:

„§ 1. Ein Kleriker, der … in einem eheähnlichen Verhältnis lebt, sowie ein Kleriker, der in einer anderen äußeren Sünde gegen das sechste Gebot des Dekalogs verharrt und dadurch Ärgernis erregt, soll mit der Suspension bestraft werden, der stufenweise andere Strafen bis zur Entlassung aus dem Klerikerstand hinzugefügt werden können, wenn die Straftat trotz Verwarnung andauert.

§ 2. Ein Kleriker, der sich auf andere Weise gegen das sechste Gebot des Dekalogs verfehlt hat, soll, wenn nämlich er die Straftat mit Gewalt, durch Drohungen, öffentlich oder an einem Minderjährigen unter sechzehn Jahren begangen hat, mit gerechten Strafen belegt werden, gegebenenfalls die Entlassung aus dem Klerikerstand nicht ausgenommen.“

Begeht ein Ordensmitglied eine solche Straftat, so wird im Regelfall die Entlassung angeordnet, wenn nicht ausnahmsweise auf andere Weise für die Gerechtigkeit, Wiedergutmachung und die Besserung des Täters gesorgt werden kann (vgl. Canon 695 § 1 CIC). In einer besonderen Norm, dem Canon 1387 CIC, wird mit ähnlich schweren kanonischen Strafen eine Verführung zur Sünde gegen das sechste Gebot in Zusammenhang mit der Spendung des Bußsakraments bedroht.[726]

Im Gegensatz zum weltlichen Strafrecht, das nur Freiheits- oder Geldstrafe kennt, ermöglicht das kirchliche Recht weitgehend eine fallbezogene Anpassung auch der Strafart („gerechte Strafe“). Im früheren Recht bestand sogar die Möglichkeit, einen Delinquenten wenn nicht ins Gefängnis, so doch in eine unter Aufsicht des Bischofs stehende Demeritenanstalt (Korrektionshaus) zum dauernden Aufenthalt einzuweisen.[726]

Unterhalb der Entlassung aus dem Klerikerstand ist die Strafversetzung auf ein anderes Amt (Canon 1336 § 1 Nr. 4 CIC) möglich. Zuvor muss jedoch geprüft werden, ob eine von dem Täter ausgehende Wiederholungsgefahr in seinem neuen Tätigkeitsbereich auszuschließen ist. Andernfalls sind entsprechende Strafsicherungsmittel (Canones 1339/1340 CIC) anzuordnen. Die Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz (VI, 12) verbieten darüber hinaus eine Beschäftigung des Verurteilten in Bereichen, die ihn mit Kindern und Jugendlichen in Verbindung bringen. Ergänzend ist eine Art Bewährungsaufsicht (geistliche und therapeutische Begleitung, Einbindung in ein Netzwerk, etc.) vorgesehen.[745]

Außer der Ahndung von sexuellen Straftaten, zeigt sich im Kirchenrecht auch das Bestreben des kirchlichen Gesetzgebers, das Wirken des Priesters von Verhaltensweisen freizuhalten, die die gebotene persönliche Distanz vermissen lassen und ihn der Gefahr der Unkeuschheit aussetzen (siehe auch Canon 277 § 2 CIC)[726]

Neben Strafbestimmungen enthält das Kirchenrecht auch Festlegungen für Wiedergutmachungen. So verpflichtet Canon 128 CIC zur Wiedergutmachung. Ansprüche gegen den Täter können gemäß Canones 1729 bis 1731 geltend gemacht werden. Eine direkte körperschaftliche Haftung wie im BGB lässt sich im Kirchenrecht zwar nicht begründen. Über die Inkardination gemäß Canon 265 CIC lässt sich jedoch auch eine Haftung der kirchlichen Körperschaft ableiten.

Eine haftungsbegründende Aufsichtsverletzung muss im Einzelfall geprüft werden. Dabei ist auch zu prüfen, ob für Maßnahmen nach Canon 1722 CIC die allgemeine Dienstaufsicht ausreicht, oder ob geeignete Einzelfallaufsichtsmaßnahmen ergriffen werden müssen.

Ein Schmerzensgeldanspruch ähnlich § 253 Abs. 2 BGB besteht im kirchlichen Recht zwar nicht, allerdings sind die jeweiligen kirchlichen Körperschaften auch nicht gehindert, einem solchen stattzugeben. Die Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz treffen hierzu bereits Festlegungen und bieten einem Missbrauchsopfer auch finanzielle Unterstützung für Therapien und dergleichen an (V, 8). Sie gehen außerdem über den Geltungsbereich des Kirchenrechtes, das sich nur auf Kleriker bezieht, hinaus und sehen gegen andere Angehörige des kirchlichen Dienstes (beispielsweise Lehrkräfte) bei Vorliegen von Straftaten Maßnahmen nach den Grundsätzen des kirchlichen Arbeitsrechts vor.[745]
Zusammenarbeit mit weltlichen Behörden

Das Kirchenrecht kennt keine generelle Verpflichtung zur Zusammenarbeit mit den weltlichen Strafverfolgungsbehörden. Dies ergibt sich daraus, dass das Kirchenrecht auch in Staaten anwendbar sein muss, die keine rechtsstaatliche Justiz besitzen.

Die Deutsche Bischofskonferenz erklärte dazu im März 2010: „Im Fall des Verdachts sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch einen Geistlichen gibt es ein staatliches und ein kirchliches Strafverfahren. Sie betreffen verschiedene Rechtskreise und sind voneinander völlig getrennt und unabhängig. Das kirchliche Verfahren ist selbstverständlich dem staatlichen Verfahren nicht vorgeordnet. Der Ausgang des kirchlichen Verfahrens hat weder Einfluss auf das staatliche Verfahren noch auf die kirchliche Unterstützung der staatlichen Strafverfolgungsbehörden.“ Von einer Anzeige bei staatlichen Stellen werde nur unter „außerordentlichen Umständen“ abgesehen, beispielsweise auf ausdrücklichen Wunsch des Opfers. Auch dies gilt jedoch nur, solange keine Informationen von dritter Seite den Tatverdacht bestätigen und damit das Einschalten der Staatsanwaltschaft zwingend notwendig machen.[299][739]

Nach Ansicht von Norbert Diel ergibt sich darüber hinaus für Deutschland aus dem herrschenden Staatskirchenrecht eine „staatskirchenrechtliche Obliegenheit“ der römisch-katholischen Kirche, Missbrauchsfälle zu melden und vertrauensvoll mit der Staatsanwaltschaft zusammenzuarbeiten.[744] Manfred Baldus pflichtet dieser Sichtweise bei und gibt zu bedenken, dass die Behandlung solcher Vorfälle bei kirchlichen Stellen den seelsorglichen Bereich und damit einen Schwerpunkt kirchlicher Arbeit berühren. Um die erforderliche und gesetzlich geschützte Vertrauensbasis (§ 53 Abs. 1 Nr. 1, § 53a StPO) nicht zu erschüttern, dürfte es daher nach seiner Meinung in der Regel geboten sein, die Weiterleitung einer Verdachtsanzeige an die Staatsanwaltschaft vom ausdrücklichen Einverständnis des Geschädigten abhängig zu machen.[746] Für die Bemessung der Strafen und disziplinarischen Maßnahmen sei im Hinblick auf den einheitlichen Sanktionszweck eine ganzheitliche Betrachtung beider Verfahrensergebnisse angebracht. Beispielsweise könne es für den Inhalt von Bewährungsauflagen und Weisungen im weltlichen Strafverfahren (§§ 56b, 56c StGB) erheblich sein, welche disziplinären Anordnungen im kirchlichen Strafverfahren hinsichtlich der Weiterverwendung oder Nichtverwendung im klerikalen Dienst getroffen worden sind.[745] Ansonsten sieht Baldus bei der Ausgestaltung der konkreten Zusammenarbeit zwischen kirchlichen und staatlichen Stellen vor allem die lokalen Verantwortlichen in den Bistümern in der Pflicht.[739]

Die Kurie veröffentlichte im April 2010 eine Verständnishilfe für die grundlegende Vorgangsweise der Kongregation für die Glaubenslehre bei Vorwürfen sexuellen Missbrauchs. Darin heißt es: „Die staatlichen Gesetze hinsichtlich der Anzeige von Straftaten bei den zuständigen Behörden sind immer zu befolgen.“[738]
Verfahren

Die verfahrensrechtliche Umsetzung des geltenden Kirchenrechts ist nach Ansicht von Manfred Baldus unübersichtlich und verursacht öffentliche Kritik. Zum besseren Verständnis fordert er eine Unterscheidung zwischen Ermittlungsverfahren in der Zuständigkeit des Ortsbischofs und Strafverfahren in der Zuständigkeit der römischen Glaubenskongregation.

Wenn einem Ortsbischof oder seinem Beauftragten (I, 1 u. 2 der Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz) eine Anzeige oder der Verdacht eines Missbrauchs zur Kenntnis gelangt, ist zunächst der Verdächtigte förmlich zu hören und mit den Betroffenen Verbindung aufzunehmen (II, 3 u. 4 der Leitlinien). Erhärtet sich der Verdacht, wird vom Offizial, dem bischöflichen Richter, eine kanonische Voruntersuchung unter Beteiligung von Sachverständigen eingeleitet (Canon 1717 CIC; III, 5 der Leitlinien).

Bestätigt die Voruntersuchung den Verdacht, erfolgt die Weiterleitung des Falles zur Durchführung des Strafverfahrens an die Glaubenskongregation (Abs. 3 SST, 4. Absatz, 3. Spiegelstrich DDG: „Die Zuständigkeit der Kongregation für die Glaubenslehre erstreckt sich auch auf die Straftat gegen das sechste Gebot des Dekalogs, die von einem Kleriker mit einem Minderjährigen im Alter von weniger als 18 Jahren begangen wurde“). Die Glaubenskongregation kann dann in der Sache selbst entscheiden oder dem örtlich zuständigen Offizial nähere Weisungen für die Durchführung des Strafverfahrens erteilen (VH Teil B unter 1).

In „sehr schweren Fällen“, wenn beispielsweise ein staatliches Strafverfahren den Tatverdächtigen für schuldig befunden hat oder die Beweislage „überwältigend“ ist, kann die Glaubenskongregation den Fall dem Papst direkt vorlegen. Dieser kann dann ein Ex-officio-Dekret zur Entlassung aus dem Klerikerstand verfügen. Gegen dieses Dekret gibt es keine Berufung (VH Teil B unter 2). Bittet ein beschuldigter Priester von sich aus um die Entlassung, wird genauso verfahren.

Bei Geständigkeit und Reuewilligkeit des beschuldigten Priesters kann die Glaubenskongregation dem Ortsbischof gestatten, ein Dekret zu erlassen, welches den öffentlichen Dienst eines solchen Priesters untersagt oder einschränkt. Dieser Strafbefehl muss jedoch mit der Androhung der Entlassung aus dem Klerikerstand bei Zuwiderhandlung versehen werden (VH Teil B unter 3).

Während des Verfahrens können bereits vorläufige Maßnahmen ergriffen werden, um den Ablauf zu sichern oder Betroffene vor Gefährdung zu schützen. Möglich sind etwa der Ausschluss vom geistlichen Dienst oder von einem kirchlichen Amt sowie Aufenthaltsgebote oder –verbote (Canon 1722 CIC; VH Teil A; III, 5 der Leitlinien).

Das kanonische Verfahren bleibt grundsätzlich bis zum Abschluss geheim (Abs. 9 DDG). Dieses Prinzip ist nach Ansicht von Manfred Baldus angesichts des sensiblen Verfahrensgegenstandes, insbesondere der Bereitschaft des Opfers zur Anzeigeerstattung und Aussage, sachgerecht. Da Strafverfahren auch den guten Ruf einer Person dauerhaft schädigen können, soll sich die kirchliche Öffentlichkeitsarbeit „um eine Ausbalancierung zwischen notwendiger Transparenz und dem Persönlichkeitsschutz“ bemühen (VII, 13 der Leitlinien).[746]
Kontroverse um die Auswirkungen der Regelungen bei Missbrauchsfällen

Eine erste öffentlichkeitswirksame Diskussion über die zwischen 1962 und 2001 gültigen Regelungen wurde im August 2003 durch die britische Wochenzeitung The Observer[747] eröffnet. Seither steht in der Kritik, ob das Schreiben von 1962 entgegen der darin ausgeführten Absichten nicht vielmehr dazu geführt habe, dass Täter sich einer weltlichen Strafe entziehen konnten.

Der irische Politiker Colm O’Gorman sah in seiner Dokumentation Sex, crimes and the Vatican, vom BBC ausgestrahlt am 1. Oktober 2006, auf Crimen sollicitationis und die Neufassung 2001 bezugnehmend, eine Mitverantwortlichkeit des Papstes und des Vorsitzenden der Glaubenskongregation, Joseph Ratzinger.[748][749] Den in dieser Dokumentation getätigten Aussagen, wurde jedoch durch einen Artikel des Reporters John L. Allen, Jr. fachlich widersprochen:[750]

    Crimen sollicitationis war demnach entgegen der Filmaussage in der römisch-katholischen Kirche lange Zeit nahezu vergessen. Das Dokument wurde erst ab 2003 wieder bekannt, sodass die Behauptung, es habe die Reaktion der Katholischen Kirche auf Missbrauchsfälle wesentlich bestimmt, nicht zu halten sei.
    Außerdem wurde das Dokument bereits 1983 formell außer Kraft gesetzt. Stattdessen galt entgegen den Behauptungen im Film der Kanon 1395, § 2. Dieser legt explizit fest, dass sexueller Missbrauch durch Kleriker ein kanonisches Verbrechen ist, das bestraft werden muss.[751]
    Schließlich ließe sich auch die Behauptung über die „päpstliche Geheimhaltung“ als Mittel der Vertuschung nicht aufrecht halten. Denn die „päpstliche Geheimhaltung“ ergebe sich aus dem Beichtgeheimnis und betreffe nur interne Prozeduren der Kirche. Insofern ließe sich hieraus kein Hindernis der Meldung von Missbrauchsfällen an staatliche Behörden ableiten.[752]

Der Mitautor der Dokumentation Thomas Doyle korrigierte später seine in dem Beitrag vorgebrachte Position im Sinne Allens.[753]

Im Zuge der allgemeinen Missbrauchsdiskussion in Deutschland sprach der Kirchenrechtler Alexander Pytlik bei solchen Vorwürfen von einer schweren Ebenenverwechslung, wobei ein direkter Einfluss des katholischen Kirchenrechtes auf staatliche und überstaatliche Gesetzeswerke behauptet werde. Das Geheimnis verpflichte aber in erster Linie das Gerichtspersonal:[754]

    „Auch wenn die von der Kongregation für die Glaubenslehre geregelten einzelnen Strafverfahren der traditionellen päpstlichen Geheimhaltung unterliegen, sind Medien und Interessierte in keiner Weise gehindert, öffentlich aufliegenden Informationen und Spuren nachzugehen und diese auch zu kommentieren. Zudem kann die Geheimhaltung unter Umständen auch ein gewünschter Schutz einzelner Opfer sexuellen Missbrauchs sein.“

Die kirchenrechtliche Debatte zeigte in den in den Medien vorgebrachten Anklagen gegen das Kirchenrecht auch weitere Missverständnisse und faktische Fehler auf. So behauptete Paolo Flores d’Arcais beispielsweise, dass Papst Paul VI. 1974 eine Instruktion erlassen habe, die auch bekannt gewordene Missbrauchsfälle mit absoluter Geheimhaltung belegt habe.[755] Die Instruktion Secreta continere von 1974 enthält jedoch keinen Hinweis auf den Umgang mit Missbrauchsfällen. Sie regelt stattdessen nur allgemein das „Päpstliche Geheimnis“ als Rechtsbegriff des Kirchenrechts.[756]

Der Religionsphilosoph Klaus-Michael Kodalle sieht im kirchlichen Umgang mit überführten Tätern den Anspruch, tendenziell über dem weltlichen Recht zu stehen. Das Klerikerprivileg, wonach Geistliche grundsätzlich dem staatlichen Strafrecht entzogen bleiben sollten, sei zwar seit 1983 nicht mehr Teil des Kanonischen Rechts. Dennoch zeige sich etwa in der Einrichtung des Beichtgeheimnisses die Tendenz, die Buß- und Gnadenpraxis der Kirche gegenüber der weltlichen Gerechtigkeit als höherwertig anzusehen.[757]

Norbert Diel sieht hingegen weniger den Papst als vielmehr die lokalen Diözesanbischöfe in der Pflicht. So besteht für ihn bei der Anwendung des Kirchenrechts weniger ein Problem in Rom oder beim Papst, sondern bei den einzelnen Diözesanbischöfen. Diese müssten konsequenter handeln. Der Papst könne Staat und Opfer nur unterstützen, indem er das Verhalten seiner Bischöfe genauer überwache und gegebenenfalls lenkend eingreife. Dies habe Papst Benedikt XVI. allerdings getan, wie das Beispiel Irland belege.[726]

Reaktionen und Positionen anderer Würdenträger

Nachdem am 22. September 2009 die Internationale Humanistische und Ethische Union die römisch-katholische Kirche vor den Vereinten Nationen des Bruchs der Artikel 3, 19, 34 und 44 des 1990 auch vom Heiligen Stuhl unterzeichneten Internationalen Übereinkommens über die Rechte des Kindes beschuldigt und ihr insbesondere Verschleierung und unzureichende Maßnahmen zur Verhinderung weiterer Fälle vorgeworfen hatte, erklärte Silvano Tomasi, der ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei der UN, in seiner Antwort, dass Studien zufolge 1,5 bis 5 Prozent aller katholischen Geistlichen in den letzten 50 Jahren in Missbrauchsfälle verwickelt gewesen seien. Die Situation in den Vereinigten Staaten sei nicht nur ein römisch-katholisches Problem, weil die meisten Anschuldigungen protestantische Kirchen beträfen und auch für die jüdischen Gemeinden so etwas ähnlich weit verbreitet sei. Die Wahrscheinlichkeit, Opfer von sexuellem Missbrauch zu werden, sei deutlich größer bei Familienmitgliedern, Babysittern, Freunden, Verwandten oder anderen Kindern.[803][804]

Der Pressesprecher des Vatikans, Federico Lombardi, äußerte sich am 13. März 2010 in einer Stellungnahme des Vatikans zu den bekanntgewordenen Missbrauchsfällen in Deutschland. Die Deutsche Bischofskonferenz habe die richtigen Akzente gesetzt: „die Wahrheit anerkennen und den Opfern helfen, die Prävention verstärken und konstruktiv mit den Behörden – auch mit den staatlichen Justizbehörden – zusammenarbeiten für das Wohl der Gesellschaft“. Erzbischof Zollitsch habe „ohne Wenn und Aber die Meinung der Experten betont, wonach die Frage des Zölibats in keiner Weise mit der der Pädophilie vermengt werden darf“. Zur Diskussion um die Wirkung der Normen des Kirchenrechtes meinte Lombardi, „dass diese Normen in keiner Weise ein Vertuschen solcher Vergehen beabsichtigt oder gefördert haben, sondern dass sie ganz im Gegenteil eine intensive Aktivität ausgelöst haben, um diese Vergehen im Rahmen des Kirchenrechts anzugehen, zu beurteilen und zu bestrafen“. Die wesentlichen Fragen zum Fall Hullermann im Erzbistum München und Freising waren nach Lombardis Meinung beantwortet. Das Beharren seitens einzelner Medien auf diesem Fall zeuge eher von „einer gewissen Verbissenheit“, mit der versucht werde, Papst Benedikt XVI. persönlich in die Verantwortung zu nehmen, was jedoch an den Fakten gescheitert sei.[805]

Im November 2010 betonte Lombardi erneut, insbesondere die Kirche müsse sich von diesem Übel befreien, ein gutes Beispiel für den Kampf gegen den Missbrauch in ihrer Mitte geben und mit allem Nachdruck gegen diese „ungeheuerliche Plage“ durch Kleriker vorgehen. Zur Bekämpfung von Missbrauch bedürfe es jedoch einer gesamtgesellschaftlichen Anstrengung, da nur ein kleiner Teil des Missbrauchs in der katholischen Kirche geschehe. Dazu meinte er: „Diese Plage weitet sich umso leichter aus, je besser versteckt sie bleibt. Auch heute sind viele darüber erfreut, dass sich alle Aufmerksamkeit auf die Kirche richtet und nicht auf sie, denn das erlaubt ihnen, ungestört weiter zu machen.“ Was die Kirche inzwischen gelernt habe, sollte „zu aller Nutzen sein, genauso wie die Initiativen, die die Kirche zu ihrer Reinigung unternommen hat, um ein Vorbild an Sicherheit für die Jugend zu werden“[806]

Der mit der Anklageführung in Missbrauchsfällen bei der Glaubenskongregation beauftragte Charles J. Scicluna betonte in einem Gespräch mit der Katholischen Nachrichten-Agentur, dass es keine kirchlichen Dienstvorschriften oder Geheimdokumente zur Vertuschung von Missbrauchsfällen gebe und kirchliche Stellen Strafanzeige erstatten müssten, wenn dies nach dem staatlichen Recht verlangt werde. Außerdem ergebe sich aus den allgemeinen Prinzipien des Kirchenrechts eine moralische Pflicht, mit staatlichen Behörden zu kooperieren. Beim sogenannte „secretum pontificium“ gehe es um einen weitestgehenden Persönlichkeitsschutz für Kläger und Beschuldigte im kirchlichen Verfahren.[807][808]

Kurienkardinal Walter Kasper, Mitglied der Kongregation für die Glaubenslehre, erklärte im März 2010 gegenüber der Tageszeitung La Repubblica bezüglich der Missbrauchsfälle, dass die Schuldigen verurteilt und die Opfer entschädigt werden müssten. Es sei gut, dass Papst Benedikt XVI. Klarheit schaffen wolle und „Null-Toleranz“ denen gegenüber verlange, die so schwere Schuld auf sich geladen hätten. Er selber verspürte „große Traurigkeit, tiefe Enttäuschung, Schmerz und viel, viel Wut“ wegen der sexuellen Missbrauchsfälle mit minderjährigen Opfern. „Das sind kriminelle, schändliche Akte, nicht hinnehmbare Todsünden“, für die es keine Rechtfertigung gebe. Dieses Übel habe sich in der Gesellschaft eingegraben und damit auch in der Kirche, „die, wie wir wohl wissen, nicht immun gegen Sünden ist“.[69]

Der persönliche Prediger des Papstes, Raniero Cantalamessa, zitierte in seiner Karfreitagspredigt über Gewalt gegen Kinder und Frauen aus dem Brief eines jüdischen Freundes: „Ich habe in diesen Tagen den Brief eines jüdischen Freundes bekommen, und mit dessen Erlaubnis teile ich Euch hier eine Passage mit. Er sagt: Ich verfolge mit Abscheu den gewaltsamen und konzentrierten Angriff gegen die Kirche, den Papst und alle Gläubigen seitens der gesamten Welt. Der Gebrauch des Stereotyps, und die Überleitung von persönlicher Verantwortung und Schuld hin zur Kollektivschuld erinnern mich an die schändlichsten Aspekte des Antisemitismus. Daher möchte ich Ihnen persönlich, dem Papst und der ganzen Kirche, meine Solidarität als die eines dialogbereiten Juden ausdrücken, und den Beistand all derer, die in der jüdischen Welt, und es sind viele, diese Gefühle der Brüderlichkeit teilen.“[809][810][811] Diesen Vergleich der Kritik am Papst und an der römisch-katholischen Kirche im Missbrauchsskandal mit dem Antisemitismus bezeichnete der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan Kramer, als „widerwärtig“ und warf Cantalamessa vor, aus den Tätern Opfer machen zu wollen. Der Sprecher des Vatikans, Federico Lombardi, erklärte, die Äußerungen Cantalamessas stellten nicht die offizielle Position des Vatikan dar und seien „kein passender Vergleich“, aber auf keinen Fall gegen das Judentum gerichtet.[812][813] Cantalamessa erklärte dazu im Corriere della Sera, dass er es bedauere die Gefühle von Juden, Missbrauchsopfern und Holocaustüberlebenden verletzt zu haben. Er hätte den Brief lediglich als eine jüdische Solidaritätserklärung an Benedikt XVI. verstanden.[814]

Während der Ostermesse vor dem Petersdom erklärte Kardinaldekan Angelo Sodano: „Heiliger Vater, mit Ihnen ist das Volk Gottes, das sich nicht vom Geschwätz des Augenblicks und nicht von den Prüfungen beeindrucken lässt, die zuweilen über die Gemeinschaft der Gläubigen hereinbrechen. Jesus hatte uns ja klar gesagt: ‚In der Welt seid ihr in Bedrängnis‘, doch Er fügte sofort hinzu: ‚Aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt.‘ (Joh 16,33)“.[776] Dies wurde vielfach so ausgelegt, als ob Sodano die Kritik an den Missbrauchsvorfällen in der römisch-katholischen Kirche pauschal als unbedeutendes Geschwätz abgetan habe. Der Ausdruck „Geschwätz des Augenblicks“ wurde später Kandidat für das Unwort des Jahres 2010. Der Papst selbst äußerte sich nicht zur Sache.[777][778][779]

Mit seinen Äußerungen vom Mai 2010 in Fátima und im Juni 2010 in Rom zum Abschluss des Priesterjahres, zeigte der Papst jedoch deutlich, dass diese Deutung der Geschehnisse nicht seiner eigenen entsprach. Nach seiner Auffassung stellten die Missbrauchsfälle vielmehr eine "Sünde innerhalb der Kirche" und von Priestern dar, die es zu heilen gelte und für die er um Vergebung bat.[781][775]

Kardinal Tarcisio Bertone, der Staatssekretär des Vatikan und nach Papst Benedikt höchster Amtsträger des katholischen Staates, bestritt Mitte April bei einem Besuch in Chile vor Reportern jeden Zusammenhang mit dem Zölibat und behauptete stattdessen einen Zusammenhang zwischen Missbrauch und Homosexualität. Dabei berief er sich auf angebliche Beweise von Psychologen und Psychiatern, ohne konkrete überprüfbare Quellen zu nennen. Für diese Aussage wurde er insbesondere im eigenen Land vielfach kritisiert.[815]

Kurz zuvor waren in den USA schwere Vorwürfe gegen Kardinal William Levada erhoben worden. Dieser war Ratzinger bei dessen Wahl zum Papst auf den Posten des Präfekten der Glaubenskongregation nachgefolgt und vorher als Bischof der Erzdiözesen von Portland und San Francisco tätig. Diskutiert wurden in der New York Times die Fälle der Priester Gilbert Gauthe, Milton Walsh, Joseph B. sowie eines nicht näher genannten Geistlichen. Gegen diese lagen im Zeitraum von 1985 bis 2002 Anschuldigungen wegen sexuellen Missbrauchs vor. Da Levada die Geistlichen nach vollendeter Therapie wieder in den Dienst geschickt hatte, wurde ihm vorgeworfen, nicht ausreichend reagiert zu haben. Besonderes Aufsehen erregte dabei der Fall des Priesters John P. Conley. Dieser hatte Levada über einen Verdachtsfall sexuellen Missbrauchs bei einem anderen Priester informiert, wurde daraufhin vom Dienst suspendiert und nach erfolgreicher Klage vor Gericht wieder in den Dienst aufgenommen. Levada erklärte zu seinem damaligen Verhalten, er hätte „vieles besser machen können, als ich es getan habe“. Weiterhin erklärte er, dass der Umgang mit Missbrauch ein gesamtgesellschaftlicher Lernprozess sei, der noch nicht abgeschlossen wäre. Zu seiner persönlichen Situation sagte er: „Ich kann Ihnen sagen, dass ich bis dahin noch nie davon gehört hatte, dass ein Priester ein Kind missbraucht. Das ging hinter verschlossenen Türen vor sich, darüber wurde nicht gesprochen. Wir brauchten viel Zeit, um zu verstehen, welche Schäden solches Verhalten bei den Opfern, den Kindern, anrichtet.“[816][817]

Kardinal Julián Herranz sagte am 6. April 2010 in der Presse, dass die Missbrauchsfälle für Papst Benedikt XVI. „unsägliches, bitteres, tiefes Leiden“ bedeuteten.[818]

Die Veröffentlichung von Depeschen US-amerikanischer Botschaften durch WikiLeaks offenbarte im Dezember 2010 auch die internen Reaktionen innerhalb der römischen Kurie auf die Missbrauchsenthüllungen in Irland. Nach der US-Diplomatin Julieta Noyes brachten „die Vatikan-Kontakte sofort tiefes Mitgefühl für die Opfer zum Ausdruck […] und betonten, dass die oberste Priorität das Verhindern einer Wiederholung sei“. Allerdings „waren sie auch verärgert, wie die Situation politisch umgesetzt wurde“. Konkret störte sich die Kurienverwaltung daran, dass die Murphy-Kommission für ihre Anfragen an die Kurie nicht die ordentlichen diplomatischen Wege beschritten hatte, sondern direkt an die Kurie geschrieben hatte.[819]

Die päpstliche Universität Gregoriana veranstaltete vom 6. bis 9. Februar 2012 einen Kongress über sexuellen Missbrauch Minderjähriger durch Priester. Fachleute sprachen vor den etwa 200 Zuhörern über ihre Erfahrungen bei der Opferbetreuung, der Prävention und der rechtlichen Ahndung von Missbrauchsfällen berichten. Darunter waren William Levada und Charles Scicluna. Aus Deutschland nahmen der Trierer Bischof Stephan Ackermann sowie Kardinal Reinhard Marx aus München teil.

In diesem Zusammenhang soll bis 2014 auch ein internetbasiertes Informationsportal und E-Learning-Center mit Informationen über den Umgang mit Missbrauchsfällen für kirchliche Amtsträger eingerichtet werden. Das Portal soll mit Hilfe von Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Ulm entstehen.[820][345][821][822]
Pontifikat von Papst Franziskus

2013 trat Jorge Mario Bergoglio SJ als Franziskus ins Amt des Papstes ein und kündigte kurz nach seiner Wahl ein härteres Vorgehen gegen sexuellen Missbrauch an.[492] Im April 2013 rief er dazu auf, entschlossen gegen sexuellen Missbrauch in der Kirche einzuschreiten.

Im Juli 2013 forderte die UNO den Vatikan auf, Auskunft darüber zu geben, wie die katholische Kirche gegen sexuellen Missbrauch Minderjähriger durch Angehörige des Klerus vorgeht. Das Kinderrechtskomitee der Vereinten Nationen veröffentlichte eine Liste von Fragen. Berichtet werden soll über alle Fälle von Kindesmissbrauch durch Priester, Mönche und Nonnen.[823]

Situation der Opfer
Allgemein

Die Situation der Opfer war in der Vergangenheit vor allem dadurch geprägt, dass man ihnen entweder nicht glaubte oder ihr Leid nicht sah bzw. nicht sehen wollte. Dies galt in wie außerhalb der Kirche und prägt auch gesamtgesellschaftlich bis heute vielfach die Situation von Missbrauchsopfern.[824]

Da die Anschuldigungen gegen Mitglieder der römisch-katholischen Kirche in der Vergangenheit nicht zentral erfasst wurden, mussten die Ordinariate der einzelnen Bistümer eigenständig damit umgehen. Entsprechend uneinheitlich war das jeweilige Vorgehen, und insgesamt mehr von Institutionen- und Verwaltungsdenken als vom Gedanken des Opferschutzes geleitet. Der Mangel an Austausch zwischen zuständigen Stellen innerhalb der römisch-katholischen Kirche beförderte außerdem die Neigung, Missbrauchsfälle als „Einzelfälle“ zu sehen.

Von diesem Phänomen waren kirchliche wie auch weitere Einrichtungen gleichermaßen betroffen. Ein Vergleich mit Berichten aus kirchlichen und anderen Institutionen legt nahe,[825][264] dass der Umgang mit Missbrauchsopfern bis in die jüngste Zeit auch gesamtgesellschaftlich eher täter- denn opferzentriert bestimmt war und vielerorts noch ist.

Entsprechend wurden auch Verfahren, die direkt bei Anschuldigung der Staatsanwaltschaft vorgelegt wurden, in aller Regel eingestellt oder mit niedrigen Bewährungsstrafen beendet.[826] Hierbei wirkte sich auch aus, dass Opfer früher direkt vor den Tätern aussagen mussten, was gerade Kinder naturgemäß in ein Ungleichgewicht gegenüber einem erwachsenen und rhetorisch gewandten Täter bringt, und dass selbst Angehörige oft bestrebt waren, den „Skandal“ in der eigenen Familie zu vermeiden bzw. ihre Kinder vor den Reaktionen des direkten sozialen Umfeldes zu schützen.[827] Bei den Heimkindern kam hinzu, dass diese von der Gesellschaft bis weit in das letzte Jahrhundert hinein als generell schlecht beleumundet angesehen wurden.[828]

Zwar gibt es seit jeher in der Kirche eine „Opferseelsorge“. Allerdings erfolgte diese bis in die jüngste Zeit eher unstrukturiert und wurde vor allem als Leistung gegenüber dem Opfer und nicht als Ausgleich für im Bereich der Kirche erlittenes Unrecht verstanden.[829] Erschwerend wurden diese „Leistungen“ außerdem in aller Regel an Verträge gebunden, in denen die Opfer sich bereit erklärten, auf weitere rechtliche Schritte gegenüber den betroffenen kirchlichen Institutionen zu verzichten und insbesondere ihr Schicksal nicht öffentlich zu thematisieren. So berichtete Norbert Denef, der jahrzehntelang missbraucht worden war, zunächst sei von ihm verlangt worden, im Gegenzug für die Entschädigung über die Tat zu schweigen.

Die Debatte im Frühjahr des Jahres 2010 in Deutschland hat demgegenüber wichtige Änderungen herbeigeführt bzw. bekräftigt. Diese betrafen sowohl die Erfassung und Bearbeitung von Missbrauchsfällen innerhalb der römisch-katholischen Kirche, als auch die durch die beauftragten Vertreter der Kirche gegenüber den Opfern eingenommene Perspektive: So gibt es seit 2001 als Auswirkung des Schreibens De delictis gravioribus bereits eine zentrale Erfassung von Anschuldigungen wegen sexuellen Missbrauchs gegen Angehörige der römisch-katholischen Kirche im Vatikan. Der Umgang mit Missbrauchsfällen begann sich bereits vor 2010 zu wandeln. Mit der Schaffung von Missbrauchsbeauftragten in den Bistümern wurden die Leitlinien der Bischofskonferenz von 2002 umgesetzt. Reinhard Marx, Erzbischof von München-Freising, hat schon vor 2010 Fälle der Vergangenheit noch einmal überprüft und die Maßnahmen gegen die damals Angeschuldigten entsprechend anpassen lassen.[830][143]

Die Debatte von 2010 wirkte hier wie ein Katalysator und brachte weitere Verbesserungen: Zum einen gibt es seit diesem Jahr einen zentralen Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz und eine zentrale Opferberatungsstelle. Sämtliche Orden und Bistümer verfügen mittlerweile über öffentlich bekanntgemachte eigene Missbrauchsbeauftragte (für konkrete Ansprechpartner siehe unter Weblinks). Entschädigungen wurden bis zum Frühjahr 2011 für Deutschland und Österreich beschlossen (vgl. Entschädigungen in Deutschland und Kirchliche Reaktionen und Maßnahmen in Österreich). Vor allem aber hat sich die Schaffung eines unabhängigen Sonderermittlers als positive Neuerung bewährt. Dabei handelt es sich in aller Regel um einen Anwalt/eine Anwältin, der/die mit der Aufarbeitung bekanntgewordener Missbrauchsfälle beauftragt wird und außerhalb der kirchlichen Strukturen steht.

Staatlicherseits existieren mittlerweile drei Anlaufstellen für eventuelle Opfer sexuellen Missbrauchs in der römisch-katholischen Kirche:

    Die Unabhängige Beauftragte zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs,[831]
    Der Runde Tisch Heimerziehung[832] und
    Der Runde Tisch Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich.[833]

Die Erfahrungen mit diesen Gremien und Sonderermittlern sind insgesamt durchwachsen. So geriet der Runde Tisch Sexueller Kindesmissbrauch insbesondere dadurch in die Kritik, dass an ihm keine Opferverbände teilnehmen.[834] In Reaktion darauf wurden schließlich acht Betroffene zur dritten Sitzung des Runden Tisches zugelassen.[835] Dennoch hält die Kritik am Runden Tisch seitens der Missbrauchsopfer nach wie vor an. Kritisiert wird insbesondere, dass der Blick zu schnell in die Zukunft gewandert sei und zwischen den am Runden Tisch vertretenen Institutionen der „Schwarze Peter“ herumgereicht und damit letztlich der Verantwortung ausgewichen werde.[836]

In Anspielung auf diesen Runden Tisch gründeten Opfer aus den vier betroffenen deutschen Jesuiten-Gymnasien daher mittlerweile den „Eckigen Tisch“. Im Vorfeld hatten sich mehrere Opfer auch über die vom Jesuiten-Orden eingesetzte Missbrauchsbeauftragte Ursula Raue beschwert. Der Orden hatte daher bereits die Grünen-Politikerin Andrea Fischer als zweite Beauftragte hinzu gebeten.[837]

In einem Fall wurde auch schon scharfe Kritik an einem Opferverband, dem „Verein ehemaliger Heimkinder“ (VEH), geübt. Dieser habe sich durch die Zusammenarbeit mit Michael Witti und der antikirchlichen Giordano-Bruno-Stiftung nach und nach immer mehr „radikalisiert“ und sei schließlich vor allem an Anti-Kirchen-Politik und weniger an Aufklärung und Aufarbeitung interessiert gewesen. Schließlich distanzierten sich sogar die ehemaligen Heimkinder am Runden Tisch vom Verein.[838][839][840] Dadurch wurde die Frage aufgeworfen wurde, wer eigentlich berechtigt sei, die Opfer zu vertreten. Dies hätte beinahe zum Zerbrechen des Runden Tisches Heimerziehung geführt.[841]

Widersprüchliche Signale gibt es zur Aufarbeitung der Vorfälle im Kloster Ettal. Während einerseits große Probleme gemeldet werden,[842] gibt es auch eine gemeinsame Erklärung des Klosters mit Betroffenen, nach der die Aufarbeitung gut vorankomme.[843]

Deutliche Kritik wurde seitens der Opfer am Ökumenischen Kirchentag 2010 (12.–16. Mai 2010 in München) geübt, da dort das Thema Missbrauch zwar in eigenen Podien erörtert werden sollte, dazu jedoch kein einziges Missbrauchsopfer als Diskutant eingeladen worden war. Seitens der Kirchentagsleitung wurde dies damit begründet, dass man die Opfer vor „Voyeurismus“ schützen wolle. Norbert Denef kritisierte demgegenüber, dass auf den Podien „Vertreter der Vertuscher und Täter“ säßen. Da es im Vorfeld keine Einigung zwischen Kirchentag und Missbrauchsopfern gab, kam es schließlich zum Eklat, als Norbert Denef seinerseits auf einer Veranstaltung auftauchte und lautstark gegen die fehlende Repräsentanz der Opfer protestierte (siehe auch unter Einzelschicksale).[844]

Bis heute kann es für Opfer schwierig sein, Glaubwürdigkeit innerhalb kirchlicher Gemeinden zu erlangen. So berichtete der neueingesetzte Stadtpfarrer von Fritzlar, dass er nach den dort bekanntgewordenen Missbrauchsfällen vor allem bei zwei Fraktionen um Vertrauen kämpfe müsse: einerseits bei denen, die zur Kirche auf Distanz gegangen sind, andererseits bei jenen, die selbst dann noch an die Unschuld des ehemaligen Schulpfarrers glauben wollten, als dieser schon geständig war. Ausschlaggebend sei nach Meinung der Frankfurter Rundschau dabei der Wunsch nach Rückkehr zur Normalität.[845]

Demgegenüber werden die den Opfern zur Verfügung stehenden Telefonhotlines der Bischofskonferenz und der Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung intensiv genutzt. So wurden bei der kirchlichen Hotline in Trier seit Freischaltung bis Ende Mai 2010 über 60.000 Anrufe registriert. 6.000 Menschen hatten in dem Zeitraum Kontakt gesucht. Alles in allem gab es 2.200 Beratungsgespräche und 160 Online-Beratungen.[837] Bis Ende des Jahres hatte sich die Zahl auf 27.481 Anrufversuche und 5.064 Gespräche erhöht.[846] Laut einem Zwischenbericht vom Oktober 2010 waren insgesamt mehr als 1.000 sexuelle Übergriffe bekannt geworden. Davon hätten 664 Anrufer Delikte im kirchlichen Umfeld thematisiert. 432 dieser Delikte wurden durch Priester oder Ordensleute begangen. 393 Sexualdelikte stammten nicht aus dem kirchlichen Umfeld. Die Mehrzahl der Taten geschah von 1950 bis 1980. 16,1 % der Opfer waren einmal, 69,8 % mehrmals und 14,1 % ständig missbraucht worden. 97 % der Anrufenden waren zum Tatzeitpunkt katholisch, 12 % sind mittlerweile ausgetreten. Die Schilderungen der Folgen verteilten sich von „Personen, die angaben, lebenslang unter Schädigungen durch schwere sexuelle Traumatisierungen zu leiden oder psychiatrische Probleme zu haben, bis zu solchen, deren Verletzungen erkennbar gut geheilt und bewältigt wurden“. Bei den von Opfern beschriebenen Täterstrategien zeigten sich keine grundlegenden Unterschiede zwischen kirchlichem und nicht-kirchlichem Bereich gezeigt. Die anrufenden Opfer forderten eine kirchliche „Aufmerksamkeits- und Transparenzkultur“. „Immer wieder wurde gewünscht, dass die Kirchenleitung die Straftaten an Kindern in ihrem ganzen Ausmaß und den verheerenden Auswirkungen zur Kenntnis nimmt, die Minderjährigen besser schützt und ihnen Hilfe anbietet“.[847]

Bei der Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung gingen vom 9. April 2010 bis zum 17. März 2011 11.395 Anrufe ein. Davon kam in 6.820 Fällen ein Gespräch zustande. Außerdem wandten sich viele Menschen per Brief an die Missbrauchsbeauftragte. Insgesamt kamen so 4.573 inhaltlich auswertbare Fälle zustande.[848] Am häufigsten wurde Missbrauch in der Familie (52,1 %) genannt, gefolgt von Missbrauchsfällen im Bereich von Institutionen (32,2 %). Innerhalb der Institutionen geschahen 63 % der Missbrauchsfälle in kirchlichen Einrichtungen. 45 % der Fälle verteilten sich auf katholische Einrichtungen. In 30 % der Fälle wurden diese nicht näher benannt, 9 % der Missbrauchsfälle bezogen sich auf katholischen Schulen und weitere 6 % auf katholische Heime.[849]

Schließlich kritisieren Opfer aber auch den generellen Umgang mit dem Thema Kindesmissbrauch und fordern den generellen Perspektivwechsel. So äußerte der BAP-Sänger Wolfgang Niedecken, der in einem Internat misshandelt und missbraucht wurde: „Die Schande bleibt im Moment noch bei den Opfern.“ „Aber die Menschen müssen begreifen, dass die Schande eigentlich beim Täter liegt.“[264]

Nach Aussage von Peter Wensierski hatte sich die allgemeine Situation von Missbrauchsopfern seit Anfang 2010 nicht wesentlich verbessert. Kritik wird sowohl an der kirchlichen Aufarbeitung als auch am Runden Tisch Sexueller Kindesmissbrauch geübt. Dort seien keine wesentlichen Fortschritte erzielt worden und jeder würde nur seinen individuellen Interessen nachgehen.[113] Demgegenüber haben sich Missbrauchsopfer mittlerweile in zahlreichen Vereinigungen organisiert, über die sie ihre Interessen eigenständig vertreten.[850]

Im September 2011 reichten zwei Organisationen, das Center for Constitutional Rights (CCR) und das Survivors Network of those Abused by Priests (SNAP), Klage gegen den Vatikan beim Internationalen Strafgerichtshof (ICC) ein. Die Klage lautet auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Dabei wird auch Bezug auf die Missbrauchsfälle genommen. Papst Benedikt XVI., Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone, Kardinaldekan Angelo Sodano und dem Präfekten der Glaubenskongregation William Levada werden in der Anklageschrift Tolerierung, Ermöglichung und Vertuschung von Sexualverbrechen an Kindern vorgeworfen. Unter Rechtsexperten gilt die Klage als wenig aussichtsreich und wird eher als PR-Aktion bewertet.[851][852]

 

Entschädigungen im internationalen Vergleich

Eine der am meisten diskutierten Fragen in Bezug auf die Wiedergutmachung gegenüber Missbrauchsopfern im kirchlichen Bereich ist die Frage nach den Entschädigungen. In verschiedenen Ländern wurden dazu ganz unterschiedliche Modelle mit unterschiedlichen Entschädigungshöhen eingerichtet.[853]

In den USA wurden von katholischen Bistümern bisher ca. 2,6 Milliarden US-Dollar (ca. 1,9 Mrd. Euro) an mehrere Tausend Opfer gezahlt.[555]

In Irland wurden bisher ca. 14.000 Personen für in kirchlichen und staatlichen Einrichtungen erlittene sexuelle Übergriffe und physische Misshandlungen mit Beträgen von im Schnitt bis zu 100.000 Euro pro Person entschädigt. Die Entschädigungsstufen gehen in Irland bis zu 300.000 Euro (siehe Irland).[854] Insgesamt wurden von Staat und Kirche Gelder in Höhe von 2,1 Milliarden Euro bereitgestellt.[555]

In Österreich wird durch die „Stiftung Opferschutz“ eine je nach Schwere der erlittenen Übergriffe gestaffelte Entschädigung vorgenommen werden. Die zu zahlenden Beträge bewegen sich dabei im Rahmen von 5.000 bis 25.000 Euro gegebenenfalls auch darüber.[428] Dieser Vorschlag wurde jedoch seitens der Plattform „Betroffene Kirchlicher Gewalt“ als „Beleidigung“ kritisiert. Die Plattform verlangt mindestens 130.000 Euro Entschädigung pro Person.[429]

In Deutschland wurde durch die römisch-katholische Kirche ein kombiniertes Entschädigungspaket erarbeitet und auf der Frühjahrsvollversammlung der deutschen Bischöfe im Jahre 2011 beschlossen. Danach erhalten Missbrauchsopfer eine Entschädigung von 2000 bis 5000 Euro. In Einzelfällen sind auch höhere Zahlungen möglich. Darüber hinaus sollen auch die Kosten für Therapien und andere Hilfsmaßnahmen übernommen werden. Durch Einrichtungen wie das Kloster Ettal oder auch den Jesuitenorden wurden daneben eigene Entschädigungsfonds aufgebaut. Diese Entschädigungen wurden von Opferverbänden gleichfalls als viel zu niedrig kritisiert. (Vgl. dazu ausführlich unter Entschädigungen)

 

Ein Schock-Gutachten über den Missbrauch in der Kirche gelangte jetzt an die Öffentlichkeit: Rund 300 Täter und eine hohe Dunkelziffer – es sind Zahlen der Schande.

Vor knapp zehn Monaten begann der Skandal: Die Republik erschrak über sexuellen Missbrauch und Gewalt in der katholischen Kirche. Die Aufregung in den Bischofspalästen war groß – manch ein Oberhirte mauerte sich weiter ein, andere gelobten Aufklärung und Buße. Zu letzteren gehört der heutige Kardinal Reinhard Marx (57).

Der Erzbischof von München und Freising zieht eine bittere Bilanz: „Für mich waren es die schlimmsten Monate meines Lebens.“ Er hatte schon vor Monaten die Anwaltskanzlei Westpfahl, Spilker, Wastl mit einem Gutachten zum Ausmaß der Schandtaten seit 1945 in der Erzdiözese beauftragt. Das Ergebnis liegt jetzt vor. Der Kardinal klärt schonungslos auf, doch die Last wird nicht leichter – im Gegenteil: Je genauer die Fachleute hinschauen, umso schockierender sind die Erkenntnisse!

Hunderte Täter vergingen sich an Kindern – allein in der Erzdiözese München und Freising, also auf dem Gebiet zwischen Moosburg und Miesbach, Garmisch und Berchtesgaden. Die Vertuschung ging über Jahrzehnte systematisch bis hinauf in die obersten Etagen des Erzbischöflichen Ordinariats – wo zuletzt neben Marx Kardinal Friedrich Wetter und der heutige Papst Joseph Ratzinger saßen. Das alles im Namen der Nächstenliebe, im Namen Jesu. Sechs Monate hat die Anwaltskanzlei an dem Gutachten gearbeitet. Von den 13 200 gesichteten Akten enthielten 365 Hinweise auf Vergehen, sagt die Gutachterin und frühere Richterin Marion Westpfahl. „Das sind so viele, wie ein Jahr Tage hat.“ Und da sind die über 100 Fälle aus dem Kloster Ettal noch gar nicht mitgezählt!

Der Skandal erreicht in München sogar eine neue Dimension: Umgerechnet erwiesen sich fast drei Prozent der untersuchten Erzbistums-Akten über Mitarbeiter als brisant – gezielte Aktenvernichtungen nicht mit eingeschlossen. Bisher behaupten manche, die Schandtaten ereigneten sich allenfalls im Promillebereich. Genau 159 Priester sind laut Gutachten seit 1945 auffällig geworden.

Zum Vergleich: Heute verrichten im gesamten Erzbistum rund 700 Diözesanpriester ihren Dienst. Von den 159 seien „lediglich“ 26 wegen Sex-Taten verurteilt worden, sagt die Anwältin Westpfahl. Dabei gehen die Gutachter mindestens von 17 weiteren erwiesenen Tätern aus – allein anhand der Aktenlage! Zudem seien wegen Gewalttaten nur zwei Pfarrer bestraft worden, dabei halten die Anwälte weitere 36 Geistliche für überführte Täter! Merkwürdig: Die Verurteilten sind alle schon tot – ihre Verfahren müssen also schon länger zurückliegen.

Hat es in jüngerer Zeit etwa keine Täter mehr gegeben? Auffällig hätten sich auch Diakone, Referenten und Religionslehrer gemacht. Die Gutachter gehen von einer riesigen Dunkelziffer aus: Die Kirche habe in der Vergangenheit Akten umfangreich vernichtet. Weitreichende Bestände seien außerdem in Privatwohnungen gelagert worden. Andere Teile des Archivs waren für alle Mitarbeiter frei zugänglich. Fazit: „Viele Vorgänge sind nicht mehr nachvollziehbar“, urteilt die Anwältin. So sei in sechs Fällen klar, dass Priester vom Strafgericht verurteilt wurden. Die Urteile verschwanden einfach! Doch selbst wenn die Schande aktenkundig wurde, seien die Taten in den Dokumenten verharmlost und beschönigt worden. Die Opfer – oft Kinder – habe die Kirche nicht sehen wollen. Sex-Täter seien versetzt worden, neues Leid habe man in Kauf genommen. Motto: Bloß kein Skandal … Damit ist jetzt Schluss: Kardinal Marx hört dem Bericht niedergeschlagen zu. Er empfinde Scham und Trauer: „Jetzt ist die Zeit für Buße und Umkehr.“

Der Zorn der Ettal-Opfer

Geradezu erschüttert wurde Kloster Ettal von den schweren Missbrauchsfällen und den früher alltäglichen Prügel-Orgien. Doch neun Monate nach Bekanntwerden der Fälle sind die Opfer weiter über die Aufarbeitung des Klosters entsetzt. Das geht aus einem Brief des „Vereins Ettaler Misshandlungs- und Missbrauchsopfer“ an Verantwortliche hervor, der der tz vorliegt. Der Vorsitzende Robert Köhler kritisiert, dass das Kloster die Krise nicht aus eigener Kraft aufklären könne. Noch immer liege kein umfassender Bericht vor. Es entstehe der Eindruck, dass Manches nicht aufgedeckt werden soll. Die Verantwortlichen hätten noch bis zum Jahrestag im Februar Zeit…

Hinter den dicken Mauern der Benediktiner-Abtei mit Internat sind 31 sexuelle Übergriffe auf Schüler bekannt geworden. Hinzu kommen 88 Fälle, in denen den Patres vorgeworfen wird, körperliche Gewalt angewendet zu haben. Das geht aus dem Bericht der Sonderermittlers Thomas Pfister hervor. Die Taten zählen nicht zur Bilanz des Erzbistums, weil das Ordinariat nicht für das Kloster zuständig ist, obwohl es auf dessen Gebiet liegt. Konkret werden 13 Patres und zwei weltliche Erzieher beschuldigt. Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt seit Monaten gegen den jungen Pater G. Aber auch andere Orden wie Salesianer und Kapuziner haben Schandtaten zu verzeichnen.

Zahlen der Schande

Allein die Dimension lässt schon das Schlimmste befürchten: Das Gutachten über sexuellen Missbrauch und Gewalt in der katholischen Kirche in und um München hat 250 Seiten. Sechs Monate arbeitete die Münchner Anwaltskanzlei Westpfahl, Spilker, Wastl daran. „Wir durften alle Quellen nutzen“, sagt Marion Westpfahl. Die Erzdiözese will das Gutachten nicht veröffentlichen. Generalvikar Peter Beer, Stellvertreter von Kardinal Marx, begründete dies mit dem Persönlichkeitsrecht der Genannten, auf mehr als der Hälfte der Seiten tauchten Namen auf. „Das ist kein Täterschutz“, betonte Beer.

Bereits die Zusammenfassung des Gutachtens stellt ein Zeugnis der Schande dar: „(…) Über 13 200 Akten wurden durch Mitarbeiter des Ordinariats nach Hinweisen auf etwaige einschlägige Vorfälle gesichtet. Hierunter befanden sich Personalakten, Handakten aus dem Personalreferat, Gerichtsakten, Archivbestände, Schuleinsatzakten sowie auch Akten aus den Geheimarchiven des Erzbischofs und des Generalvikars.

In 365 Akten wurden Hinweise festgestellt und diese sodann einer anwaltlichen Detailprüfung unterzogen.“ „Nach der dargestellten Prüfung sind 159 Priester auffällig geworden, wobei mit dieser Zahl sicherlich nicht alle einschlägigen Übergriffe erfasst sind, sondern vielmehr davon auszugehen ist, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher liegt. Wegen Sexualdelikten wurden 26 Priester verurteilt. (…) Bei 17 weiteren Priestern ist von einem Nachweis verübter Sexualdelikte auszugehen. Wegen sonstiger körperlicher Misshandlungen liegen zwei Verurteilungen vor. (…) Sonstige Misshandlungen durch Priester sind nach Auffassung der Gutachter in 36 Fällen als erwiesen anzusehen. In den Unterlagen befinden sich Hinweis auf sechs strafgerichtliche Verurteilungen, ohne dass festgestellt werden konnte, was diese zum Gegenstand haben.“

„Insgesamt 15 Diakone (desweiteren ein laisierter Diakon) wurden auffällig. Lediglich im Fall des später laisierten Diakons erfolgte eine Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs. In einem Fall ist aus Gutachtersicht die körperliche Misshandlung erwiesen. (…)“ „Unter den Berufsträgern der Gemeinde-/Pastoralreferenten, Seelsorgehelfern und Jugendpflegern wurden sechs Personen auffällig. (…) Insgesamt 96 Religionslehrer im Kirchendienst wurden auffällig, von denen einer wegen eines Sexualdelikts verurteilt wurde. Ein weiterer Fall sexuellen Missbrauchs ist nach Auffassung der Gutachter erwiesen. In keinem Fall liegt eine Verurteilung wegen sonstiger körperlicher Misshandlungen vor, obwohl solche nach Auffassung der Gutachter in 24 Fällen erwiesen sind.“

„Von einer erheblichen Dunkelziffer ist auszugegehen. Dies gilt umso mehr deshalb, da (…)Aktenvernichtungen in erheblichem Umfang stattgefunden haben und weitreichende Aktenbestände außerhalb des Ordinariats in Privatwohnungen eingelagert wurden und damit einem manipulativen Zugriff ausgeliefert waren.“

 

Einzelschicksale

Norbert Denef wurde in den Jahren 1959 bis 1967 in seiner Heimatstadt Delitzsch als Messdiener vom 10. bis zum 16. Lebensjahr von einem Priester und vom 16. bis zum 18. Lebensjahr von einem Organisten missbraucht.

Denef erhielt 2003 vom Bistum Magdeburg eine Entschädigung für sein erlittenes Leid angeboten, jedoch in Verbindung mit einer Schweigeverpflichtung. Im Jahre 2005 erhielt er vom Bistum schließlich 25.000 Euro – ohne Schweigeverpflichtung. Norbert Denef gilt als das erste Opfer in Deutschland, das von der römisch-katholischen Kirche eine Entschädigung erwirken konnte.[855] Er berichtet auch über Klageandrohungen: „habe ich von der Kirche noch zweimal eine Klageandrohung gekriegt, wenn ich nicht halt weiter schweige“[856]

Norbert Denef reichte eine Petition zur Abschaffung der Verjährungsfristen für Vergehen bei Pädokriminalität im Zivilrecht ein, die der Deutschen Bundestag im Dezember 2008 ablehnte. Denef kämpft nun vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte dafür, dass im Zivilrecht die Verjährungsfrist für sexuellen Missbrauch abgeschafft wird.[857][22] Denef wurde 2010 zum Sprecher des Netzwerks Betroffener von Sexualisierter Gewalt (netzwerkB) gewählt.

Bei der Podiumsdiskussion über Sexualisierte Gewalt auf dem Ökumenischen Kirchentag 2010 trat Denef während der Äußerungen von Pater Klaus Mertes, dem Rektor des Berliner Canisius-Kollegs, vor das Podium und forderte, die Opfer an der Debatte um sexualisierte Gewalt zu beteiligen. Bischof Stephan Ackermann, Missbrauchsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz, sagte daraufhin: „Ich bin erschrocken über den Verlauf der Veranstaltung. Der Mann hat doch Recht: Wir sprechen über Institution. Ich habe das Gefühl, dass die Opfer aus dem Blick geraten.“[844][858][859][860][861][862][863][864][865][866]

Literatur

    Hans Günter Hockerts: Die Sittlichkeitsprozesse gegen katholische Ordensangehörige und Priester 1936–1937. Eine Studie zur nationalsozialistischen Herrschaftstechnik und zum Kirchenkampf. Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 1971, ISBN 3-7867-0312-4. (online)
    Stephen Joseph Rossetti: Slayer of the soul: child sexual abuse and the Catholic Church. (Deutsch: Abschlachten der Seele: Sexueller Missbrauch von Kindern und die Haltung der Katholischen Kirche.) 1990, ISBN 978-0-89622-452-0.
    Elinor Burkett, Frank Bruni:, A gospel of shame: children, sexual abuse and the Catholic Church. 1993, (2)2002, ISBN 978-0-06-052232-2; deutsch: Das Buch der Schande: Kinder, sexueller Missbrauch und die katholische Kirche. 1995, ISBN 3-203-51242-4.
    Stephen Joseph Rossetti: A tragic grace: the Catholic Church and child sexual abuse. (Deutsch: Tragische Gnade: die Katholische Kirche und sexueller Missbrauch von Kindern.) Interfaith Sexual Trauma Institute, Collegeville/Minnesota 1996, ISBN 978-0-8146-2434-0.
    Stephen Joseph Rossetti, Wunibald Müller (Hrsg.): Sexueller Mißbrauch Minderjähriger in der Kirche. Psychologische, seelsorgliche und institutionelle Aspekte. Mainz 1996, ISBN 978-3-7867-1920-5.
    Stephen Joseph Rossetti, Wunibald Müller (Hrsg.): Auch Gott hat mich nicht beschützt. Wenn Minderjährige im kirchlichen Milieu Opfer sexuellen Missbrauchs werden. 1998, ISBN 978-3-7867-2099-7.
    Philip Jenkins: Pedophiles and Priests: Anatomy of a Contemporary Crisis. (Deutsch: Pädophile und Priester: Anatomie einer zeitgenössischen Krise.) Oxford University Press, New York 2001, ISBN 0-19-514597-6.
    F. Benedict Groeschel: From Scandal to Hope. (Deutsch: Vom Skandal zur Hoffnung.) OSV, 2002, ISBN 978-1-931709-69-9.
    George Weigel: The Courage To Be Catholic. (Deutsch: Der Mut ein Katholik zu sein.) Basic Books, 2002, ISBN 0-465-09261-6.
    Philip Jenkins: The New Anti-Catholicism: The Last Acceptable Prejudice. (Deutsch: Neuer Anti-Katholizismus: Das letzte akzeptierte Vorurteil.) Oxford University Press, New York 2003, ISBN 978-0-19-514597-7.
    Herbert Ulonska, Michael J. Rainer (Hrsg.): Sexualisierte Gewalt im Schutz von Kirchenmauern. Anstöße zur differenzierten (Selbst-)Wahrnehmung. 2003, 2., erw. Aufl. 2007, ISBN 978-3-8258-6353-1.
    Wilhelm Rees, Sexueller Missbrauch von Minderjährigen durch Kleriker. Anmerkungen aus kirchenrechtlicher Sicht. In: Archiv für katholisches Kirchenrecht 172 (2003), S. 392–426.
    Robert Karl Hanson, Friedemann Pfäfflin, Manfred Lütz: Sexual abuse in the Catholic Church: scientific and legal perspectives. (Deutsch: Sexueller Missbrauch in der Katholischen Kirche: Wissenschaftliche und rechtliche Perspektiven.) Pontificia Academia pro vita, 2004.
    Paul R. Dokecki: The clergy sexual abuse crisis: reform and renewal in the Catholic community. (Deutsch: Die Missbrauchskrise des Klerus: Reform und Erneuerung in der Katholischen Gemeinde.) 2004, ISBN 978-1-58901-006-2.
    Marie M. Fortune, W. Merle Longwood: Sexual abuse in the Catholic Church: trusting the clergy? (Deutsch: Sexueller Missbrauch in der Katholischen Kirche: Dem Klerus trauen?) 2004, ISBN 0-7890-2464-0.
    Thomas G. Plante: Sin against the innocents: sexual abuse by priests and the role of the catholic church. (Deutsch: Sünde gegen die Unschuldigen: Sexueller Missbrauch durch Priester und die Rolle der Katholischen Kirche.) 2004, ISBN 978-0-275-98175-4.
    Lisa Rene Reynolds: Coming Out & Covering Up: Catholic Priests Talk About Sex Scandals In The Church? (Deutsch: Coming-out und Verdecken: Sprechen Katholische Priester über Sexskandale innerhalb der Kirche?) 2004, ISBN 978-0-9748410-3-8.
    Donald L. Boisvert, Robert Goss, Gay Catholic priests and clerical sexual misconduct: breaking the silence. (Deutsch: Schwule katholische Priester und sexuelles Fehlverhalten des Klerus: Brechen des Schweigens.) 2005, ISBN 978-1-56023-537-8.
    Michael Burleigh: Sacred Causes: The Clash of Religion and Politics, from the Great War to the War on Terror. (Heilige/Unantastbare Beweggründe: Zusammenstoß von Religion und Politiken, vom Ersten Weltkrieg zum Krieg gegen den Terror.) HarperPress, 2006, ISBN 978-0-06-058096-4.
    Jean Bartunek, Mary Ann Hinsdale, James F. Keenan: Church ethics and its organizational context: learning from the sex abuse scandal in the catholic church. (Deutsch: Kirchliche Sittenlehre im Kontext ihrer Organisation: Konsequenzen aus dem sexuellen Missbrauchsskandal innerhalb der Katholischen Kirche.) 2006, ISBN 978-0-7425-3248-9.
    Barry Michael Coldrey: Religious life without integrity: the sexual abuse crisis in the Catholic Church? (Religiöses Leben ohne Integrität: Die sexuelle Missbrauchskrise innerhalb der Katholischen Kirche.) 1999 (online)
    Thomas P. Doyle, A. W. Richard Sipe, Patrick J. Wall: Sex, priests, and secret codes: the Catholic Church’s 2000-year paper trail. (Deutsch: Sex, Priester und Geheimcodes: Die 2000 Jahre lange Datenspur der Katholischen Kirche.) 2006, ISBN 978-1-56625-265-2.
    David Ranan: Double Cross: The Code of the Catholic Church. (Gekreuzte Finger: Der Kode der Katholischen Kirche.) Theo Press Ltd., 2007, ISBN 978-0-9554133-0-8.
    Rotraud A. Perner: Die Wahrheit wird euch frei machen. Sexuelle Gewalt im kirchlichen Bereich und anderswo, Gezeiten, Wien 2002, ISBN 978-3-9502272-0-8.
    Massimo Introvigne: Attacco a Benedetto XVI. Il papa, la pedofilia e il documentario «Sex, crimes and the Vatican». (Deutsch: Angriff auf Benedikt XVI. Der Papst, die Pädophilie un die Dokumentation «Sex & Crime & Vatikan».) Fede & Cultura, Verona 2007, ISBN 88-89913-48-7.
    Mary Gail Frawley-O’Dea: Perversion of power: sexual abuse in the Catholic Church? (Deutsch: Perversion der Macht: Sexueller Missbrauch innerhalb der Katholischen Kirche.) 2007, ISBN 978-0-8265-1547-6.
    Mary Gail Frawley-O’Dea, Virginia Goldner: Predatory priests, silenced victims: the sexual abuse crisis and the catholic church. (Deutsch: Raubtier-Priester, gestummte Opfer: Sexuelle Missbrauchskrise und Katholische Kirche.) 2007, ISBN 978-0-88163-424-2.
    Geoffrey James Robinson, Donald Cozzens: Confronting power and sex in the Catholic Church: reclaiming the spirit of Jesus? (Konfrontation von Macht und Sex in der Katholischen Kirche: Berufung auf den Geist Jesu?) 2008, ISBN 978-0-8146-1865-3.
    Nicholas P. Cafardi: Before Dallas: the U.S. Bishops‘ response to clergy sexual abuse of children. (Vor Dallas: Die Reaktion der US Bischöfe auf den sexuellen Missbrauch von Kindern durch den Klerus.) 2008, ISBN 978-0-8091-0580-9.
    Rotraud A. Perner (Hrsg.): Missbrauch: Kirche – Täter – Opfer. Lit Verlag, 2010, ISBN 978-3-643-50163-9.
    Wunibald Müller: Verschwiegene Wunden: Sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche erkennen und verhindern. Kösel-Verlag, 2010, ISBN 978-3-466-37000-9.

 

Filme

    Mea Maxima Culpa. Stille im Haus des Herrn. (OT: Mea Maxima Culpa: Silence in the House of God.) Dokumentarfilm, USA, 2011, 106 Min., Buch und Regie: Alex Gibney, Produktion: HBO Films, deutsche Erstsendung: 22. Oktober 2013 bei arte, Inhaltsangabe von ARD.

 

Einzelnachweise

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p align=“justify“>www.tz.de: Missbrauch in der Kirche: Die ganze Wahrheit. Bericht über das von Bischof Reinhard Marx in Auftrag gegebene Gutachten der Anwaltskanzlei Westpfahl, Spilker, Wastl, 2010. "Die Gutachter gehen von einer riesigen Dunkelziffer aus: Die Kirche habe in der Vergangenheit Akten umfangreich vernichtet. Weitreichende Bestände seien außerdem in Privatwohnungen gelagert worden."
http://www.welt.de Sexuellen Missbrauch kann man nicht vergessen
schwaebische.de: Die Dunkelziffer ist hoch
rundschau-online.de: "Für die Opfer hat sich nichts verbessert"
Hans Schleier, Geschichte der deutschen Kulturgeschichtsschreibung: Bd. 1: Vom Ende des 18. bis Ende des 19. Jahrhunderts, Reprint, Spenner, Kamen 2002, S. 875–879.
Hertha Busemann, Der Jesuit und seine Beichttochter Die Faszination eines Sittenskandals in drei Jahrhunderten, Oldenburg 1987, S. 98–105.
Ralph Tanner, Sex, Sünde, Seelenheil. Die Figur des Pfaffen in der Märenliteratur und ihr historischer Hintergrund, Königshausen und Neumann, Würzburg 2005, S. 556 ff.
Tilmann Walter, Unkeuschheit und Werk der Liebe. Diskurse über Sexualität am Beginn der Neuzeit in Deutschland, de Gruyter, Berlin und New York 1997, S. 172–185.
Tilmann Walter, Unkeuschheit und Werk der Liebe. Diskurse über Sexualität am Beginn der Neuzeit in Deutschland, de Gruyter, Berlin und New York 1997, S. 262.
Otto von Corvin: Der Pfaffenspiegel. Historische Denkmale des christlichen Fanatismus. 43. Auflage. Rudolstadt, 1927, S. 267 (online).
Irmtraud Götz von Olenhusen: Klerus und abweichendes Verhalten. Zur Sozialgeschichte katholischer Priester im 19. Jahrhundert. Vandenhoeck und Rupprecht, Göttingen 1994, ISBN 3-525-35769-9, S. 247–271 (online).
Hans Günter Hockerts: Die Sittlichkeitsprozesse gegen katholische Ordensangehörige und Priester 1936–1937, 1971, S. 40.
Hans Hockerts, 1971, S. 162.
Hans Günter Hockerts, 1971, S. 48.
Hans Günter Hockerts, 1971, S. 58.
Hans Günter Hockerts, 1971, S. 43-53.
Hans Günter Hockerts, 1971, S. 43-53.
Hans Günter Hockerts, 1971, S. 50
Hans Günter Hockerts, 1971, S. 53.
Hans Günter Hockerts, 1971, S. 31.
Die Causa Georg Zimmermann (Recherche auf regensburg-digital.de vom 11. Mai 2013)
Barbara Hans: Scham fressen Seele auf. In: Spiegel online, 12. Februar 2010 (online).
Leipziger Volkszeitung (online)
Antrag zur Aufhebung der Verjährungsfristen einstimmig angenommen | netzwerkB | netzwerkB
Rede von Frau Bundesministerin der Justiz Brigitte Zypries in der Plenarsitzung des Bundestages am 30. Januar 2003 (PDF; 158 kB)
Christian Rath: Strafverfolgung: Keine Anzeigepflicht bei Missbrauch. In: die tageszeitung, 24. Februar 2010 (online).
Harald Biskup: Missbrauch-Skandal: Berührungsängste der Kirche In: Kölner Stadt-Anzeiger, 24. Februar 2010 (online).
Katja Goedelt: Vergewaltigung und sexuelle Nötigung. Untersuchung der Strafverfahrenswirklichkeit. (online; PDF; 1,52 MB)
Gott würde es billigen. In: Der Spiegel. Nr. 11, 1995 (online).
Jede Menge Pornos. In: Der Spiegel. Nr. 42, 1995 (online).
Die Sünden des Bischofs Dyba – Mißbrauchte Meßdiener, verantwortungslose Kirchenfürsten. In: Panorama vom 5. Dezember 1996 (online).
SWR-Umfrage: Nur sechs Bistümer ohne Missbrauchsfälle. Pressemitteilung des Südwestrundfunks, 30. August 2002 (online)
Christian Schuele: Sünder im Talar. Die Zeit, 20. September 2007 (online)
Sexueller Missbrauch: Jeder Fall ein Fall zu viel. In: Hessischer Rundfunk, 28. September 2007 (online)
Pädophiler Peter K.: Kurzer Prozess für den Kinderschänder-Pfarrer, Der Spiegel, 13. März 2008
Anhörung vor dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages. Beschluss vom 26. November 2008 (online).
RTH Zwischenbericht. Berichte Betroffener an die Infostelle des Runden Tisches, S. 12 (online; PDF; 577 kB).
Missbrauch im Heim. Herr Focke will Wiedergutmachung. In: taz, 4. Februar 2009 (online)
Claudia Keller: Der Mythos Canisius-Kolleg hat etwas so Lächerliches In: Tagesspiegel, 7. Februar 2010 (Interview mit Klaus Mertens) (online)
Regina Einig: Leitlinien setzen letztlich das Vertrauen des Opfers in die Institution voraus – Interview mit Klaus Mertes, Tagespost, 6. Februar 2010 (Online) bei wir-sind-kirche.at
Antje Schmelcher: Missbrauch an Jesuitenschulen – „Die Kirche hat nicht zugehört“. In: FAZ, 6. Februar 2010 (online)
Dokumentiert: Der Brief des Canisius-Rektors. In: Tagesspiegel, 29. Januar 2010 (online)
Susanne Vieth-Entus: Schüler an Jesuiten-Gymnasium jahrelang missbraucht. In: Tagesspiegel, 28. Januar 2010 (online)
Online-Artikel "Canisius-Kolleg: Missbrauchsfälle an Berliner Eliteschule" der Morgenpost vom 28. Januar 2010
Online-Artikel "Der Lack ist ab" der Frankfurter Rundschau vom 17. November 1999
Katholische Kirche in Deutschland. Bistümer melden Dutzende Verdachtsfälle auf Kindesmissbrauch. In: Spiegel Online, 6. Februar 2010 (online)
Katholische Kirche zahlt Millionen an Missbrauchsopfer. In: FAZ. 29. Dezember 2013, abgerufen am 5. Januar 2014.
Volker Uerlings: Missbrauch in Overbach: Elf Fälle angezeigt. In: Aachener Zeitung. Aachener Verlagsgesellschaft, 21. April 2010, abgerufen am 22. Juli 2013.
Pressespiegel. In: Prävention. 4, Nr. 6, Bundesverein zur Prävention von sexuellem Mißbrauch an Mädchen und Jungen, Bonn November/Dezember 2001, ISSN 1436-0136, S. 22 (Die Zeitschrift zitiert den Artikel „Schutzverein nennt Anstellung Risiko“ der Rheinischen Post vom 4. September 2011, http://www.dgfpi.de/tl_files/bundesverein/praevention/2001_05.pdf, abgerufen am 22. Juli 2013).
Peter Wensierski: Vertuschen und versetzen. In: Der Spiegel. Nr. 29, 15. Juli 2002, S. 58–63, hier: S. 60 (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-23215434.html, abgerufen am 22. Juli 2013).
Welt Online: 24 Priestern wird Kindesmissbrauch vorgeworfen, 10. September 2010 (online)
Bild.de: Entschädigung an Missbrauchsopfer ausgezahlt, 25. Juli 2011 (online)
Spiegel Online: Liste des Schreckens, 20. März 2010 (online) (abgerufen am 23. August 2010)
Christoph Renzikowski: Es begann am Aschermittwoch. KNA, kath.net, 26. Februar 2010 (online)
Aichacher Nachrichten: Pfarrer muss wegen sexuellen Missbrauchs vor Gericht, 5. Oktober 2010 (online)
Augsburger Allgemeine: Missbrauch im Internat: „Ich glaube beiden und bitte um Vergebung!“, 19. Januar 2014 (online)
Daniel Wirsching: Das jüngste Missbrauchsopfer war acht Jahre alt, Augsburger Allgemeine, 9. September 2010 (online)
Klaus Angerstein: Plötzlich war da was unter der Bettdecke, inFranken.de, 20. März 2011 (online)
Spiegel Online: Missbrauchsverfahren gegen Priester eingestellt, 19. Januar 2010 (online)
Spiegel Online: Ermittler prüfen Suizid eines möglichen Opfers, 11. August 2008 (online)
Erzbistum Bamberg: Zwei neue Domkapitulare, 29. November 1998 (online)
Erzbistum Bamberg: Ehemaliger Domkapitular strafweise in den Ruhestand versetzt, 30. April 2012 (online)
Fürther Nachrichten: Das Erzbistum rechtfertigt sein Vorgehen, nordbayern.de, 25. Februar 2011 (online)
Elke Grasser-Reitzner: Missbrauchsopfer erhebt Vorwürfe gegen Bistum, nordbayern. de, 1. März 2011 (online)
Radio Bamberg: Bambergs Erzbischof entschuldigt sich bei Missbrauchsopfern, 23. Februar 2011 (online)
Zwischenbericht über den Missbrauch in Jesuitenschulen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. Februar 2010, S. 7.
Jesuiten haben systematisch Missbrauch gedeckt. Die Welt, 27. Mai 2010
Zeit Online: Jesuiten räumen Missbrauchs-Vertuschung ein, 27. Mai 2010 (online)
Spiegel Online: Missbrauchsvorwürfe gegen frühere Nonne, 7. März 2010 (online)
Hans H. Nibbrig: Missbrauch in Steglitz war der Kirche bekannt, Berliner Morgenpost, 29. März 2011 (online)
Proclamandum des Generalvikars Tobias Przytarski, Katholische Sonntagszeitung, Ausgabe für das Erzbistum Berlin, Nr. 23, 9./10. Juni 2012
Mitteldeutsche Zeitung: Aufarbeitung von Missbrauchsfällen, 26. Februar 2011 (online)
Bild-Zeitung: Das Protokoll der Schande, 14. März 2010 (online)
Spiegel Online: Kirche zeigt Priester wegen sexueller Nötigung an, 9. April 2010 (online)
Zeit Online: Neue Vorwürfe gegen mehr als 20 Priester, 30. März 2010 (online)
Ostthüringer Zeitung: Katholisches Bistum Erfurt will Kindesmißbrauch vorbeugen, 15. September 2010 (online)
Karsten Jauch: Bistum Erfurt verhandelt Entschädigungen für Missbrauchsopfer, Ostthüringer Zeitung, 8. April 2011 (online)
Bei diesem Priester könnte es sich um Hans J. handeln, über den die taz ausführlich berichtete: Philipp Gessler: Das Treffen mit dem Peiniger, Die Tageszeitung, 5. April 2011 (online)
Missbrauchsfälle in den NRW-Bistümern. In: WDR, Panorama, 12. März 2010 (online).
Heim-Leiter will Missbrauchs-Vorwürfe aufklären. In: WAZ, Lokalteil Essen, 24. Februar 2010 (online).
Michael Weeke: Auch in Bochum gab es Missbrauchs-Fälle in der Kirche. Der Westen, 26. April 2010 (online)
Spiegel Online: Große Betroffenheit, tiefe Erschütterung, 12. März 2010 (online)
Missbrauch im Erzbistum Freiburg: Zollitsch räumt schwere Fehler ein – n-tv.de
Erzbistum Freiburg beurlaubt Seelsorger: Meldung vom 28. April 2010 (online)
Südkurier vom 21. August 2010: "Beschuldigter Pfarrer geht (online)
Südkurier vom 21. September 2008 (online)
Waldshut-Tiengen: Die Missbrauchsakte ist geschlossen, Badische Zeitung, 2. Juli 2011, Zugriff am 10. Januar 2012
Jens Schmitz: Bistum nennt Missbrauchszahlen: 110 Anzeigen, Badische Zeitung, 22. Oktober 2010 (online)
Badische Zeitung (online)
Jade-Yasmin Tänzler: Erzbistum könnte Opfer-Daten an Täter gegeben haben, Die Zeit, 7. Juni 2011 (online)
Südwest: Missbrauch in der Kirche: Panne: Erzbistum gibt Täter die Adresse seines Opfers – badische-zeitung.de
Spiegel Online: Regierung verlangt von Bischöfen Aufklärung, 20. Februar 2010 (online)
Hessische/Niedersächsische Allgemeine: Missbrauch in Fritzlar: Täter ist kein Priester mehr. 25. Mai 2012 (online)
Hessische/Niedersächsische Allgemeine: Missbrauch von Messdienern: Justiz weitet Ermittlungen aus. 14. Juni 2010 (online)
Hessischer Rundfunk: Kirche begrüßt Anklage gegen Pfarrer. 28. Oktober 2010 (online)
Hessische/Niedersächsische Allgemeine: Missbrauchsprozess: Fritzlarer Pfarrer zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. 25. November 2010 (online)
Jörn Perske: Viele Täter rettet nur die Zeit (Memento vom 13. April 2011 im Internet Archive), Frankfurter Neue Presse, 7. April 2011
Kommission zur Aufklärung von Missbrauchsvorwürfen an der Stiftsschule Amöneburg legt Bericht vor. Bistum Fulda, 24. Februar 2012, abgerufen am 27. Januar 2014.
Spiegel Online: Pater nach Missbrauchsfall suspendiert, 21. März 2011 (online)
Augsburger Allgemeine: Pater wegen sexuellen Missbrauchs suspendiert, 21. März 2011 (online)
Michael Degenhard: Missbrauch in katholischen Häusern in Norddeutschland. 26. März 2010 (online)
Zeit Online: Chronologie der Übergriffe, 8. April 2010 (online)
Missbrauch im Bistum Hildesheim: Sonderkommission "Sünde" übernimmt. In: spiegel.de. Abgerufen am 19. Juli 2011.
NDR: Missbrauch: Bischof gibt sich selbstkritisch, 20. Juli 2011 (online)
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/missbrauchsfall-salzgitter-unbekannter-verpruegelt-pfarrer-im-gefaengnis-a-775632.html
Priester zu sechs Jahren Haft verurteilt, Frankfurter Allgemeine, 26. Januar 2012
Rüdiger Wala: Andreas L. ist kein Priester mehr. Kirchenrechtliches Verfahren wegen Missbrauch abgeschlossen. In: KirchenZeitung. Der Bischof von Hildesheim, 24. April 2013, abgerufen am 26. April 2013.
untersuchung-aloisiuskolleg.de
Aloisiuskolleg: Leitfaden zur Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche, 6. Dezember 2010 (online)
Aloisiuskolleg Bonn: Aloisiuskolleg stellt Leitfaden zur Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche vor, Presseerklärung vom 10. Dezember 2010 (online)
Joachim Heinz: Angst- und gewaltfreies Lernen. Bonner Jesuitenschule legt Leitlinien gegen Missbrauch vor, Domradio, 10. Dezember 2010 (online)
Vgl. Prof. Dr. jur. Julia Zinsmeister; Rechtsanwältin Petra Ladenburger; Dipl.Päd. Inge Mitlacher: Schwere Grenzverletzungen zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen im Aloisiuskolleg Bonn – Bad Godesberg. Abschlussbericht zur Untersuchung im Auftrag der Deutschen Provinz der Jesuiten, 15. Februar 2011 (online) (PDF; 1,91 MB) bzw. die Kurzzusammenfassung (online); (PDF; 59 kB) und die Presseerklärung des Provinzials der Deutschen Provinz der Jesuiten, Stefan Kiechle SJ, (online); (PDF; 23 kB)
Peter Wensierski: Missbrauchsopfern droht der Maulkorb, Spiegel Online, 2. März 2011 (online)
Immer neue Missbrauchsfälle: Eine Chronologie. In: heute.de vom 5. März 2010 (online).
Konvikt St. Albert: BAP-Frontmann Niedecken bestätigt Missbrauch – Nachrichten Panorama – DIE WELT
WDR.de: Katholischer Pfarrer suspendiert, Mediathek (Video)
Robert Franz: Missbrauch: Bistum Köln suspendiert Pfarrer, WDR.de, 22. Februar 2011 (Missbrauch: Bistum Köln suspendiert Pfarrer Priester verschwieg Bewährungsstrafe wegen Missbrauchs (Memento vom 23. Februar 2011 im Internet Archive))
Julia Jüttner: Pater L. und die Zäpfchen, 7. Mai 2012 (online)
Osnabrücker Zeitung, 21. November 2013 (online)
Rhein-Zeitung: Mehr als 50 Opfer beantragen Entschädigung, 27. Juni 2011 (online)
Der Spiegel, 17. September 2012: Missbrauchsopfer im Bistum Limburg werfen katholischer Kirche unterlassene Hilfeleistung vor
Limburger Ex-Vikar vereitelte Aufarbeitung von Missbrauchsfall Zeit Online 2. April 2014
FAZ.net 8. April 2014: Früherer Generalvikar äußert „tiefes Bedauern“
Alexander Homes: Prügel vom lieben Gott: Eine Heimbiografie. Alibri Verlag, erweiterte Neuauflage, ISBN 978-3865690234; http://www.wiesbadener-kurier.de 22. September 2012
Der Spiegel 51/1981: Stück Misere
„Wir sind traurig mit jedem, der sich gemeldet hat“
mdr.de: Pfarrer wegen Kinderpornografie angeklagt, 10. April 2012 (online (Memento vom 15. Dezember 2013 im Internet Archive))
Bewährungsstrafe für Geistlichen: Priester hortete Tausende Kinderpornobilder Spiegel Online 8. April 2013
Stefan Toepfer und Markus Schug: Neue Entwicklungen in zwei Diözesen, 16. März 2010 (online)
Lauterbacher Anzeiger: Missbrauch: Vorwürfe gegen früheren Pfarrer, 7. Mai 2010 (online)
Norbert Gregor Günkel: „Leben der Opfer für immer zerstört“, 8. Januar 2011 (online)
Lauterbacher Anzeiger: Verfahren der Kirche gegen Missbrauchs-Priester läuft, 18. Februar 2011 (online)
Kreis-Anzeiger – Mehr als „Mitgefühl mit den Opfern“ äußert die Kirche nicht
Kreis-Anzeiger – „Klar machen, was wirklich passiert ist“
Norbert Gregor Günkel: „Missbrauch liegt wie eine finstere Wolke über uns“, Gießener Anzeiger, 13. April 2011 (online)
Miguel Zamorano: Missbrauchsfall im Bistum Mainz, Zeit Online, 20. April 2010 (online)
Nicholas Kulish, Katrin Bennhold: Doctor Asserts Church Ignored Abuse Warnings. In: The New York Times,18. März 2010 (online)
Psychiater warnte vor Pädophilem – vergebens. In: Süddeutsche Zeitung, 19. März 2010 (online)
Claudia Keller, Katja Reimann: Eine Gemeinde sucht Antworten. Zeit Online, 16. März 2010 (online)
Felicitas Amler: Ordinariat räumt Fehler ein. Süddeutsche Zeitung Online, 12. Juli 2010 (online)
Julia Jüttner: Er predigte Wasser und trank Wein. In: Spiegel Online, 17. März 2010 (online)
Süddeutsche Zeitung: Erzbistum zieht Konsequenzen, Nr. 62, 16. März 2010, S. 6.
Julia Jüttner: Wie eine Gemeinde missbraucht wurde. In: Der Spiegel, 15. März 2010 (online)
Ein Rücktritt – die Kirche greift durch. In: Süddeutsche Zeitung, 16. März 2010 (online).
Missbrauchsskandal in der Kirche Papst sollte „aus der Schusslinie“ genommen werden. In: Spiegel Online, 17. April 2009 (online)
Ettaler Abt tritt zurück. In: FAZ.NET vom 24. Februar 2010 (online).
Auch Schulleiter von Kloster Ettal tritt zurück. In: FAZ.NET vom 26. Februar 2010 (online).
Fahnder ermitteln im katholischen Kloster Ettal. In: Spiegel Online, 2. März 2010 (online)
Manfred Lütz: Kollateralschäden in Kloster Ettal. In: FAZ.NET vom 14. März 2010 (online).
Untersuchungsbericht Kloster Ettal 180-Seiten-Protokoll über Prügel, Missbrauch und Sadismus. In: Spiegel online, 12. April 2010 (online)
Staatsanwalt erhebt Anklage gegen Ettaler Mönch. In: Faz.net, 20. Januar 2011 (online)
Vgl. L. Wiegelmann und D. Banse: Kardinal Marx vertuschte Missbrauchsverdacht, Welt Online, 9. Februar 2011 (online); Dirk Banse, Lucas Wiegelmann: Ettaler Eltern kritisieren Münchner Erzbistum, Welt Online, 11. Februar 2011 (online); Christoph Renzikowski: Was sind drei Monate? Zwischen dem Münchner Erzbistum und Kloster Ettal gärt es weiter, Domradio, 11. Februar 2011 (online); Daniel Deckers: Die Richtigen falsch behandelt?, Faz.net, 21. Januar 2011 (online)
Kath.net: Juristischer Sieg von Kardinal Marx gegen die ‚Welt‘, 24. Februar 2011 (online)
Matthias Drobinski: Ein Hauch von Versöhnung. In: Süddeutsche Zeitung, 18. Februar 2011 (Online-Vorabveröffentlichung vom Vortag)
Christian Wölfel: Vom Verdrängen und Anerkennen, katholisch.de, 1. März 2012 (online)
http://www.ipp-muenchen.de (PDF; 1,5 MB)
Kölner Stadtanzeiger: [1]
Pater wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 11. März 2015
Missbrauch auch in Kloster Schäftlarn, Tz vom 26. Februar 2010
Missbrauchsskandal jetzt auch in Schäftlarn: Sex nach der Dusche, Abendzeitung vom 28. Februar 2010
[Stern-Spezial Die Scheinheiligen], Stern vom 31. Oktober 1991
Die Beurteilungskriterien und die Methodik der bundesdeutschen „Sektenpolitik“ am Beispiel der Amtskirchen. Abgerufen am 26. März 2013
Rechtsanwälte Westpfahl, Spilker und Wastl: Kernaussagen des Gutachtens Sexuelle und sonstige körperliche Übergriffe durch Priester, Diakone und sonstige pastorale Mitarbeiter im Verantwortungsbereich der Erzdiözese München und Freising in der Zeit von 1945 bis 2009. Bestandsaufnahme – Bewertung – Konsequenz vom 2. Dezember 2010, Informationen zur Pressekonferenz vom 3. Dezember 2010 (online; PDF; 83 kB)
Kirche hat Missbrauch laut Gutachten systematisch vertuscht. In: Die Zeit, 3. Dezember 2010 (online)
M. Drobinski u. M. Maier-Albang: Kirche vertuschte Missbrauch systematisch. In: Süddeutsche Zeitung Online, 3. Dezember 2010 (online)
Pressestelle des Erzbistums München und Freising: Statement des Erzbischofs von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, in der Pressekonferenz Missbrauch am 3. Dezember 2010 (online; PDF; 54 kB)
FAZ, 12. Januar 2012: (Im Geheimen. – Die katholische Kirche wollte Missbrauch aufarbeiten – mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen. Das ist gescheitert. Kein Wunder. Denn es geht um mehr als persönliche Befindlichkeiten)
Der Westen: 106 Missbrauchsopfer im Bistum Münster, 14. Juni 2010 (online)
Spiegel Online: Vier Messdiener wegen sexuellen Missbrauchs vor Gericht, 13. Dezember 2010 (online)
Andreas D. Becker: Ein Missbrauchsopfer stammt aus Delmenhorst, Weser Kurier, 12. April 2011 (online)
Jürgen Westerhoff: Wilhelmshaven: Beim Missbrauchs-Opfer bleiben Schmerz und Wut, Nordwest-Zeitung, 9. April 2011 (online)
Andreas D. Becker: Eine Gemeinde arbeitet ein Trauma auf. Weser Kurier, 25. Mai 2011 (online)
Focus Online: „Kindesmissbrauch muss angezeigt werden“, 12. April 2010 (online)
Tageszeitung: Gewaltfrage ungeklärt, Tat verjährt, 29. September 2010 (online)
Frankfurter Allgemeine Zeitung: Pfarrer wegen Vergewaltigung angeklagt. 24. August 2010 (online)
Norddeutscher Rundfunk: Sex-Priester kommt erneut davon. 29. September 2011 (Sex-Priester kommt erneut davon (Memento vom 4. September 2012 im Webarchiv Archive.today))
Bistum Osnabrück: Kirchengericht verurteilt ehemaligen Pfarrer. 4. Juli 2013 (online)
Hannoversche Allgemeine Zeitung: Osnabrücker Bischof bekennt Schuld der katholischen Kirche. 28. November 2010 (online)
Neue Westfälische: Sexueller Missbrauch: Vorwürfe gegen 40 Priester, 4. März 2011 (online)
Benediktinerbruder soll 19 Opfer missbraucht haben. In: derwesten.de, 18. März 2010 (online)
Missbrauchsskandal weitet sich aus. In: Spiegel Online, 12. Februar 2010 (online)
Pädophiler Geistlicher: Missbrauchsfälle auch im Erzbistum Paderborn. In: Stern Online, 12. Februar 2010 (online).
Sexueller Missbrauch: Verfahren eingestellt. In: Soester Anzeiger vom 1. April 2010 (online).
WDR-Westpol, 23. März 2013
Vorwürfe des Kindermissbrauchs im St. Johannesstift. Spiegel Online, 23. März 2013
http://www.wdr.de
welt.de: „Ich war 14, als mich die Nonne aufs Zimmer nahm“
Missbrauchsskandal auch bei Regensburger Domspatzen. In: Financial Times Deutschland, 5. März 2010 (online (Memento vom 9. Juli 2013 im Internet Archive))
Spiegel Online: Missbrauchsverdacht auch bei Regensburger Domspatzen, 4. März 2010 (online)
Heiner Effern, Roman Deininger, Katja Riedl, Susanne Klaiber, Dominik Stawski, Monika Maier-Albang, Annette Ramelsberger: Mindestens 380 Opfer. 24. Oktober 2010 (online)
Missbrauchsopfer von Kirche erst nach Monaten angehört (Bericht auf Merkur-online.de vom 28. Februar 2003)
"Wir bitten die Opfer um Vergebung" Bericht im Neuen Tag vom 9. August 2002.
Das Schweigen der Hirten Bericht in Der Spiegel vom 30. Januar 2003.
Süddeutsche Zeitung (online)
Bistum Regensburg gewinnt Rechtsstreit mit dem Spiegel. Kath.net, 22. Januar 2011 (online)
Bayerischer Rundfunk (online (Memento vom 11. Januar 2012 im Internet Archive))
http://www.trp1.de/archiv/Sexueller_Missbrauch_auch_am_Kloster_Metten-4598.html
Recherchen und Meldungen über Missbrauchsfälle und pädagogische Übergriffe im Bistum Regensburg in den Jahren 1958 bis 1973 (Pressemitteilung des Bistum Regensburg vom 5. März 2010)
stern (online)
http://www.intern-at.de/missbrauchsfaelle/missbrauchsfaelle03/
Neue Missbrauchsvorwürfe bei Regensburger Domspatzen. In: Spiegel Online, 13. März 2010 (online)
Missbrauch bei den „Domspatzen“ unter Theobald Schrems (Recherche auf regensburg-digital vom 22. März 2013).
Vom Leiden und Schweigen der Spatzen (Mittelbayerische Zeitung vom 11. Januar 2011)
Zeit Online: Ordensbruder missbraucht Behinderte sexuell, 18. Januar 2011 (online)
Fälle sexuellen Missbrauchs im Bistum Regensburg zwischen 1945 und 2010: Ein zusammenfassender Arbeits-Bericht im März 2011 (PDF; 68 kB)
Bistum im „Stadium der Kampfphase“, Bericht auf regensburg-digital vom 22. Januar 2015.
DIE ZEIT – Christ & Welt, 26. Juli 2012 (online)
Kirche stoppt Studie zum Missbrauch (Mittelbayerische vom 9. Januar 2013)
Stuttgarter Zeitung: 94 Missbrauchsfälle seit 1945, 10. März 2011 (online)
Michael Ohnewald: Das Schweigen der Lämmer. In: Stuttgarter Zeitung, 8. Mai 2010 (online)
Katholische Kirche wusste seit Jahren von Vorwürfen gegen Priester. In: Spiegel Online, 28. April 2010 (online)
Michael Ohnewald: Pfarrer wird des Amtes enthoben, Stuttgarter Zeitung, 20. April 2010 (online)
Willibald Ruscheinski: Kommission Sexueller Missbrauch: Pfarrer Kruschina hat sich schuldig gemacht, Schwäbisches Tagblatt, 13. April 2010 (online)
Kindsmissbrauch: Oggelsbeurer Opfer spricht. In: Schwäbische Zeitung online, 23. Februar 2010 (online)
Beschuldigter Pfarrer ist dement. In: Kanal 8 vom 18. März 2010 (online).
Bislang 14 Priester unter Missbrauchs-Verdacht. In: SWR-Nachrichten, 18. März 2010 (online).
Caritas-Einrichtung. Schwerbehinderte wird von Vergewaltiger schwanger. In: Spiegel Online, 1. April 2010 (online)
Vgl. Trierer Volksfreund: Katholische Kirche will Missbrauchsopfer entschädigen – Bis zu 5000 Euro möglich, 25. Januar 2011 (online)
Birgit Reichert: Opfer sollen rasch entschädigt werden, n-tv, 25. Februar 2011 (online)
Peter Wensierski: „Erst jetzt fühle ich mich ihm gewachsen“, Spiegel Online, 3. April 2010 (online)
Michael Ohnewald: Der Priester mit zwei Gesichtern, Stuttgarter Zeitung, 11. Februar 2011 (online)
Presseartikel zur Dimission P.-G. Müllers
1994 Fall in Bendorf: Erzieher im Don-Bosco-Internat verurteilt. In: Rhein-Zeitung, 19. Februar 2010 (online)
Katja Bernardy; Rolf Seydewitz: Bistums-Personalakten bald keine Geheimsache mehr? Ruf nach Aufklärung und Transparenz, Trierer Volksfreund, 12. April 2011 (online)
Frankfurter Rundschau: Benediktiner machen Missbrauchsfälle öffentlich, 22. Mai 2011 (online)
Friedhelm Knopp: Priester aus Trierer Kloster missbraucht jahrelang Jugendliche, Trierer Volksfreund, 22. Mai 2011 (online)
Rhein-Zeitung: Missbrauch: Drei Jahre Haft für Obermessdiener, 9. Mai 2011 (online)
Kath.net: Maßnahmen gegen zwei Priester, 2. Dezember 2011, (online)
Jörg Schindler: Er mag es, wenn man um Hilfe schreit, Frankfurter Rundschau, 8. Dezember 2011, (online)
Stephan Ackermann: Es gab gravierende Fehler – wir haben die Vorgaben nicht konsequent umgesetzt, Offener Brief des Bischofs von Trier, ohne Datum, (online)
Bischof Ackermann. Katholischer Missbrauchsbeauftragter schont Pädophile. In: Der Spiegel, 18. März 2012. Abgerufen am 18. März 2012.
Katja Bernardy: Ex-Täter als Seelsorger eingesetzt, Trierer Volksfreund, 13. März 2012 (online)
Pressedienst des Bistums Trier, Pressemitteilung vom 18. März 2012 (online)
Christian Schlegel: Gratwanderung im Umgang mit den Tätern. Bischof Ackermann räumt nach „Spiegel“-Vorwürfen Klärungsbedarf ein, domradio, 19. März 2012 (online)
Christian Füller: „Missliche“ Anstellung. In: die tageszeitung, 19. März 2012 (online)
Zu dem Fall im Einzelnen: Katja Bernardy, Rolf Seydewitz: Bistum bekommt Problem mit pädophilen Priestern nicht in den Griff, Trierer Volksfreund, 28. März 2012, online
Pädophile im Bistum Trier. Kinderschänder feiert Messe. In: ntv.de, 29. März 2012. Abgerufen am 29. März 2012.
Monika Weiß: Glaubwürdigkeit hinterfragen. Bistum Trier bezieht erneut Stellung zur Kritik am Einsatz von Missbrauchstätern als Priester, Interview mit Stepahn Kronenburg, domradio.de, 29. März 2012, online
Manuela Göbel: Kirche hält Pater Damian des sexuellen Missbrauchs für schuldig, Mainpost, 4. Oktober 2010 (online)
R. Deininger: Caritas-Mitarbeiter verschwindet nach TV-Folge, Süddeutsche Zeitung Online, 15. Oktober 2010 (online)
Süddeutsche Zeitung: Missbrauchsvorwürfe in Diözese Würzburg, sueddeutsche.de, 18. März 2011 (online)
Rainer Reichert: Missbrauch in der Kirche ist häufig verjährt, Main Netz, 18. März 2011 (online)
ntv.de: Missbrauch vor 30 Jahren: Kirche schickt Priester in Rente, 18. Dezember 2011 (online)
Webseite Missbrauchsopfer der Redemptoristen
WDR-Westpol, 23. März 2013
Vorwürfe des Kindermissbrauchs im St. Johannesstift. SPON, 23. März 2013
Canisius-Kolleg. Jetzt will der Jesuitenorden Aufklärung. In: Tagesspiegel, 31. Januar 2010 (online)
Bischöfe machen Missbrauch zum Thema ihrer Vollversammlung. In: Domradio online, 3. Februar 2010 (online).
Begleitung und Hilfe – Bischof Norbert Trelle ist bedrückt über die sexuellen Übergriffe im Bistum Hildesheim. In: Glaube aktuell online, 5. Februar 2010 (online).
D: Bistum hat Missbrauch nicht ernst genug genommen. In: Radio Vaticana online, 3. Februar 2010 (online).
Seelsorger: Pädophilie zu lange tabuisiert. In: Sächsische Zeitung, 5. Februar 2010 (online).
Interview im Wortlaut. Bischof Mixa: Sexuelle Revolution mitschuldig an Missbrauch. In: Augsburger Allgemeine, 16. Februar 2010 (online).
Wir konkurrieren nicht mit der Justiz. In: Tagesspiegel, 3. April 2010 (online)
dbk.de
Bischof: Die Kirche kann sich nicht herausreden. In: Die Welt online, Newsticker vom 17. Februar 2010 (online).
Gewaltiger Vertrauensverlust für die Kirche! In: Vechtekurier, 3. Februar 2010 (online).
Anne Reinert, Benno Schirrmeister: Die Sünden der Kirche. Die Tageszeitung, 29. November 2010 (online)
Neue Osnabrücker Zeitung: Konservative Kritiker bedauern bischöfliche Buße nach Missbrauchsfällen. 2. Dezember 2010 (online)
Bischof von Regensburg zieht NS-Vergleich. In: Focus, 21. März 2010 (online).
Kurienkardinal geht auf Distanz zu Bischof Müller. In: Merkur online, 22. März 2010 (online)
Gastkommentar von Karl Kardinal Lehmann zur gegenwärtigen Missbrauchsdebatte. In: Allgemeine Zeitung Mainz vom 2. März 2010 (online).
Kardinal Lehmann gegenüber dem WDR (online).
Daniel Deckers: Katholische Beratungsstelle für Missbrauchsopfer. In: FAZ, 31. März 2010, S. 4.
Barbara Hans: Buhmann ist immer der andere. Spiegel Online, 23. April 2010 (online)
Bistum Essen: Ruhrbischof bittet Missbrauchsopfer um Entschuldigung, Pressemeldung, 5. Mai 2010 (online)
Bayerisches Fernsehen: Präventiv gegen Missbrauch. BR-Online, 11. November 2010 (online)
Neue Osnabrücker Zeitung: Die Kirche und der Missbrauch. 5. November 2010 (online)
Der Westen: Zollitsch bittet Missbrauchs-Opfer um Vergebung, 14. März 2011 (online)
Christoph Arens: „Wir empfinden tiefe Scham“, katholisch.de, 5. März 2011 (online)
http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/die-kirche-der-missbrauch-und-der-verdacht/1675200.html abgerufen am 15. August 2010
Alois Glück – Pressemitteilung des ZdK, 8. Februar 2010 (online).
Vatikan sieht Papst als Opfer einer Kampagne. In: Spiegel online, 13. März 2010 (online)
http://www.zeit.de/2010/08/C-Interview-Aloisiuskolleg?page=all abgerufen am 4. August 2010
http://www.tagesspiegel.de/berlin/ostern-in-st-canisius-das-geschehene-nicht-totreden/1783572.html abgerufen am 4. August 2010
http://www.bild.de/BILD/news/standards/kommentar/2010/03/14/kommentar/kommentar.html abgerufen am 4. August 2010
http://www.focus.de/politik/deutschland/missbrauchsskandal-thierse-sieht-kirche-in-tiefer-krise_aid_489732.html abgerufen am 15. August 2010
Meisner nennt die Generation Benedikt „Dolmetscher des Papstes“ (Memento vom 9. Februar 2008 im Internet Archive), abgerufen am 4. August 2010
http://www.ftd.de/politik/deutschland/:kolumne-andreas-theyssen-zum-teufel-mit-dem-klerus/50091387.html (Memento vom 24. März 2010 im Internet Archive) abgerufen am 15. August 2010
http://www.katholisch.de/Nachricht.aspx?NId=3871, abgerufen am 4. August 2010
http://www.swr.de/wissen/missbrauch-katholische-kirche/-/id=253126/nid=253126/did=6197696/nqhyyg/index.html abgerufen am 4. August 2010
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,686008,00.html abgerufen am 4. August 2010
Theologe Küng fordert „mea culpa“ des Papstes. In: DiePresse.com, 17. März 2010 (online).
Das ist eine riesengroße Vertrauenskrise. In: Deutschlandfunk, 3. April 2010 (online).
http://www.sueddeutsche.de/bayern/junge-leute-und-glaube-am-sonntag-in-die-kirche-bist-du-voellig-gestoert-1.982994-2, abgerufen am 4. August 2010
Domradio: Die Theologische Fakultät Paderborn stellt sich dem Thema Missbrauch, 5. November 2010 (online)
Dietmar Brück: Katholische Kirche: Austrittswelle gestoppt. Rhein-Zeitung, 4. November 2010 (online)
Herbert Schlerf: Vorsitzender der diözesanen Missbrauchs-Kommission sprach in Bad Mergentheim. Main-Post, 15. November 2010 (online)
ARD: Leutheusser-Schnarrenberger fordert Kooperation der katholischen Kirche bei Missbrauchsverdacht
Kirche und Missbrauch. Ultimatum für Aufrichtigkeit. In: Süddeutsche Zeitung, 24. Februar 2010 (online).
Eine ähnliche Behauptung stellte auch Verena Mosen von der Initiative Kirche von Unten auf. Sie behauptete ebenfalls, das Handeln der römisch-katholischen Kirche in Deutschland stünde nicht in Einklang mit deutschem Recht, vgl. Peter Wensierski: Die Kirche hat einen Panzer gebildet. In: Spiegel online, 9. Februar 2010 (online).
http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/keine-anzeigepflicht-bei-missbrauch/, abgerufen am 17. August 2010
Justizministerin zu Missbrauchsfällen: „Die Kirche muss mit den Behörden arbeiten.“ Interview. In: ARD, 22. Februar 2010 (onine → Erläuterung)
Zollitsch: Kein runder Tisch der Kirche zu Kindesmissbrauch. Erzbischof bestreitet Verbindung von Zölibat und Missbrauch. In: ZDF, 28. Februar 2010 (online).
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2010-03/leutheuser-schnarrenberger-vatikan, abgerufen am 15. August 2010
http://www.medrum.de/?q=content/treten-sie-aus-der-humanistischen-union-aus, abgerufen am 15. August 2010
http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/abwehr-und-anteilnahme/1715154.html abgerufen am 15. August 2010
http://www.focus.de/panorama/welt/missbrauchsskandal/spd-und-csu-missbrauchsthema-nicht-auf-kirche-reduzieren_aid_489464.html abgerufen am 15. August 2010
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,682636,00.html abgerufen am 15. August 2010
Deutsche Bischofskonferenz: Erklärung des Pressesprechers der Deutschen Bischofskonferenz, 9. März 2010 (online), abgerufen am 4. Januar 2011
FDP will kirchlichen Entschädigungsfonds. In: Der Tagesspiegel, 27. Februar 2010 (online).
Immer mehr Missbrauchsfälle: Politik schlägt Alarm. In: dnews vom 8. März 2010 (Immer mehr Missbrauchsfälle: Politik schlägt Alarm (Memento vom 10. März 2010 im Internet Archive))
Georg Ratzinger bittet Opfer um Verzeihung. In: FAZ vom 10. März 2010 (online).
Vatikan geißelt Kritik an Papst als „Barbarei“. In: Spiegel online vom 15. März 2010 (online).
Missbrauch: Kirche begrüßt Berufung von Christine Bergmann. In: Liborius vom 25. März 2010 (online).
Künast nennt Runden Tisch zu Missbrauchsfällen „Verkleisterung.“ In: Zeitong.de, 3. April 2010 (online).
http://www.goslarsche.de/Home/welt/thema-des-tages_arid,127029.html nicht mehr online abrufbar
Debatte um Missbrauch: Die katholische Kirche und die Transparenz. In: Badische Zeitung, 24. Februar 2010 (online)
Kath.net: Jedermann wollte die ‚alte und rückständige‘ Kirche belehren, 7. Dezember 2010 (online)
Katholische Kirche: Telefon-Hotline für Missbrauchsopfer startet. In: Frankfurter Rundschau, 30. März 2010 (online)
Start der Hotline 0800-1201000. In: Domradio, 30. März 2010 (online).
„Die Kirche demonstriert neue Offenheit.“ In: tagesschau.de, 30. März 2010 (online → Erläuterung) (Interview mit Kinder- und Jugendpsychologen Jörg M. Fegert)
Website der Hotline der Deutschen Bischofskonferenz
Die Erzdiözese München und Freising stellt Bericht zu sexuellem Missbrauch und anderen Übergriffen vor. (Seelsorge, Beratung, Soziales Bildung und Schule Kultur, Bau, Geschichte Sie sind hier: Pressestelle aktuell :: Missbrauchsbericht Adventszeit Termine für Journalisten Archiv Pressemitteilungen Kirchliche Medien Dossiers Kontakt Missbrauchsbericht Die Erzdiözese München und Freising stellt Bericht zu sexuellem Missbrauch und anderen Übergriffen vor (Memento vom 6. Dezember 2010 im Internet Archive))
Rasmus Buchsteiner: Erzbischof Robert Zollitsch über das Krisenjahr der katholischen Kirche. Ruhr Nachrichten, 23. Dezember 2010 (online)
Dritter Bericht der Arbeitsgruppe der Salesianer Don Boscos zur Aufklärung von Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs und der Misshandlung. vom 31. März 2010 (online)
html Katholische Kirche öffnet Personalakten spiegel.de 9. Juli 2011: (online)
Das Konzept zum Forschungsvorhaben kann auf den Seiten der Deutschen Bischofskonferenz eingesehen werden, vgl. Christian Pfeiffer; Lena Stadler: Der sexuelle Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz, Forschungskonzept für eine empirische Untersuchung, 13. Juli 2011 (online; PDF; 116 kB)
Presseerklärung der Deutschen Bischofskonferenz vom 5. August 2011
Spiegel Online: Priester pochen auf Datenschutz, 6. August 2011 (online)
Deutsche Bischofskonferenz: Gemeinsame Erklärung des Sekretärs der Deutschen Bischofskonferenz, P. Dr. Hans Langendörfer SJ, und des Direktors des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) e.V., Prof. Dr. Christian Pfeiffer, Pressemeldung, 5. August 2011 (online)
Kirchliche Aufarbeitung gescheitert. netzwerkb Pressemitteilung, 8. Januar 2012 (online)
sueddeutsche.de 9. Januar 2013: Angst vor der ganzen Wahrheit
"Jährlich sind die Akten der Strafsachen in Sittlichkeitsverfahren, deren Angeklagte verstorben sind oder die seit einem Jahrzehnt durch Verurteilung abgeschlossen sind, zu vernichten; ein kurzer Tatbestandsbericht mit dem Wortlaut des Endurteils ist aufzubewahren."
Katholische Missbrauchsstudie Vernichtetes Vertrauen. In: Der Spiegel, 10. Januar 2013. Abgerufen am 10. Januar 2013.
sueddeutsche.de 9. Januar 2013: Leutheusser-Schnarrenberger warnt vor "halbherziger Aufarbeitung"
Deutsche Welle (online)
Katholische Nachrichten-Agentur: Chronologie kirchlicher Maßnahmen gegen Missbrauch. (1997–2002) (Chronologie kirchlicher Maßnahmen gegen Missbrauch (Memento vom 20. Oktober 2002 im Internet Archive)).
Zum Vorgehen bei sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Geistliche im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz. Leitlinien mit Erläuterungen. (online; PDF; 34 kB).
Erklärung aus Anlass der Aufdeckung von Fällen sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen im kirchlichen Bereich
Rheinische Post: Kirche: Leitlinien gegen Missbrauch, 1. September 2010
Leitlinien (PDF; 34 kB) für den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Kleriker, Ordensangehörige und andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz
Eine detaillierte Darlegung der Neuerungen der Leitlinien aus juristischer Sicht erfolgt in: Manfred Baldus: Neue Leitlinien für mehr Rechtsschutz, Legal Tribune Online, 5. Oktober 2010 (online)
Strengere Regeln für Umgang mit sexuellem Missbrauch. In: Die Welt. 1. September 2010.
Neue Leitlinien: Bischöfe gehen zum Staatsanwalt. Frankfurter Rundschau, 31. August 2010
Focus Online: Bischöfliche Leitlinien Kirche will jeden Missbrauchsverdacht melden. 31. August 2010
Manfred Baldus: Neue Leitlinien für mehr Rechtsschutz, Legal Tribune Online, 5. Oktober 2010 (online)
bistum-trier.de Neue Leitlinien
Domradio: Gegen den Generalverdacht. Trierer Bischof will Einsatz pädophiler Priester erschweren, 7. April 2012 (online)
Bischofskonferenz legt überarbeitete Missbrauchsrichtlinien vor, kath.net, 17. September 2013
Deutsche Bischofskonferenz: Prävention von sexuellem Missbrauch an Minderjährigen im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz – Rahmenordnung, 23. September 2010 (online; PDF; 27 kB)
Deutsche Bischofskonferenz: 24. September 2010: Abschluss der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda, Pressemitteilung (online)
Domradio: Bischöfe veröffentlichen Broschüre zur Vorbeugung gegen Missbrauch. KNA, 7. Dezember 2010 (online)
Christoph Meurer: Breit aufgestellt, katholisch.de (online)
Rudolf Stumberger: Viele Wege, ein Ziel, Die Welt am Sonntag Online, 21. November 2010 (online)
Franziska Brüning: Kirche will Missbrauch bekämpfen, Süddeutsche Zeitung, 18. Juli 2011 (online)
Andreas Roß: "Empört und enttäuscht", in: Süddeutsche Zeitung, 2. März 2012 (online)
Norddeutscher Rundfunk: Bistum Osnabrück will Missbrauch vorbeugen, ndr.de, 14. Februar 2011 (online)
Ad-Hoc-News: Bistum Osnabrück setzt im Kampf gegen Missbrauch auf Abschreckung, 15. Juni 2011 (Bistum Osnabrück setzt im Kampf gegen Missbrauch auf Abschreckung (Memento vom 16. Juli 2012 im Webarchiv Archive.today))
Jürgen Fischer: Kirche gegen Missbrauch, Rheinische Post, 2. Dezember 2010 (online)
Elternbriefe du+wir e.V.: Was tun gegen Missbrauch, Elternbrief, September 2010 (online)
Trierer Volksfreund: Bischof trifft erstmals Missbrauchsopfer aus der Region, 22. Juni 2010 (online)
Daniel Deckers: Bischöfe einig über Entschädigung von Opfern. Faz.net, 29. September 2010 (online)
Peter Neuheisel: Johanneum: Missbrauchsopfer treffen sich mit Vertreter des Bistums. Mein Saarland Online, 3. Juli 2010 (online)
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Article 434-3, code pénal
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SpiegelOnline: Irischer Premier erhebt schwere Vorwürfe gegen den Vatikan, 20. Juli 2011 (online)
Jochen Hung: Vatikan spürt Gegenwind aus Irland, domradio.de, 15. Juli 2011 (online)
Diese Kritik wurde auch durch Vincent Twomey aufgenommen, der auch darauf hinwies, dass die staatliche Untersuchung erst durch die vorausgegangenen kirchlichen Aufklärungsbemühungen zu Stande kam, vgl.: Oliver Maksan: „Der Vatikan hat sich nichts vorzuwerfen“, Interview mit Vincent Twomey, Die Tagespost, 22. Juli 2011 (online (nicht mehr abrufbar)). Emer McCarthy vom irischen Radio Vatikan sah vor allem die anstehenden Kommunalwahlen und die derzeitige schwierige politische Lage der Regierung als Hauptursache für das energische Auftreten des irischen Premiers in der Sache, vgl. Stefan von Kempis: Was steckt hinter der krise, Interview mit Emer McArthy, Radio Vatikan, 26. Juli 2011 (online)
Kath.net: Vatikan beruft Botschafter von Dublin nach Rom zurück, 25. Juli 2011 (online)
The Holy See responds to the Cloyne report, Vatican Information Service vom 3. September 2011. Vgl. hierzu auch: Gilmore dismisses Vatican comments on abuse inquiry, Irish Times vom 5. September 2011.
KathWeb: Irland: Priester-Teffen zur Missbrauchskrise in Cloyne geplant, 11. August 2011 (online)
Zeit Online: Irland Neue Fälle sexuellen Missbrauchs durch Priester, 1. Dezember 2011 (online)
Wolfgang Jaschensky: Die katholische Krise, Sueddeutsche.de, 12. März 2010 (online)
Newsletter des Residential Institutions Redress Boards vom 16. Juli 2010
Kath.net: Irland: Orden unter Druck, 13. August 2011, online
Berliner Morgenpost: Neue Fälle in der katholischen Kirche erschüttern Irland, 25. Mai 2011 (online)
Kath.net: Fernsehsender entschuldigt sich bei Priester, 8. Oktober 2011, online
Domradio: Missbrauch in Irland: Staatliche Untersuchung gefordert, 1. Dezember 2011 (online)
Hendrik Bebber: Kardinal und Vertuscher, in: Nürnberger Nachrichten, 8. Mai 2012 (online)
Missbrauchsskandal. Irische Bischöfe bieten an Heiligabend Rücktritt an. In: Spiegel Online, 25. Dezember 2009 (online).
Sexueller Missbrauch durch Geistliche. Irische Bischöfe reichen Rücktritt ein. In: tagesschau.de, 25. Dezember 2009 Sexueller Missbrauch durch Geistliche – Irische Bischöfe reichen Rücktritt ein (Memento vom 27. Dezember 2009 im Internet Archive).
Armin Schwibach: Fußwaschung für Missbrauchsopfer?, Kath.net, 21. Februar 2011 (online)
Domradio: Irische Bischöfe waschen Füße von Missbrauchsopfern, 22. Februar 2011 (online)
KNA: Primas sieht in Kirche nur noch eine „Minderheitenkultur“, domradio.de, 24. Februar 2011 (online)
KathWeb: Irische Bischöfe veröffentlichen Programm gegen Kindesmissbrauch, 20. März 2011 (onlin)
Vgl. die offizielle Pressemitteilung der Irischen Bischofskonferenz: Iris Catholic Bishop’s Conference: Cardinal Brady urges everyone to read bishops’ pastoral response Towards Healing and Renewal, 19. März 2011 (online) und die entsprechende Webseite der Irischen Bischofskonferenz
Webseite von Faoiseamh
Vgl. die Webseite des National Boards for Safeguarding Children in the Catholic Church in Ireland
Hirtenbrief im englischen Wortlaut
Der Hirtenbrief des Papstes an die Kirche in Irland. beim Radio Vatikan, 20. Februar 2010
Vatikan: Hirtenbrief zeigt die Anteilnahme des Papstes beim Radio Vatikan
radiovaticana.org 31. Mai 2010
"Irish Soca and other survivors‘ groups are excited over the apostolic visitation because it’s the end of allowing the Irish hierarchy to handle the scandal and crises on their own.", vgl. Henry McDonald: Vatican inquiry into Irish paedophile priests to meet victim groups. In: The Guardian, 13. September 2010.
kathpress.at 31. Mai 2010
Domradio: Vatikan: Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in Irland kommt voran, epd, 6. Juni 2011 (online)
Domradio: Irland bleibt Sorgenkind des Vatikan. Untersuchungskommission tadelt Umgang der Bischöfe mit Missbrauch, 20. März 2012 ([www.domradio.de/aktuell/80674/irland-bleibt-sorgenkind-des-vatikan.html online])
Katholische Internationale Presseagentur: Irische Regierung überwiegend zufrieden mit Vatikan-Bericht, 22. März 2012 (online)
Katholische Internationale Presseagentur: Italiens Bischöfe veröffentlichen Missbrauchs-Leitlinien, 23. Mai 2012 (online)
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Hendrik Ternieden: „Die Kirche begreift nicht.“ In: Spiegel online vom 26. März 2010 (online).
KathWeb: Italienische Bischöfe erarbeiten Missbrauchs-Leitlinien, 23. Mai 2011 (online)
Kath.net: Italien: Justizministerin lobt Kirche für Umgang mit Missbrauch, 6. Mai 2012 (online)
Pfarrer in Triest gesteht Missbrauch und erhängt sich, kath.net, 30. Oktober 2014
Eine Liste der rund 3.000 bis zum 13. Februar 2009 entschiedenen oder noch anhängigen Anerkennungsverfahren von Residential Schools findet sich hier (PDF, 268 kB): Decision (PDF; 265 kB).
Ende April 2009 drückte der Papst sein persönliches Bedauern über das Leiden in einer privaten Audienz aus, zu der er eine indianische Delegation eingeladen hatte.(Pope expresses ’sorrow‘ for abuse at residential schools, in: CBC, 29. April 2009)
Vgl. David Napier: Ottawa experimented on Native kids. In: Anglican Journal, 1. Mai 2000 (Memento vom 3. September 2010 im Internet Archive).
Royal Commission on Aboriginal Peoples, Ottawa: Canada Communication Group. Bd. 1, S. 601f.: „No segment of our research aroused more outrage and shame than the story of the residential schools … the incredible damage – loss of life, denigration of culture, destruction of self-respect and self-esteem, rupture of families, impact of these traumas on succeeding generations, and the enormity of the cultural triumphalism that lay behind the enterprise – will deeply disturb anyone who allows this story to seep into their consciousness.“ (zitiert nach: Kathrrin Wessendorf: The Indigenous World 2009, April 2009, S. 59).
Gerhard Braune: „Den Indianer im Kind töten“: Kanada arbeitet Untaten auf, Die Presse, 1. Juli 2010 (online)
Pastor kämpft für Gerechtigkeit der kanadischen Indianer. In: webnews.de, 10. Mai 2009 (online).
Kevin Annett: Hidden from History: The Canadian Holocaust. The Untold Story of the Genocide of Aboriginal Peoples by Church and State in Canada. 2nd ed., Vancouver: The Commission, 2005
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Disgraced B.C. bishop dead of heart attack. In: The Globe and Mail 27. Juli 2007 (online).
Sebastian Gehrmann: Katholische Kirche. Liste der Gewalt. In: Frankfurter Rundschau online, 2. Februar 2010 (online).
London, Ont., diocese settles with sex abuse victim. In: CBC, 11. September 2009 (online).
Peter Lauwers: Our understanding of the facts of Father Charles Sylvestre’s appointment history. (online).
Police review 1980s allegations against bishop. In: CBC News, 2. Oktober 2009 (online).
Andrew Seymour: Disgraced bishop to be freed from jail on child porn conviction, canada.com, 4. Januar 2012
Bischof wegen Kinderporno-Besitz laisiert, Radio Vatikan, 17. Mai 2012
Vaticaan straft Nederlandse bisschop voor kindermisbruik, NRC Handelsblad, 1. März 2011
Sexueller Missbrauch in Afrika.Wenn Gutmenschen zu Übeltätern werden. Spiegel online, 29. Juni 2011
Kath.net: Kolumbien: Drei Priester wegen Missbrauchs laisiert, 13. Februar 2012 (online)
Pädophilie-Skandal in der kroatischen Kirche. In: Wiener Zeitung, 27. Mai 2005 (online).
Bild.lu: Missbrauchsskandal: Staatsanwaltschaft ermittelt in 114 Fällen, 18. November 2010 (online)
SPIEGEL-Bericht vom 21. April 2010 „Missbrauchsopfer verklagt Kardinäle“: http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,690296,00.html
http://www.milenio.com/cdb/doc/noticias2011/562a77fdb11ec7137554a9298ba8ec16 Descubren a 65 curas pederastas en México
Christian Modehn: Legionäre Christi – Ihr Gründer Maciel ein enger Freund von Papst Johannes Paul II. Religionsphilosophischer Salon, 13. Dezember 2009 (online)
Eine dieser Schulen befindet sich in Bad Münstereifel im Erzbistum Köln, vgl. Die Apostolische Schule der Legionäre Christi in Bad Münstereifel, Zenit, Orden Online, 7. Januar 2009 (online)
Tagesanzeiger am 3. Mai 2010: Papst verurteilt den Chef der Legionäre Christi [2]
NDR-Radiosendung vom 1. August 2010 (ARD Mediathek): Legionäre Christi http://mediathek.ard.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=5055802
Erklärung des Heiligen Stuhls vom 1. Mai 2010 http://www.va/resources/resources_comunicato-legionari-cristo-2010_ge.html
Süddeutsche Zeitung: Katholische Kirche in Lateinamerika. Reich des Schweigens.
Radio Vatican: http://www.radiovaticana.org/ted/Articolo.asp?c=410696
Johannes Paul II. hatte dieses Gelübde noch im Sinne Maciels als Ausdruck von Nächstenliebe angesehen, vgl. Christian Modehn: Legionäre Christi – Ihr Gründer Maciel ein enger Freund von Papst Johannes Paul II. Religionsphilosophischer Salon, 13. Dezember 2009 (online)
Meldung von Radio Vatican zum Verbot des Sondergelübdes der Nächstenliebe [3]
Kath.net: Papst räumt verlangsamte vatikanische Reaktion auf Maciel-Skandal ein. 24. November 2010 (onine)
Legionäre Christi räumen Verdachtsfälle von sexuellem Missbrauch ein – SPIEGEL ONLINE
Mehr als sieben Jahre lang krähte der Hahn. Dokumentation, S. 9 (PDF)
John Henzel: Trial attempt to regain faith. In: The Press vom 17. März 2006
Yvonne Martin: Fresh allegations against order. In: The Press vom 21. Juni 2007
Catholic brother jailed for sex assault. In. The Press vom 27. April 2006 (zitiert nach peterellis.org.nz)
A Catholic religious order paid big money to lawyers to defend child-abuser Brother Rodger Moloney. (Bericht von Brokenrites)
Niederlande: Sexueller Missbrauch von Kindern soll nicht mehr verjähren. In: DRadio Wissen vom 28. März 2010 (online).
Missbrauch: Skandal auch in ’s-Heerenberg. In: RP online, 2. März 2010 (online).
Dossier seksueel misbruik bij instellingen. In: Omroep Gelderland, März 2010 (online).
Geistliche sollen blinde Kinder missbraucht haben. In: Spiegel online, 18. März 2010 (online).
Niederländischer Kardinal: Kirche hat sexuellen Missbrauch verdrängt. In: Kathweb, 24. März 2010 (online).
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Webseite des National Review Boards: http://www.usccb.org/about/child-and-youth-protection/the-national-review-board.cfm
Der letzte veröffentlichte Bericht stammt von 2010, vgl. United States Conference of Catholic Bischops: 2010 Annual Report on the Implementation of the Charter for the Protection of-Children and Young People (online; PDF; 3,65 MB)
Vgl. dazu Kapitel 4 des Berichtes 2010 Annual Report on the Implementation of the Charter for the Protection of-Children and Young People (online; PDF; 3,65 MB)
The Nature and Scope of the Problem of Sexual Abuse of Minors by Catholic Priests and Deacons in the United States. A Research Study Conducted by the John Jay College of Criminal Justice. 2005 (online).
The National Review Board for the Protection of Children and Young People: A Report on the Crisis in the Catholic Church in the United States, Washington, D. C., 27. Februar 2004 (online)
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aus: Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V.: Homosexuelle als Priesteramts-Kandidaten: Entwicklungen im Sommer/Herbst 2005. (online).
John Jay College of Criminal Justice: The Nature and Scope of Sexual Abuse of Minors by Catholic Priests and Deacons in the United States 1950-2002, 2006 Supplementary Report, S. 16 (online; PDF; 1,09 MB)
Catholic News Service: We dare not become complacent on abuse, says U.S. bishops‘ new child protection head. Florida Catholic, December 19, 2008 – January 1, 2009.
mare Heft 85, Der Bittgang, S. 12 ff [5]
United States Conference of Catholic Bishops; John Jay College Research Team: The Causes and Context of Sexual Abuse of Minors by Catholic Priests in the United States, 1950-2002, Washington, D.C., May 2011 (online; PDF; 2,18 MB)
Missbrauch in der Kirche: Die Herde der schwarzen Schafe. In: Der Stern, 6. Februar 2010 (online).
Papst „tief beschämt“ über pädophile Priester. In: Focus, 15. April 2008 (online).
Marc Pitzke: Schuldig, reuig, pleite, Spiegel Online, 10. Februar 2010 (online)
Hannes Stein: Offenbarungseid amerikanischer Katholiken. In: Die Welt, 31. Oktober 2009 (online).
Spiegel Online: US-Erzdiözese ist pleite. 5. Januar 2010 (online)
spiegel.de: Los Angeles: Kirche zahlt zehn Millionen Dollar in Missbrauchsaffäre
Kirche. Drei Millionen Dollar für Missbrauchsopfer. In: Focus, 9. November 2007 (online).
Missbrauchsopfer in den USA Jesuiten zahlen 50 Millionen Dollar Entschädigung. In: Süddeutsche Zeitung, 20. November 2007 (online).
Sexueller Missbrauch: Jesuiten zahlen 166 Millionen Dollar Entschädigung. Spiegel-online. 25. März 2011. Abgerufen am 19. Oktober 2013.
Hirtenbrief. (online).
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Connecticut bishops warn against statute of limitations bill. In: Catholic News Agency, 13. April 2010 (online).
CT Catholic Bishops Oppose Statute of Limitations Bill. In: Connecticut Public Radio, 12. April 2010 (online).
US-Erzbistum erwägt Konkurs wegen Missbrauch, kath.net, 22. November 2014
„Over two-thirds of the U.S. bishops have knowingly covered sexual abusers and in so doing have directly caused the ruination of the souls and often the bodies of countless more victims. The almighty Vatican, for all its carefully tooled statements of concern has not called a single bishop to accountability. A few have resigned but so what? They have committed crimes with impunity. Why? Because they are bishops and in the magical thinking of the papacy, bishops are above hard-ball justice. Some bishops have even been sexual abusers themselves.“ Thomas Dolye: Reflections from 25 Years of Experience At the Start of the New Year. (online, abgerufen am 14. Februar 2010)
Kath.net: Anwalt in Los Angeles: Viele Missbrauchsanschuldigungen falsch, 5. Januar 2011 (online)
Dave Pierre: Los Angeles Attorney Declares Rampant Fraud, Many Abuse Claims Against Catholic Priests are ‚Entirely False‘, TheMediaReport.com, 2. Januar 2011 (online) (Hier ist Steiers Dokument teilweise einsehbar)
The Survivors Network of those Abused by Priests: Clergy sex abuse victims file complaint against priests’ lawyer, SNAP Press Release, 13. Dezember 2010 (online)
The Nature and Scope of the Problem of Sexual Abuse of Minors by Catholic Priests and Deacons in the United States. A Research Study Conducted by the John Jay College of Criminal Justice. 2005 (online; PDF; 2,18 MB).
John Jay College of Criminal Justice: The Nature and Scope of Sexual Abuse of Minors by Catholic Priests and Deacons in the United States 1950-2002, 2006 Supplementary Report, S. 16 (online; PDF; 1,09 MB)
Karen Terry, Jennifer Tallon, Brenda Vollman, Bonnie Starfield: Child Sexual Abuse in the Catholic Church: An analysis of the data. Paper presented at the annual meeting of the American Society of Criminology, Royal York, Toronto, 15. November 2005
Draft survey: 4,450 priests accused of sex abuse. In: CNN, 17. Februar 2004.
United States Conference of Catholic Bishops; John Jay College Research Team: The Causes and Context of Sexual Abuse of Minors by Catholic Priests in the United States, 1950-2002, Washington, D.C., May 2011 (online (PDF; 2,62 MB). Eine deutsche Zusammenfassung findet sich bei: Zenit: Keine Einzelursache für Missbrauch durch Geistliche in den USA, 20. Mai 2011 (online)
Office of Media Relations of the USCCB: Backgrounder zum Causes and Context-Report, Mai 2011 (online)
United States Conference of Catholic Bishops: Statement of Karen Terry, Release of John Jay Causes and Context Study, 18. Mai 2011, [nccbuscc.org/mr/causes-and-context/statement-of-karen-terry.doc online])
Laurie Goodstein: Church Report Cites Social Tumult in Priest Scandals, New York Times, 17. Mai 2011 (online)
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Vatican Declines to Defrock US Priest Who Abused Boys. In: New York Times, 25. März 2010 (online).
Ratzinger verzögerte Priester-Entlassung. In: Kurier, 13. April 2010 (online).
Vgl. dazu: Frank W. Haubold: Kampagne gegen Papst Benedikt: Die Stunde der Verleumder, ef-Magazin, 28. März 2010 (online) und Jack Valero: The mob should lay off. The pope is completely innocent, The Guardian, 15. April 2010 (online)
US-Kirche suspendiert mehr als 20 Priester. In: Der Spiegel, 9. März 2011 (online)
Der Standard: US-Kirche suspendiert 21 Priester, 9. März 2011 (online)
Focus Online: Deutlich mehr Missbrauchsvorwürfe gegen Geistliche, 11. April 2011 (online)
US-Bischof muss nach Missbrauchsvorfall vor Gericht, Spiegel Online, 15. Oktober 2011
Kath.net: USA: Erstmals Bischof wegen Missbrauchsskandal angeklagt, 15. Oktober 2011, (online)
US-Bischof wegen Vertuschung von Missbrauch verurteilt, Domradio, 7. September 2012
Karen Dillon: Catholic group calls for KC Bishop Robert Finn to resign, The Kansas City Star, 16. September 2012
Domradio: Bis zu 28 Jahre Haft drohen US-Geistlichem, 27. März 2012 (online)
Hoher US-Geistlicher zu mehreren Jahren Haft verurteilt, Hamburger Abendblatt, 25. Juli 2012
Domradio: US-Kirche: Knapp 600 Missbrauchsanzeigen, 11. April 2012 (online)
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Brief an die Bischöfe der ganzen katholischen Kirche und an andere Bischöfe und Hierarchen, die es angeht, über die der Glaubenskongregation vorbehaltenen schweren Straftaten. Rom, 18. Mai 2001, unterzeichnet von Joseph Kardinal Ratzinger und Tarcisio Bertone (online).
Markus Walser: Die besondere Vollmacht der Glaubenskongregation zur Derogation von Verjährungsfristen bei schwerwiegenderen Straftaten von Klerikern. In: Archiv für katholisches Kirchenrecht, 2006, Bd. 175, S. 141.
Verständnishilfe für die grundlegende Vorgangsweise der Kongregation für die Glaubenslehre bei Vorwürfen sexuellen Mißbrauchs. (online)
Manfred Baldus: Neuregelungen im kirchlichen Strafrecht. Legal Tribune Online, 12. August. 2010 (online)
Paul Kreiner: Vatikan verordnet Null-Toleranz Kirchen sollen Regeln zu Missbrauch verschärfen, Der Tagesspiegel, 16. Mai 2011 (online)
Radio Vaticana: D: „Wir sind Kirche“ begrüßt Vatikan-Papier zu Missbrauch, 17. Mai 2011 (online)
Kongregation für die Glaubenslehre: Rundschreiben, um den Bischofskonferenzen zu helfen, Leitlinien für die Behandlung von Fällen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen durch Kleriker zu erstellen, 3. Mai 2011 (online)
spiegel.de 5. September 2013: [www.spiegel.de/panorama/paepstlicher-gesandter-wesolowski-paedophilie-vorwuerfe-a-920486.html Vatikan beruft Gesandten wegen Missbrauchsvorwürfen ab]
Norbert Diel: Wo bleibt das kirchliche Strafrecht? Legal Tribune Online, 10. Mai 2010 (online)
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siehe dazu oben die Ausführungen zum Kirchenrecht unter Aktuelle Regelungen zur Sanktionierung und Wiedergutmachung
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Alexander Pytlik, Was Kardinal Sodano am Ostersonntag wirklich sagte. In: Katholische Nachrichten vom 7. April 2010 (online).
Unbedeutendes Geschwätz dieser Tage. In: Süddeutsche Zeitung, 4. April 2010 (online)
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Unter uns Schwätzern. In: Die Welt vom 6. April 2010 (online)
http://www.kath.net/detail.php?id=26284, abgerufen am 18. August 2010
Missbrauch in der katholischen Kirche: Papst Benedikt bittet Opfer um Vergebung – Panorama | STERN.DE
http://www.sueddeutsche.de/politik/missbrauch-in-der-katholischen-kirche-papst-bittet-missbrauchsopfer-um-vergebung-1.957486, abgerufen am 18. August 2010
http://www.nzz.ch/nachrichten/international/papst_1.5703265.html abgerufen am 18. August 2010
Vatican.va: Interview von Benedikt XVI. mit den Journalisten auf dem Flug nach Großbritannien, 16. September 2010 (online)
Benedikt XVI: Schreiben an die Seminaristen. 18. November 2010 (online)
Die Vision lautet in Gänze: „Im Jahre 1170 nach Christi Geburt lag ich lange krank danieder. Da schaute ich, wach an Körper und Geist, eine Frau von solcher Schönheit, daß Menschengeist es nicht zu fassen vermochte. Ihre Gestalt ragte von der Erde bis zum Himmel. Ihr Antlitz leuchtete von höchstem Glanz. Ihr Auge blickte zum Himmel. Bekleidet war sie mit einem strahlendhellen Gewand aus weißer Seide und einem Mantel, besetzt mit kostbaren Steinen. An den Füßen trug sie Schuhe aus Onyx. Aber ihr Antlitz war mit Staub bestreut, ihr Gewand war an der rechten Seite zerrissen. Auch hatte der Mantel seine erlesene Schönheit verloren, und ihre Schuhe waren von oben her beschmutzt. Mit lauter, klagender Stimme schrie sie zum hohen Himmel hinauf: Horch auf, Himmel; mein Antlitz ist besudelt! Trauere, Erde: mein Kleid ist zerrissen! Erzittere, Abgrund: meine Schuhe sind beschmutzt! Und weiter sprach sie: Im Herzen des Vaters war ich verborgen, bis der Menschensohn, in Jungfräulichkeit empfangen und geboren, sein Blut vergoß. Mit diesem Blut, als seiner Mitgift, hat er mich sich vermählt. Die Wundmale meines Bräutigams bleiben frisch und offen, solange die Sündenwunden der Menschen offen sind. Eben dieses Offenbleiben der Wunden Christi ist die Schuld der Priester. Mein Gewand zerreißen sie dadurch, daß sie Übertreter des Gesetzes, des Evangeliums und ihrer Priesterpflicht sind. Meinem Mantel nehmen sie den Glanz, da sie die ihnen auferlegten Vorschriften in allem vernachlässigen. Sie beschmutzen meine Schuhe, da sie die geraden, das heißt die harten und rauhen Wege der Gerechtigkeit nicht einhalten und auch ihren Untergebenen kein gutes Beispiel geben. Dennoch finde ich bei einigen das Leuchten der Wahrheit. Und ich hörte eine Stimme vom Himmel, die sprach: Dieses Bild stellt die Kirche dar. Deshalb, o Mensch, der du das schaust und die Klageworte hörst, künde es den Priestern, die zur Leitung und Belehrung des Gottesvolkes bestellt sind und denen gleich den Aposteln gesagt wurde: ‚Geht hinaus in die Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!’ (Mk 16, 15)“, vgl. Benedikt XVI.: Ansprache beim Weihnachtsempfang für das Kardinalskollegium und die Mitglieder der römischen Kurie sowie des Governatorats, 20. Dezember 2010 (online)
Dietmar Hipp, Frank Hornig, Conny Neumann u. a.: Es muss alles heraus. In: Der Spiegel, Nr. 12, 2010, S. 28ff.
http://www.sueddeutsche.de/politik/kirche-missbrauch-der-paedophile-pfarrer-ein-begnadeter-schauspieler-1.24937, abgerufen am 17. August 2010
http://www.welt.de/politik/ausland/article7123880/Papst-wehrt-sich-gegen-neue-Vorwuerfe-aus-USA.html abgerufen am 17. August 2010
http://documents.nytimes.com/the-document-trail-stephen-kiesle, abgerufen am 17. August 2010
Nachwehen nach Schönborns Papst-Aussagen | Nachrichten.at
Alexander Smoltzcyk: Die Dämonen des Benedikt. In: Der Spiegel, Nr. 13, 2010, S. 102 ff.
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2010-04/missbrauch-vatikan-bertone, abgerufen am 17. August 2010
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2010-04/legionaere-maciel-visitation?page=all, abgerufen am 17. August 2010
La reforma "anti-gay" de los seminarios va en serio< La Cruz de California, August 2006 (Memento vom 20. Dezember 2006 im Internet Archive)
The New York Times: Vatican Punishes a Leader After Abuse Charges. 19. Mai 2006.
zeit.de (zeit online, 1. Mai 2010) zeit.de
FAZ, 30. Mai 2003, „Früherer Weihbischof versucht Neubeginn fern des Mainzer Doms“
Welt, 17. April 2002, „Mainzer Weihbischof Eisenbach tritt zurück“
Joachim Frank: „Ein von Desastern bestimmtes Pontifikat“, Frankfurter Rundschau, 16. April 2010 (online)
Rheinische Post: Kardinäle beraten erstmals über Missbrauchsfälle, 18. November 2010 (online)
Daniel Deckers: Strukturen der Sünde, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10. Februar 2012 (online)
Peter Mühlbauer: Hauptsache unter der Fünf-Prozent-Hürde. In: Telepolis, 1. Oktober 2009 (online).
Riazatt Butt, Anushka Asthana: Sex abuse rife in other religions, says Vatican. In: The Guardian, 28. September 2009 (online)
http://www.zenit.org/article-20053?l=german, abgerufen am 18. August 2010
Kathweb: Lombardi: Gemeinsam gegen das Drama des Missbrauchs vorgehen, 5. November 2010 (online, derzeit nicht mehr abrufbar)
Vatikan: Keine Geheimdokumente zur Vertuschung von Missbrauchsfällen. In: Kath.net vom 19. März 2010 (online).
Interview mit Charles J. Scicluna im Jahre 2010, abgerufen am 18. August 2010
Die Rede im Wortlaut: Radio Vatikan: Papstprediger: Entschuldigung für Gewalt gegen Frauen überfällig! 3. April 2010 (online)
Vatikansprecher distanziert sich. In: FAZ.NET vom 3. April 2010 (online).
Gregor Hoppe: Vatikan setzt auf Schadensbegrenzung, tagesschau.de, 3. April 2010, online → Erläuterung
Hamburger Abendblatt: Die katholische Kirche ringt um einen Neuanfang, 3. April 2010 (online)
Papst-Prediger. Vatikan distanziert sich von Antisemitismus-Vergleich. In: Spiegel online, 2. April 2010 (online)
Welt Online: Papst-Prediger bedauert Antisemitismus-Vergleich, 4. April 2010 (online)
Kardinal Bertone: Pädophilie durch Homosexualität in Kronen Zeitung vom 13. April 2010 (online).
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,693382,00.html abgerufen am 18. August 2010
Ratzinger-Nachfolger William Levada : Pädophilen Priester eingesetzt, abgerufen am 18. August 2010
kleinezeitung.at: Papst leidet wegen Missbrauchsaffäre der Kirche (Memento vom 12. April 2010 im Internet Archive), abgerufen am 18. August 2010
Die Zeit Online: Vatikan soll Mitarbeit an Missbrauchsbericht erschwert haben, 12. Dezember 2010 (online)
kathweb: Rom: Gregoriana veranstaltet Kongress über sexuellen Missbrauch, 20. Juni 2011 (eingeschränkt online)
Kath.net: ‚Den Opfern eine Stimme geben‘, 4. Februar 2012 (online)
Tilmann Kleinjung: Ein Signal gegen sexuellen Missbrauch, tagesschau.de, 6. Februar 2012 (online)
UNO fordert von Vatikan Auskunft über Kampf gegen Kindesmissbrauch. In: Deutschlandfunk, 10. Juli 2013 (online)
Cathrin Kahlweit: Es kann nicht sein, was nicht sein darf. In: Süddeutsche Zeitung Online, 27. März 2010 (online)
Für den Umgang mit Missbrauchsfällen in Sportvereinen vgl. beispielsweise Frankfurter Allgemeine Zeitung: Der Trainer durfte weiterarbeiten – wir bekamen Hausverbot. FAZ.net, 23. März 2010 (online)
Hierzu kann auf die Fälle Lawrence C. Murphy (gegen Murphy wurden die Ermittlungen eingestellt, vergleiche: Alexander Smoltczyk: Die Dämonen des Benedikt. In: Der Spiegel. Nr. 13, 2010 (online)), Peter Hullermann (H. wurde im Juni 1986 vom Amtsgericht Ebersberg zu 18 Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung und 4000 Mark Strafe verurteilt, vgl. Julia Jüttner: Wie eine Gemeinde missbraucht wurde. Spiegel Online, 15. März 2010 (online)) und schließlich den Hauptbeschuldigten im Falle Mindelheim (Dieser wurde 2008 zu zehn Monaten auf Bewährung verurteilt, vgl. Johannes Stoll: Frater wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt. Mindelheimer Zeitung, 1. März 2010 (online)) verwiesen werden (siehe auch: Seit 2010 öffentlich bekannt gewordene Missbrauchsfälle)
Der Vater eines Missbrauchsopfers in Aachen bat so beispielsweise das Bistum, von einer Anzeige gegen den Täter abzusehen, vgl. Esser, Robert: Missbrauch: Bistum entkräftet verheerenden Verdacht. (online)
Vgl. den Bericht von Wolfgang Focke (Reden der betroffenen Heimkinder vor dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages im Dezember 2006 (Memento vom 16. Dezember 2010 im Internet Archive))
Vgl. etwa die Pressemitteilung des Bistums Würzburg zum Fall Cornelia H. vom 12. Oktober 2004 (online)
Patrik Schwarz: Aufklärer im Namen des Vatikans, Zeit Online, 3. März 2010 (online)
Unabhängiger Beauftragter Sexueller Missbrauch: UBSKM-Plattform
http://www.rundertisch-heimerziehung.de/
Informationen zum Runden Tisch „Sexueller Kindesmissbrauch“ – Startseite
Meike Fries: Die Opfer sind unterrepräsentiert. Zeit Online, 23. April 2010 (online)
Focus Online: Runder Tisch bezieht Betroffene mit ein, 11. November 2010 (online)
Video Mona Lisa: Viel geredet, wenig passiert (18. Dezember 2010, 18:00 Uhr) in der ZDFmediathek, abgerufen am 9. Februar 2014 (offline)
Katholisch.de: Ein eckiger Tisch nach dem Runden Tisch, 26. Mai 2010 (online)
Pressemitteilung
Welt Online vom 17. Juni 2009, abgerufen am 21. Juni 2009.
Ergebnisprotokoll der zweiten Sitzung des Runden Tisches (Memento vom 5. März 2010 im Internet Archive)
Reinhard Bingener: Von der Schuld bis zur Sünde. faz.net, 12. März 2010 (online)
Süddeutsche Zeitung Magazin: Mauern ohne Ende, Nr. 25, 2010 (online)
Kath.net: Kloster Ettal arbeitet Missbrauchs-Skandal auf, 24. August 2010 (online)
Barbara Hans: Wir wollen endlich gehört werden. Spiegel Online, 14. Mai 2010 (online)
Joachim F. Tornau: Wegsehen in der Kleinstadt. Frankfurter Rundschau, 24. November 2010 (online)
Trierer Volksfreund: Mehr als 5.000 Gespräche bei der Missbrauchs-Hotline, 30. März 2011 (online)
N-TV: Tausende reden über Missbrauch, 14. November 2010 (online)
Geschäftsstelle der Unabhängigen Beauftragten zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs: Abschlussbericht. Berlin, April 2011 (online), S. 42.
Geschäftsstelle der Unabhängigen Beauftragten zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs: Abschlussbericht. Berlin, April 2011 (online), S. 46, 49.
Eine Auflistung der in die Arbeit der Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung einbezogenen Vereinigungen finden sich in: Geschäftsstelle der Unabhängigen Beauftragten zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs: Abschlussbericht. Berlin, April 2011 (online), S. 71ff.
Die Presse: Missbrauchsopfer klagen Papst in Den Haag an, 13. September 2011 (online)
Jason Walsh: Why the ICC likely won’t charge pope over Catholic Church sex abuses, in: The Christian Science Monitor, 15. September 2011 (online)
Eine ausführliche Aufstellung von Entschädigungsmodellen verschiedener Länder findet sich in: Geschäftsstelle der Unabhängigen Beauftragten zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs: Abschlussbericht. Berlin, April 2011 (online), S. 271ff.
Residential Institutions Redress Board: Newsletter vom 16. Juli 2010, (online)
Peter Wensierski: Verirrte Hirten. In: Der Spiegel, 5. Dezember 2005 (online)
Es waren die schlimmsten Jahre. Norbert Denef im Gespräch mit Katrin Heise. In: Deutschlandradio, 22. Februar 2010 (online).
Antje Hildebrandt: Er hat meine Seele getötet. In: Stuttgarter Zeitung, 5. Februar 2010 (online)
Ein-Mann-Demo bei Diskussionsrunde. Missbrauchsopfer provoziert Eklat auf Kirchentag. In: Spiegel online, 14. Mai 2010 (online)
Kirchentag: Eklat bei Missbrauchsdebatte. In: Mittelbayerische Zeitung, 15. Mai 2010 (online)
Matthias Kamann: Missbrauch ist ungewollt das Thema Nummer 1. In: Die Welt, 14. Mai 2010 (online)
Heftiger Streit um Missbrauch. In: Rheinische Post, 14. Mai 2010 (online)
Missbrauchsopfer stürmt Podium. In: Hamburger Abendblatt, 15. Mai 2010 (online)
ARD Brisant: Eklat auf dem Kirchentag. In: ARD, 14. Mai 2010 (online)
ARD Tagesschau: Missbrauchsdebatte auf dem Kirchentag. In: ARD, 14. Mai 2010 (online)
Das unverschämte Opfer. In: Süddeutsche Zeitung, 14. Mai 2010 (online)
Kritik an Geistlichen gilt noch immer als Majestätsbeleidigung. In: Die Welt, 15. Mai 2010 (online)
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Norbert Nedopil: Forensische Psychiatrie: Klinik, Begutachtung und Behandlung zwischen Psychiatrie und Recht. 3. Auflage. Georg Thieme Verlag, 2007, S. 201.
Geschäftsstelle der Unabhängigen Beauftragten zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs: Abschlussbericht. Berlin, April 2011 (online), S. 97ff.
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Gipfel der Scheinheiligkeit. In: humanistischer pressedienst, 24. Februar 2010 (online).
Katholische Kirche: Mehr als 250 Verdachtsfälle in Deutschland | Missbrauch – Frankfurter Rundschau
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Irene Jung: Pädophilie: Begünstigt der Zölibat den Missbrauch? In: Hamburger Abendblatt, 4. Februar 2010 (online).
Viele hungern nach Berührung. In: ZDF – ML Mona Lisa vom 21. Februar 2010 ("Viele hungern nach Berührung" (Memento vom 27. März 2010 im Internet Archive)).
Interview mit Klaus Michael Beier: „Die katholische Kirche zieht Pädophile an.“ In: Stern.de, 10. Februar 2010 (online).
Osterheider: Zölibat zieht Pädophile an. In: Mittelbayerische Zeitung, 16. März 2010 (online).
Experte: Zölibat begünstigt Missbrauch. In: Nürnberger Nachrichten, 16. März 2010 (online).
http://www.zeit.de/2002/20/Suender_im_Talar?page=all, abgerufen am 4. August 2010
Meine Sexualität ist eine Grauzone In: Die Zeit, 12. Februar 2010 (online).
Manfred Lütz: Die Kirche und die Kinder. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11. Februar 2010 (online) verweist auf Hans-Ludwig Kröber, einen Experten in Deutschland, der keinerlei Hinweis darauf sieht, dass zölibatäre Lehrer häufiger pädophil seien als andere.
Vera Kämper: TV-Talk zu Missbrauch in der Kirche war hart, aber nicht fair, Der Westen, 25. Februar 2010 (online)
Christoph Koch: Interview: „Die Kirche muss ihre Haltung zum Sex ändern“. In: Der Tagesspiegel. 31. Oktober 2010
United States Conference of Catholic Bishops; John Jay College Research Team: The Causes and Context of Sexual Abuse of Minors by Catholic Priests in the United States, 1950-2002, Washington, D.C., May 2011 (online) (PDF; 2,62 MB), S. 46f.
Die welt: Evangelische Kirche verschärft Dienstvorschrift, 4. April 2004
kath.net: Expertin: Missbrauch in katholischer und evangelischer Kirche gleich, 9. Juni 2012
IKvu fordert eigene Regelung des Umgangs mit sexueller Gewalt im Bereich der DBK. Pressemitteilung der Initiative Kirche von unten. 4. Februar 2010 (online).
Im Interview mit der dpa, zitiert nach Strukturen für Missbrauchskandale mitverantwortlich. Drewermann fordert Kirchen-Reform. In: Wiener Zeitung online, 16. Februar 2010 (online).
Missbrauchsskandal. Entschädigung und Ursachen. In: Financial Times Deutschland, 16. Februar 2010 (online (Memento vom 17. Februar 2010 im Internet Archive)).
ZENIT: George Weigel on the Church Crisis in U.S. 2002 (online)
Martin Mosebach: Nur Benedikt XVI. kann die Kirche noch retten, Welt Online, 19. April 2010 (online)
RP-Online: Rektor greift katholische Kirche scharf an, 31. Januar 2010 (online)
Patrick Bahners: Die Dynamik des Skandals, Faz.net, 12. Februar 2010 (online)
Kath.net: Das Problem der Kirche heißt Homosexualität, nicht Pädophilie, 4. August 2010 (online). Der Originalartikel ist ebenfalls einsehbar: Donohue, Bill: Catholic Church’s issue is homosexuality, not pedophilia, The Washington Post, 22. Juli 2010 (online)
Peter-Philipp Schmitt: Seelsorge für Seelsorger, Faz.net, 18. Mai 2010 (online)
John Jay College of Criminal Justice: The Nature and Scope of the Problem of Sexual Abuse of Minors by Catholic Priests and Deacons in the United States, Teil 4.2 (online)
Nicole Lauscher: Kinder sind schutzlos ausgeliefert. Focus Online, 17. März, 2010 (online)
Zeit Online: Kardinal Bertone erzürnt Homosexuelle, 14. April 2010 (online)
Beispielhaft erwähnt seien hier die Fälle David Berger, vgl. David Berger: Ich darf nicht länger schweigen. fr-online, 23. April 2010 (online), und Brian M., vgl. Annette Langer: Vor lauter Angst habe ich den Mund gehalten, Spiegel Online, 14. April 2010 (online), die auch scharfe Kritik am Verhalten von Homosexuellen, die kirchliche Amtsträger sind, üben.
Martin Reichert: Gespenst pädophiler Schwuler. Die Tageszeitung Online, 14. Mai 2010 (online)
Norbert Prauser: Was hat Kindesmissbrauch mit Homosexualität zu tun? Der Standard, 21. Februar 2010 (online)
Jeremy Schulman: Expert: Donohue’s claim that most abusive priests are gay is “unwarranted”. mediamatters.org, 2. April 2010 (online)
David Gibson: New Catholic Sex Abuse Findings: Gay Priests Are Not the Problem. Politics Daily (online)
Welt Online: Homosexuelle Netzwerke bedrohen Kirche. 24. Mai 2010 (online)
Patrick Parkinson, Kim Oates und Amanda Jayakody: Study of Reported Child Sexual Abuse in the Anglican Church. May 2009 (online; PDF; 500 kB)
FAZ.net: Mixa macht sexuelle Revolution mitverantwortlich, 17. Februar 2010 (online)
Augsburger Allgemeine: Merk gibt Bischof Mixa Rückendeckung. 19. Februar 2010 (online)
Schönborn: ‚Die Sexualisierung ist mitschuldig, das ist ein Faktum‘. In: kath.net. 5. März 2010, abgerufen am 6. August 2013.
Andreas Schlothauer, Verein Kritische Sozialwissenschaft und Politische Bildung (Hrsg.): Die Diktatur der freien Sexualität. AAO, Mühl-Kommune, Friedrichshof. Buch über Otto Muehl, seine Kommune und deren Ende. (= Österreichische Texte zur Gesellschaftskritik Band. 55). Verlag für Gesellschaftskritik Ges-m.b.H. & CO.KG, Wien 1992, ISBN 3-85115-157-7 (agpf.de, abgerufen am 6. August 2013).
Alice Schwarzer: Wie es geschehen kann. Emma, Frühling 2010 (online)
Federico Lombardi: Benedikt XVI. ist ein glaubwürdiger Zeuge der Wahrheit. In: kath.net / Radio Vatikan. 9. April 2010, abgerufen am 6. August 2013.
United States Conference of Catholic Bishops: John Jay Researchers Offer Update On Causes And Context Study; Early Findings Confirm Steep Decline In Sexual Abuse Cases After 1985, Emphasize the Importance Of Seminary Training, USCCB News Release, 17. November 2009 (online (pdf))
Aidan Lewis: Looking behind the Catholic sex abuse scandal. BBC News, 4. Mai 2010 (online)
Hans-Hermann Kotte: Sexualforscher Gunter Schmidt: „Heute schaut man auf die Opfer“. (Interview). In: Frankfurter Rundschau. 11. Mai 2010, abgerufen am 6. August 2013.
Gunter Schmidt (Hrsg.): Die Kinder der sexuellen Revolution. Psychosozial, 2000 Gießen, ISBN 3-89806-027-6
Spiegel Online: Die Täter verraten das Evangelium. 2. April 2010 (online)
Spiegel Online: Die Grünen, der Sex und die Kinder, 19. Februar 2010 (online)
Fondation pour la Recherche d’Enfants Disparus, International: Les évêques américains publient leur rapport final sur la pédophilie. http://www.fredi.org (online)
Jerry Filteau: Report says clergy sexual abuse brought “smoke of Satan” into church. Catholic News Service, 27. Februar 2010 (online)
Susan Brinkmann, Judith Reisman, Kinsey Corruption: An Expose on the Most Influential Scientist of Our Time. Ascension Press, 2004, 79 S.
Thomas Plante: A Perspective on Clergy Sexual Abuse. 2010 (online)
Tagesschau.de: Erzbischof Zollitsch gegen Runden Tisch zu Missbrauch, 28. Februar 2010 (Umgang der katholischen Kirche mit Vorwürfen Erzbischof Zollitsch gegen Runden Tisch zu Missbrauch (Memento vom 3. März 2010 im Internet Archive))
Sex-Skandale schocken die Kirche. Die Mauer des Schweigens. In: Hamburger Abendblatt, 19. Juli 2002 (online)
Vgl. dazu Dirk Bange: Sexueller Missbrauch an Jungen: Die Mauer des Schweigens. Berlin u. a. 2007, ISBN 978-3-8017-2065-0.
Der Missbrauch und die plötzliche Medienwucht. In: ZAPP, NDR, 18. März 2010 (online).
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Missbrauch: Warum die Opfer so lange schweigen. In: Die Presse, 9. März 2010 (online).
Hermann Häring: Korpsgeist und Körper. In: Der Tagesspiegel vom 2. Februar 2010 (online).
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Ich bringe den Papst vor Gericht. In: oe24.at, 29. März 2010 (online).
Thomas Rünker: Die Kirche hat sich „erheblich bewegt“, Der Westen, 29. November 2010 (online)
Oliver Fritsch: Wie der DFB aus den Fehlern der Kirche lernen will, Zeit Online, 28. April 2011 (online)
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http://www.nytimes.com/2010/05/04/opinion/l04church.html
MEIN Blick: Raus aus den Schützengräben – Kommentare – Meinung – Tagesspiegel
Nicola Frowein: Der Teufel wohnt nicht nur im Hause Gottes. In: ZDF online, 5. März 2010 (online).
Constantin Magnis: „Man wird eher vom Küssen schwanger, als vom Zölibat pädophil“. Interview mit Hans-Ludwig Kröber, Cicero (online)
Ryan-Bericht und #Irland
Ludger Kazmierczak: Vatikan rehabilitiert Skandal-Priester → Erläuterung tagesschau.de 18. Juni 2010
Domradio: Rätselraten in Polen. 19. Juni 2010 (Memento vom 4. August 2012 im Webarchiv Archive.today), abgerufen am 21. August 2010
Polen: Bischof nicht rehabilitiert Radio Vatikan 19. Juni 2010
Vatikansprecher: Alterzbischof Paetz wurde nicht rehabilitiert – kath.net
Peter Wensierski: Nichts gelernt. In: Der Spiegel, Nr. 16, 2010, S. 76ff.
Robert Esser: Missbrauch: Bistum entkräftet verheerenden Verdacht. (online)
Der Spiegel: Anglikaner-Oberhaupt attackiert katholische Kirche. Spiegel Online, 3. April 2010 (online)
Residential Institutions Redress Board: Frequently Asked Questions. Should I apply for redress? (online)
Der Tagesspiegel: Vatikan verweigerte Mitarbeit an Bericht zu Missbrauch, 11. Dezember 2010 (online)
Die Welt: Vatikan verweigerte Mitarbeit an Missbrauchsbericht, 11. Dezember 2010 (online)
Der Spiegel: 140 Kardinäle beraten über Missbrauch, 19. November 2010 (online)
Pope meets with sex abuse victims, 17. April 2008 (online)
Frank W. Haubold: Kampf gegen Papst Benedikt: Die Stunde der Verleumder. (online)
Frank Bachner; Claudia Keller; Matthias Meisner: Das Jahr der Enthüllungen, Zeit Online, 28. Januar 2011 (online)
http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/aus-den-dornen-wird-eine-krone/1782700.html abgerufen am 4. August 2010

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Die Scheinheiligen

103196doc1406333459

Die Scheinheiligen

Die katholische Kirche und der Sexual Missbrauch

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Author: Heinz Duthel
Length: 472 page(s)
Language: Deutsch
Written: Oct 2013
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Category: Biographies & Memoirs » Religious biography  |  Work: Review
Keywords: Römisch-katholische, Kirche Sexueller, Missbrauch Priester Mönchtum Nonne Erzieher Katholisches, Priesterseminar Beichte Zölibat Bund, der, Deutschen, Katholischen, Jugend Deutsche, Bischofskonferenz Fürsorgepflicht Sexueller, Missbrauch, von, Kindern Zentralkomitee, der, deutschen, Katholiken Alexander, Dobrindt Annette, Schavan Zum, Vorgehen, bei, sexuellem, Missbrauch, Minderjähriger, durch, Geistliche, im, Bereich, der, Deutschen, Bischofskonferenz Gerhard, Ludwig, Müller Reinhard, Marx Stephan, Ackermann Runder, Tisch, Heimerziehung, in, den, 50er, und, 60er, Jahren Antje, Vollmer Jugendfürsorge Heimerziehung Posttraumatische, Belastungsstörung Komplexe, posttraumatische, Belastungsstörung Verein, ehemaliger, Heimkinder Silke, Birgitta, Gahleitner Manfred, Kappeler Heimkampagne Schläge, im, Namen, des, Herrn Murphy-Bericht Sexueller, Missbrauch, in, der, römisch-katholischen, Kirche Schwarze, Pädagogik Tommy-Weisbecker-Haus Runder, Tisch, Sexueller, Kindesmissbrauch, in, Abhängigkeits-, und, Machtverhältnissen, in, privaten, und, öffentlichen, Einrichtungen, und, im, familiären, Bereich Unabhängiger, Beauftragter, für, Fragen, des, sexuellen, Kindesmissbrauchs

Die Scheinheiligen. Die katholische Kirche und der SexualE Missbrauch

103196doc1406333459

Die Scheinheiligen
Die katholische Kirche und der Sexual Missbrauch
Sexueller Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche
„Niemand darf der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.“
Römisch-katholische Kirche
Sexueller Missbrauch
Priester
Mönchtum
Nonne
Erzieher
Katholisches Priesterseminar
Beichte
Zölibat
Bund der Deutschen Katholischen Jugend
Deutsche Bischofskonferenz
Fürsorgepflicht
Sexueller Missbrauch von Kindern
Zentralkomitee der deutschen Katholiken
Alexander Dobrindt
Annette Schavan
Zum Vorgehen bei sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Geistliche im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz
Gerhard Ludwig Müller
Reinhard Marx
Stephan Ackermann
Runder Tisch Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren
Antje Vollmer
Jugendfürsorge
Heimerziehung
Posttraumatische Belastungsstörung
Komplexe posttraumatische Belastungsstörung
Verein ehemaliger Heimkinder
Silke Birgitta Gahleitner
Manfred Kappeler
Heimkampagne
Schläge im Namen des Herrn
Murphy-Bericht
Sexueller Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche
Schwarze Pädagogik
Tommy-Weisbecker-Haus
Runder Tisch Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich
Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs
Entschädigungen
Die Debatte über Entschädigungszahlungen gestaltete sich innerkirchlich kontrovers. So äußerte der Erzbischof von München-Freising, Reinhard Marx, dass die Kirche den Opfern zu helfen habe, auch finanziell. Der Bischof von Regensburg, Gerhard Ludwig Müller, lehnte pauschale Entschädigungen ab, da diese wieder als „Schweigegeld“ verstanden werden könnten. Auch der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann äußerte sich in diese Richtung und plädierte daher dafür, Entschädigungen als finanzielle Zuwendungen sachbezogen zu gestalten. Dies würde beispielsweise bedeuten, die Therapiekosten eines Missbrauchsopfers zu übernehmen.[356] Seitens des Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Stephan Ackermann, wurde darauf hingewiesen, dass die Schuld für Missbrauch beim Täter liege und somit auch dieser in Regress zu nehmen sei.
„Die Botschaft ist klar: Rund die Hälfte der Betroffenen will eine Entschädigung, manche möchten die Kosten für Therapien erstattet sehen, andere wünschen sich eine Rente. Alle bitten darum, dabei nicht abermals ihr Schicksal rechtfertigen zu müssen. Sie fürchten neue Traumatisierung.“
Bereits Ende Januar 2011 sickerte durch, dass der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Stephan Ackermann, nicht mehr an eine erfolgreiche gemeinsame Entschädigungsregelung durch den Runden Tisch Sexueller Missbrauch glaubte und die Bischöfe daher eine eigene Lösung im Rahmen von etwa 1 Million Euro für die bis dato 205 namentlich bekannten Missbrauchsopfer favorisierten.Zur selben Zeit mahnte Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger eine „Gesamtlösung in der Entschädigungsfrage“ am Runden Tisch Sexueller Kindesmissbrauch an und sprach sich gegen „einzelfallbezogene Lösungen“ aus.
Das Angebot finanzieller Entschädigung soll für Fälle gelten, in denen wegen Verjährung kein rechtlicher Anspruch auf Schadensersatz und Schmerzensgeld mehr durchgesetzt werden kann. Um Opfer in Fällen, die noch nicht verjährt sind, den Durchlauf des Rechtsweges zu ersparen, sollen vor allem außergerichtliche Einigungen angestrebt werden. Die Richtigkeit der vorgebrachten Behauptungen soll demnach an Eides statt schriftlich erklärt werden. Weitere Belege seien nicht erforderlich
Der Verein ehemaliger Heimkinder, gegründet am 14. Oktober 2004 in Idstein, entsandte aus seinen Reihen – unter Vorbehalt einer späteren Wahl und demokratischen Legitimation – drei Mitglieder in das insgesamt 22-köpfigen Gremium, unter ihnen der Vorsitzende. Den drei Mitgliedern wurde trotz dieses Vorbehalts von der Leitung des Runden Tischs zugesichert, dass sie im Gremium verbleiben dur

 

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Heinz Duthel | Author on XinXii.com

Heinz Duthel
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